Marino Maric überzeugt im Melsunger Team

MT-Heimspiel: Zwischen Druck und guter Laune

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Er ist wieder da: Kreisläufer Marino Maric erzielte fünf Treffer, hier gegen Mindens Kim Sonne-Hansen. 

Vor dem Spiel begrüßt Hallensprecher Bernd Kaiser die Fans auf den „Gute-Laune-Tribünen“. Nach dem 26:21 der MT Melsungen aber ist überraschend wenig von Freude und Erleichterung die Rede.

Das meistgebrauchte Wort ist vielmehr – Druck. Bei den Melsungern, deren Trainer Heiko Grimm 30 Sekunden vor Schluss mit einer Auszeit überraschte, „weil es im Ringen um Rang fünf auf jedes Tor ankommen kann“. Und sogar bei Mindens Manager Frank von Behren, dessen Team „eigentlich befreit hätte aufspielen können, doch bis auf unseren jungen Torwart Leon Grabenstein mutlos und ängstlich auftrat“.

Druck also. Macht sich die MT selbst. „Weil die dezimierte Mannschaft in den vergangenen Wochen Überragendes geleistet hat, können wir jetzt überhaupt um Rang fünf spielen. Also war ein Sieg heute die klare Vorgabe“, erläutert Trainer Heiko Grimm.

Druck, der zu Beginn schwer lastet auf den Melsungern. Von dem sie sich aber nach frühem Rückstand „sehr gut befreit haben“, wie Manager Axel Geerken sagt. Weil „Simo“ Simic und Lasse Mikkelsen die Last am  besten tragen. Weil Grimm und Co. ihre Hausaufgaben gemacht haben und Christoffer Rambo nicht noch einmal elf Treffer erlauben. „Wir sind ihm heute immer einen Schritt schneller entgegengetreten“, erklärt Grimm. Nach nur einem Treffer und vier Fahrkarten wird Mindens Norweger nach einer Viertelstunde zunächst aussortiert. Gescheitert am Melsunger Druck. Ausgeübt vom starken Defensivverbund um den famosen Innenblock mit Felix Danner und Finn Lemke.

Im Angriff aber, da können Grimms Mannen den Druck einmal mehr nicht konstant hochhalten. „Da blieb vieles Stückwerk nach der Pause“, sagt der Coach, „statt den Sack frühzeitig zuzumachen, haben wir uns das Leben mit fehlender Konsequenz selbst schwer gemacht.“

Immerhin: Im Gegensatz zu Domagoj Pavlovic, vor dessen Comeback Grimm und „Domba“ selbst noch zaudern, ist der lange verletzte Marino Maric wieder da. „Ich hatte sie, die gute Laune, schon den ganzen Tag, war fokussiert und habe mich gefreut auf das Spiel“, sagt der Kreisläufer. Druck? „Klar hatte ich den nach fünf Monaten Pause und Torflaute in meinem ersten Spiel beim Bergischen HC. Aber wie die anderen Jungs auch habe ich mir heute im Spiel Selbstvertrauen geholt.“ Das 6:6 nach einer Viertelstunde ist sein erster Treffer, vier weitere folgen.

Das Tor des Tages aber wird ihm leider zurückgepfiffen. Sensationell windet sich der Kroate gegen Mindens Abwehrriegel durch und trifft per Rückhand zum vermeintlichen 11:8 (22.). „Aber das Gefühl, die Geschmeidigkeit kehren bei Marino zurück“, freut sich Grimm.

Zudem weiß Finn Lemke: „Wir sind heute mehr und schneller gelaufen, waren explosiver als noch gegen Stuttgart und den BHC.“ Und sagt mit Blick auf fünf Melsunger Siege in Serie nach der 27:32-Pleite im Hinspiel in Minden: „Der Auftritt heute kann ein guter Anfang sein.“ Der nächste soll am Donnerstag in Ludwigshafen folgen, beim Schlusslicht. Dort, so spekuliert Trainer Grimm, kann einer von vier Siegen aus den letzten sechs Spielen geholt werden, „die für Rang fünf reichen müssten“. Dazu aber müssen seine Schützlinge Druck vor allem als Chance wahrnehmen, ein Ziel zu erreichen.

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