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MT Melsungen nach der Niederlage gegen Kiel nun nach Hannover

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Artistisch: MT-Keeper Per Sandström brachte gegen Kiel eine starke Leistung. Foto:  Schachtschneider

Kassel/Melsungen. Nicht gesagt, dass es etwas am Ausgang des Bundesliga-Spiels geändert hätte. Aber Michael Roth, der Handball-Trainer der MT Melsungen, dachte bei seiner Analyse sehr wohl auch an die zwei Minuten vor der Halbzeitpause, als sein Team gegen den THW Kiel drei unnötige Tore in Folge kassierte und damit mit 9:11 ins Hintertreffen geriet.

„Die haben uns weh getan“, meinte Roth, „gefühlt war ein besseres Zwischenergebnis möglich.“ Wie sehr diese Entwicklung geschmerzt haben muss, zeigte der weitere Spielverlauf. Denn nach der Pause zog die Übermannschaft von der Förde in unwiderstehlicher Manier über 14:9 davon und feierte am Ende in Kassel einen klaren 27:19-Auswärtserfolg - der 25. Sieg im 25. Bundesliga-Spiel dieser Saison.

Treffend kommentiert von einem, der sich in der nächsten Saison das MT-Trikot überstreift. Kiels scheidender Abwehrstratege Daniel Kubes erklärte: „Es war wie so oft in unseren Spielen: Der Gegner kann sein Niveau nicht halten und wir machen einfach immer weiter.“

Immerhin: Bis zum Seitenwechsel lieferten die Melsunger vor 4100 hellauf begeisterten Zuschauern ein Duell auf Augenhöhe. Was vor allem daran lag, dass die MT den Gast mit einer beweglichen 4:2-Deckung vor einem gut aufgelegten Torwart Per Sandström überraschte. Wobei die vorgezogenen Savas Karipidis und Predrag Dacevic empfindlich die Kreise von Daniel Narcisse und Filip Jicha störten. „Mit der Abwehr hatten wir Probleme“, bekannte THW-Coach Alfred Gislason. In der zweiten Halbzeit, ergänzte der Isländer, habe sein Team mehr Spielfluss reingekriegt. Und dann war es auch schon um die Melsunger Mannschaft geschehen, bei der Grigorios Sanikis (Erkältung) schmerzlich vermisst wurde.

Im MT-Lager hofft man allerdings, dass der Grieche beim wichtigen Auswärtsspiel am Sonntag (17.30 Uhr) bei der TSV Hannover-Burgdorf wieder eingesetzt werden kann. Angesichts der sich abzeichnenden Niederlage wechselte Michael Roth am Mittwochabend komplett durch, um etwa den zuletzt angeschlagenen Karipidis und Alexandros Vasilakis zu etwas Schonung zu verhelfen.

„Gegen Burgdorf müssen wir auf jeden Fall besser im Angriff spielen“, erklärte Rückraumschütze Nenad Vuckovic nach der Partie gegen Kiel. Umso mehr, weil der TSV in Nenad Puljezevic einen erfahrenen Schlussmann aufbietet, der an einem guten Tag seinen Kasten regelrecht zunageln kann. Als Schlüssel zum angestrebten Erfolg sieht Rekonvaleszent Patrik Fahlgren allerdings eine prima funktionierende Hintermannschaft: „Wenn wir in der Defensive wieder so gut stehen wie über weite Strecken gegen Kiel, dann werden wir gegen Hannover gewinnen.“

Mit einem Sieg in der AWD-Hall könnte die MT den Abstand zu den Niedersachsen auf vier Punkte vergrößern. Für Roth hat die Begegnung sogar den Charakter eines Schlüsselspiels, weil seine Mannen bei einem Erfolg „alle weiteren Aufgaben in Ruhe angehen könnten“.

Danner hat doppelten Grund zur Freude

Als Hallensprecher Bernd Kaiser den Zuschauern nach dem Einlaufen das Team der MT vorstellte, brandete viel Beifall für Felix Danner auf. Klar, längst hatte sich herumgesprochen, dass der Kreisläufer ein paar Stunden zuvor Vater einer gesunden Tochter geworden war und fast 40 Stunden nicht mehr richtig geschlafen hatte. "Ich war in Gedanken immer auch bei meiner Familie", erklärte Danner nach dem Spiel. Die nächste gute Nachrichte erreichte den früheren Willstätter gestern. So erhielt Danner erstmals eine Einladung zur B-Nationalmannschaft. Sogar fürs A-Team nominiert wurde indes Linksaußen Michael Allendorf. Der saß nach überstandener Verletzung gegen Kiel bereits auf der Bank. Am Sonntag soll er gegen die TSV Hannover-Burgdorf wieder mitwirken.

Von Björn Mahr

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