Niederlage nach starker erster Hälfte

MT Melsungen unterliegt bei den Rhein-Neckar Löwen 26:32

+
Setzte einige Akzente im Melsunger Offensivspiel: Philipp Müller (weißes Trikot), der es hier gleich mit zwei Löwen-Verteidigern aufnimmt. Harald Reinkind (links) und Stefan Kneer können hier den MT-Angreifer stoppen.

Mannheim. Etwas mehr als 40 Minuten waren die Handballer der MT Melsungen ein ebenbürtiger Gegner. Doch unterm Strich stand für den Handball-Bundesligisten aus der Fuldastadt die standesgemäße 26:32 (16:16)-Niederlage beim Meisterschaftsaspiranten Rhein-Neckar Löwen.

Für die MT waren es vor 9029 Zuschauern die ersten Punktverluste nach zuvor vier Siegen in Folge.

Bei den Löwen war gegenüber dem Topspiel vom Ostersonntag ein deutlicher Spannungsabfall zu erkennen. Anfangs konnte die MT daraus noch kein Kapital schlagen und geriet sogar durch einen Gegentreffer von Uwe Gensheimer mit 4:8 ins Hintertreffen (12.). Und das, obwohl die Müller-Zwillinge Philipp und Michael gut in die Begegnung fanden und den zunächst nicht so gut disponierten Schlussmann Niklas Landin mit Würfen aus der Distanz auf dem falschen Fuß erwischten.

Mit zunehmender Spieldauer holte sich Melsungen über eine stärker werdende Abwehr die nötige Sicherheit. Zunächst hatte Trainer Michael Roth mit einer 5:1-Deckung operieren lassen, stellte dann aber auf eine 6:0-Formation um. Das machte sich bezahlt. Sein Team glich durch Michael Allendorf nicht nur zum 9:9 aus, sondern ging durch einen Tempogegenstoß von Johannes Sellin sogar mit 13:12 in Führung (25.). Ärgerlich aus Sicht der Nordhessen, dass sie den Zwei-Tore-Vorsprung nach Erfolgen von Allendorf und Regisseur Nenad Vuckovic nicht in die Pause retteten. Zweimal schlug Gensheimer zu, als die Melsunger sogar in Überzahl waren. Nach Defensivstratege Felix Danner auf Gäste-Seite hatte früh auch RNL-Abwehrchef Gedeon Guardiola zum zweiten Mal eine Zeitstrafe aufgebrummt bekommen.

Nach dem Wechsel besann sich der Gastgeber auf seine kämpferischen Tugenden. Er präsentierte sich fortan wesentlich aggressiver. Mit der Umstellung auf ein 5:1-Defensivsystem wussten die Hausherren den Kontrahenten geschickt vom Kasten fernzuhalten. Zudem entschied Landin das Torwart-Duell mit Mikael Appelgren, der den Dänen im Sommer in Mannheim, sowie später Per Sandström klar zu seinen Gunsten.

So wuchs der Rückstand der MT, die beim 18:17 letztmalig vorn gelegen hatte, immer weiter an. Ein Hattrick des zusehends stärker werdenden Gensheimer führte zum 21:18 (37.). In der 54. Minute sorgte der Linksaußen für das 26:21. Spannung kam nicht mehr auf.

Aufregung um Jacobsen

Aufregung herrschte dagegen auf der Ersatzbank der Löwen. Dort musste Trainer Nikolaj Jacobsen minutenlang behandelt werden und das Kommando an den Sportlichen Leiter Oliver Roggisch abgeben. Wie später die medizinische Abteilung der Mannheimer erklärte, klagte der Däne infolge einiger Nackenprobleme über Unwohlsein. Nach dem Schlusspfiff ging es ihm schon wieder etwas besser. Dazu dürfte auch der ungefährdete Erfolg seiner Mannen beigetragen haben.

Von Michael Wilkening

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.