Handball

Melsunger Timm Schneider: Die Kämpfernatur

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Breite Brust: Auf Melsungens Timm Schneider ist in der Deckung stets Verlass.

Wenn die MT Melsungen in der Handball-Bundesliga am heutigen Donnerstag in Stuttgart antritt, dann ist Timm Schneider mit Kampfgeist und Leidenschaft gefragt. 

Solche Spiele liebt er. Wie das Pokal-Viertelfinale gegen Berlin. Wenn Emotionen hochkochen. Wenn Leidenschaft gefragt ist. Dann schlägt die Stunde von Timm Schneider. Dann ist der bullige Handballer der MT Melsungen in seinem Element. „Da hat es sich endlich mal wieder geil angefühlt“, sagt er. Was die heutige Bundesliga-Partie beim TVB Stuttgart betrifft (19 Uhr/live bei Sky), da geht der 31-Jährige davon aus, dass die MT erneut viel Leidenschaft zeigen muss.

Ob auf dem Spielfeld oder auf der Bank – an der Einstellung mangelt es bei Schneider fast nie. Für Typen wie ihn existiert der Begriff Kämpfernatur. Wer den Allrounder kennt, der weiß, „dass ich bis zum Ende alles für den Verein geben werde“, sagt er. Und dieses Ende naht. Schneiders Vertrag läuft im Sommer aus und wird bekanntermaßen nicht verlängert. Die Entscheidung habe ihn enttäuscht, gesteht der Handballer: „Wir hatten uns das anders vorgestellt und wären gern hiergeblieben.“

Neuer Verein gesucht

Wir – das sind Schneider, Ehefrau Mona, der sieben Monate alte Sohn und zwei Hunde. Es passt alles, die junge Familie fühlt sich in Nordhessen pudelwohl. Nun müssen sich die Schneiders mit dem Gedanken anfreunden, woanders heimisch zu werden. Allerdings gestaltet sich die Suche nach einem neuen Verein „eher bescheiden“, wie Schneider sagt.

Sein Spielerberater nahm in den vergangenen Wochen bereits Kontakt zu anderen Klubs auf, zum Teil meldeten sich Manager auch bei Schneider direkt. Die Gespräche führten bislang zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis. „Die meisten Vereine haben noch weitere Baustellen und wollen leider erst mal abwarten“, erklärt der Profi. Das ist das Eine.

Das Andere: Schneider bekam in den vergangenen beiden Jahren nicht besonders viel Spielzeit – und wenn doch, musste er meist als Kreisläufer ran. Er helfe gern aus, sagt er: „Aber ich bin von Haus aus Rückraumspieler. Da fühle ich mich einfach wohler.“ Schneider nimmt die Dinge gern selbst in die Hand. Und er traut sich zu, noch drei, vier Jahre auf seiner angestammten Position in der Bundesliga zu spielen.

Vorausgesetzt, er komme kontinuierlich zum Einsatz. Wie jeder Sportler brauche er den Rhythmus und das Vertrauen. Beides habe ihm in den vergangenen Monaten gefehlt. „Dann habe ich mich zu viel mit mir selbst beschäftigt und zu viel nachgedacht“, sagt Schneider. Und Grübeleien sorgen meistens nicht für unbeschwertes Auftreten voller Selbstvertrauen.

Kämpfernatur Timm Schneider

Dass er durchaus imstande ist, sowohl Mannschaft als auch Fans mitzureißen, bewies er vor gut einer Woche beim Pokaltriumph gegen die Füchse. Weil er fünf Tage zuvor in Berlin viel spielen durfte, „war ich im Rhythmus. Ich hatte ein Gefühl für das Spiel“, sagt Schneider. So war er nach seiner Hereinnahme sofort zur Stelle und half der Mannschaft – in der Deckung sowieso, da ist auf den 1,96 Meter großen Handballer stets Verlass. Aber auch in der Offensive setzte er wichtige Akzente. „Ein schönes Gefühl. Seit langer Zeit mal wieder.“

Dieses Gefühl hätte er gern öfter. Auch heute in Stuttgart. Angesichts fehlender Konstanz bei der MT fällt es Schneider nicht leicht, eine Prognose für die Partie abzugeben. Er sagt aber: „Es wird ein hartes Spiel. Und wir müssen aufpassen. Sonst müssen wir uns reinquälen.“ Wie zuletzt beim schmeichelhaften Heimsieg gegen Ludwigshafen. Trotz einer Verletzung an der rechten Wurfhand steht einem Einsatz Schneiders nichts im Weg. „Ein Band ist im Daumen gerissen. Aber das passt schon.“ Er ist halt eine Kämpfernatur.

Vor dem Anpfiff:  Danner fällt aus

Mit der Partie beim TVB Stuttgart schließt die MT Melsungen die Hinrunde ab. Für Stefan Salger ist es zugleich die Rückkehr an eine alte Wirkungsstätte. In der Spielzeit 2017/18 trug der MT-Profi das Stuttgarter Trikot. Auf den Halbrechten dürfte mehr Einsatzzeit zukommen – Kai Häfner droht krankheitsbedingt auszufallen. Felix Danner fährt wegen einer Grippe erst gar nicht mit ins Schwabenland. Ein Fragezeichen steht zudem hinter dem Einsatz von Torwart Nebojsa Simic. „Simo hat am Mittwoch einen Zahn gezogen bekommen“, teilt MT-Trainer Heiko Grimm mit. Kapitän Finn Lemke trainierte zwar gestern, litt davor aber an einem grippalen Infekt.

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