Schützenfest

Melsungen schlägt Erlangen 37:23 und klettert auf den fünften Tabellenplatz

Kassel. Eine deutlichere Kampfansage im Rennen um den fünften Tabellenplatz in der Handball-Bundesliga kann es nicht geben.

Die MT Melsungen hat am Mittwoch gegen den HC Erlangen ein Schützenfest gefeiert. Gegen den Tabellenvorletzten gewannen die Nordhessen dank einer berauschenden zweiten Halbzeit 37:23 (17:12) und kletterten auf den fünften Platz in der Tabelle.

Zerfahren - so lassen sich die ersten Minuten dieser Partie zusammenfassen. Die Hausherren mussten gewinnen. Das mag eine Erklärung dafür sein, warum sie so holprig ins Spiel fanden. Das ging mit der Zwei-Minuten-Strafe gegen Kapitän Nenad Vuckovic nach bereits 37 Sekunden los. Die Franken machten das, was MT-Trainer Michael Roth vorab prophezeit hatte: Sie kämpften. Damit hatte die MT zunächst ihre Probleme. Ole Rahmel brachte den HCE 3:1 in Führung. Aber Melsungen arbeitete sich in diese Begegnung - und dank vier Siebenmeter in den ersten neun Minuten stand es nach dem Treffer von Johannes Sellin 3:3.

Fortan griff die Melsunger Deckung besser zu, und auch das Angriffsspiel rollte flüssiger. Zweimal Sellin, einmal Michael Allendorf - der Favorit setzte sich 8:5 ab (14.). Schön war es zunächst nicht, was Roths Mannschaft auf die Platte brachte, aber sie nahm nun die Zweikämpfe gegen die giftigen Gäste an. Im Melsunger Tor entschärfte Keeper Mikael Appelgren immer öfter die Erlanger Würfe, und so bauten seine Vorderleute den Vorsprung weiter aus. Nach einem herrlichen Tempogegenstoß schloss Rechtsaußen Sellin, der allein im ersten Durchgang auf sieben Treffer kam, zum 10:6 (16.) ab.

Die MT bewies ihre kämpferischen Qualitäten. Die 3100 Zuschauer in der Kasseler Rothenbach-Halle wussten diesen Einsatz zu schätzen und trieben ihre Mannschaft nach vorn. Die nahm es dankend an. Sellin erhöhte mit einem Doppelschlag auf 13:7 (20.), Michael Müller zwischenzeitlich auf 16:9 (27.). Die MT wies den Tabellenvorletzten in seine Schranken.

Nach der Pause setzte sie nach. Und da war er dann auch wieder, dieser Rausch, den die Fans aus den Heimspielen gegen Lübbecke und Berlin kannten. Die Melsunger Abwehr ließ kaum noch etwas zu, und vorn - das gab es sogar das eine oder andere Kunststückchen. Dieses hier zum Beispiel: Nach langem Pass von Sellin überlistete Jeffrey Boomhouwer Gäste-Torwart Jan Stochl mit einem Wurf hinter dem Rücken. Das war das 28:17 (49.) - da war der Drops natürlich gelutscht. Die MT betrieb Werbung in eigener Sache, warf Tore wie am Fließband und sammelte Selbstvertrauen für die wichtige Partie am übernächsten Samstag gegen Göppingen.

Die Fans waren aus dem Häuschen. Nur eine Sache forderten sie noch: die Einwechslung von Neuzugang Heiko Grimm. In der 55. Minute war es dann soweit. Der Ex-Nationalspieler feierte sein Debüt in der Rothenbach-Halle. Und das bei solch einem Schützenfest. Es gibt schlimmere Einstände.

MT Melsungen gegen Erlangen 

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