Nach dem Aus im Europacup gegen St. Raphael

MT-Handballer setzen neue Ziele: „Die Saison ist noch nicht rum“

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Erzielte vier Tore für die MT: Patrik Fahlgren (links, hier gegen St. Raphaels Geoffroy Krantz).

Kassel. Für die erste Kiste Bier nach dem Spiel brauchten die Gäste von der Côte d’Azur nicht mal zehn Minuten.

Die Freude über den 31:23-Erfolg gegen die gastgebende MT Melsungen und den damit verbundenen Einzug ins Final Four des EHF-Pokals kosteten die Spieler und Verantwortlichen von St. Raphael Var richtig aus. „Unsere Jungs dürfen heute Abend machen, was sie wollen“, erklärte Emerick Paillasson aus dem Management des französischen Handball-Erstligisten, „nur morgen früh um 8 Uhr müssen sie zur Abfahrt Richtung Flughafen Frankfurt im Bus sein.“

Die Melsunger hatten ganz anderen Kummer. Für sie gab’s ein Frustbier nach dem Aus im Europacup. „Eigentlich war es ein 50:50-Duell. Wir haben aber nicht unser Niveau erreicht“, resümierte Patrik Fahlgren enttäuscht. Seine vier Treffer gegen die Franzosen waren voraussichtlich die letzten Tore in einem Europacupspiel. Sein zukünftiger Klub Hammarby in seiner schwedischen Heimat ist kein Anwärter auf das internationale Geschäft. „Das Aus jetzt“, so der Regisseuer „tut mir noch mehr weh als das Scheitern vor zwei Jahren gegen Skjern.“ Damals war er wegen eines Kreuzbandrisses allerdings nur Zuschauer.

Nun entgeht der MT zum zweiten Mal die Prämie als Final-Four-Teilnehmer. Dem Sieger des Turniers am 20./21. Mai in Göppingen winkt ein Preisgeld von 50.000 Euro. Der Viertplatzierte darf sich immerhin über 10.000 Euro freuen.

Barbara Braun-Lüdicke, die Aufsichtsratsvorsitzende des Bundesligisten, ging – wie so oft nach Spielen – im Anschluss an die Pleite in die Melsunger Kabine und munterte die Niedergeschlagenen auf: „Das Leben muss weiter gehen. So haben wir zumindest schon mal ein Ziel für unseren nächsten Start im Europacup.“ Und die Mäzenin muss sich keine Gedanken darüber machen, wie sie die Geburtstagsfeiern ihrer Töchter am 21. Mai und das Finalturnier unter einen Hut bekommt.

Melsungen reist jetzt nur noch einmal nach Göppingen. Ihr nächstes Ligaspiel hat die MT am Mittwoch, 10. Mai, bei den Schwaben. „Die Saison ist noch nicht rum“, betonte Braun-Lüdicke. Und Manager Axel Geerken stellte klar: „Wir wollen unsere gute Form der letzten Bundesligaspiele behalten. Es ist noch etwas möglich.“

Zwar beträgt der Rückstand der Melsunger auf den Erzrivalen HSG Wetzlar schon sechs Zähler, die Nordhessen hegen aber durchaus noch die Hoffnung, ein Stück nach oben zu kommen. „Wir brauchen jetzt nicht zu weinen. Wir wollen noch den sechsten Platz schaffen“, sagte Rückraumspieler Dener Jaanimaa trotzig. Am Mittwoch beginnt für das MT-Team die Vorbereitung auf die restlichen Aufgaben.

Dann werden fünf Spieler fehlen. Die Niederländer Jeffrey Boomhouwer und Arjan Haenen sowie der Serbe Momir Rnic bestreiten mit ihren jeweiligen Nationalteams Qualifikationsspiele für die Europameisterschaft 2018. Marino Maric muss zu einem Lehrgang des EM-Gastgebers Kroatien. Und der junge Johannes Golla bestreitet mit der deutschen Junioren-Auswahl ein Vier-Länder-Turnier in Frankreich.

Aus dem Team von St. Raphael sind mit dem Franzosen Adrien Dipanda, dem Spanier Daniel Sarmiento, dem Weißrussen Artsem Karalek sowie den Tschechen Jan Stehlik und Miroslav Jurka ebenfalls fünf Spieler gleich wieder unterwegs – aber erst nachdem sie den Abend in Kassel genossen.

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