Handball-Bundesliga: MT gegen THW Kiel 32:41

Melsungen erlebt rabenschwarzen Abend

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Kassel. Das war nichts. Handball-Bundesligist MT Melsungen ist denkbar schlecht in die Restrunde gestartet. Gegen den Meister THW Kiel setzte es am Mittwochabend eine herbe 32:41(15:23)-Klatsche.

Dabei war alles bereitet für ein Handball-Fest. 4300 Zuschauer in der ausverkauften Kasseler Rothenbach-Halle, große Erwartungen - doch statt eines erneuten Coups gegen den THW erlebte die Mannschaft von Trainer Michael Roth einen rabenschwarzen Abend. Da war nichts zu holen für die MT.

Im Grunde war die Partie nach dem ersten Durchgang entschieden. Der Meister spielte wie aus einem Guss, als hätte es die WM-Pause nie gegeben. Dabei begann es für die MT vielversprechend. Trainer Michael Roth hatte sich für eine Startaufstellung entschieden, die sich in den vergangenen Wochen eingespielt hatte. Soll heißen: Die WM-Teilnehmer Patrik Fahlgren, Michael Müller und Johannes Sellin saßen erst einmal auf der Bank. Beim Rechtsaußen lag das auch daran, dass er sich im Abschlusstraining eine Verletzung am Schienbein zugezogen hatte. Auch Felix Danner ging angeschlagen in die Partie - der Kreisläufer war umgeknickt und kam nur in der Abwehr zum Einsatz.

Aber die anderen machten es zu Beginn gar nicht schlecht. Im Gegenteil. Die Begegnung nahm von der ersten Minute an Fahrt auf. Von wegen Abtasten. Es ging direkt zur Sache. Durch den Treffer von Philipp Müller zum 6:4 (9. Minute) lagen die Hausherren gar mit zwei Treffern in Führung. Überhaupt war Müller mit sechs Treffern der Mann der ersten Halbzeit auf Melsunger Seite. Der Meister, bei dem der zukünftige Melsunger Johan Sjöstrand erst nach einer Viertelstunde ins Tor kam, ließ sich aber nicht abschütteln. Und nach Marko Vujins Treffer zum 8:7 (13.) aus Kieler Sicht gingen die Gäste erstmals in Führung.

Fortan zauberten sich die Kieler regelrecht in einen Rausch - mit freundlicher Unterstützung der Melsunger, denen im Angriff immer mehr Fehler unterliefen. Da ging zeitweise nichts mehr. Angeführt vom überragenden Welthandballer Domagoj Duvnjak - sieben Tore in Halbzeit eins - zog der Meister davon. Tor um Tor. Roth brachte Pelle Sandström für den glücklosen Mikael Appelgren im MT-Tor. Er brachte Fahlgren. Er brachte Michael Müller. Allein, es nutzte nichts, weil die MT die technischen Fehler nicht abstellte. Duvnjak zum 12:18 aus Melsunger Sicht, Duvnjak zum 13:19 und - na klar - Duvnjak zum 13:20. Da nahm das Debakel seinen Lauf, und bei den MT-Fans, die so zahlreich in die Halle gekommen waren, machte sich Ernüchterung breit. Rasmus Lauge sorgte mit dem 23:15 schließlich für die deutliche Pausenführung der Kieler - und ließ Schlimmes befürchten für den zweiten Durchgang.

Immerhin, die MT zeigte nach Wiederbeginn erst einmal Moral. Ließ sich nicht hängen, und die Zuschauer in der Rothenbach-Halle taten ihren Teil, dass der Abend nicht komplett zu einer trostlosen Veranstaltung verkam. Aber gegen diese Kieler war gestern Abend kein Kraut gewachsen - zumal die Fehlerquote auf Melsunger Seite nicht abnahm. Einzig Kreisläufer Marino Maric setzte hier und da mal ein Glanzlicht. Das war's. Zwischenzeitlich lag die Mannschaft von Roth mit mehr als zehn Treffern zurück. Beim Stand von 25:37 versuchte es Michael Allendorf beim Siebenmeter mit einem Heber, doch Kiels Keeper Andreas Palicka parierte - das sagt im Grunde alles aus.

Irgendwann ging es für die MT nur noch darum, den Schaden in Grenzen zu halten. Auch das gelang nicht. Mit dem 40:28 (56.) für Kiel durch Niclas Ekberg war Melsungens Demontage perfekt.

MT Melsungen gegen THW Kiel

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