MT entdeckt die Lockerheit: Siebtes Spiel in Folge ohne Niederlage

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Schlag ein: MT-Abwehrstratege Philipp Müller.

Kassel. Es läuft bei der MT Melsungen. Beim 34:31 gegen Erlangen überzeugte der Handball-Bundelsigist mit Lockerheit und Spielfreude.

Eigentlich ist es schade, dass die MT Melsungen jetzt erst mal knapp zwei Wochen pausiert. Denn der Handball-Bundesligist hat etwas, für das es den Ausdruck Lauf gibt.

Das 34:31 (15:16) gegen den HC Erlangen am Sonntag war das siebte Spiel in Folge ohne Niederlage. Nicht nur die Serie von 13:1 Punkten gab Grund zur Freude. „Wir haben endlich eine gewisse Lockerheit gezeigt“, sagte Spielmacher Timm Schneider.

Zwar leisteten sich die Nordhessen in der ersten Hälfte einige Schwankungen - wie so oft in dieser Saison. Dafür drehten sie im Verlauf des zweiten Durchgangs mächtig auf und sorgten für Begeisterung bei den MT-Fans unter den 3704 Zuschauern in der Kasseler Rothenbach-Halle. Es passte einfach. Spielfreude. Tempo. Witz. Mit derlei Dingen gingen die MT-Profis in den vergangenen Monaten nicht gerade großzügig um. Nicht nur die Lockerheit, sondern zudem die lang vermisste Selbstverständlichkeit kehrt auf der Zielgeraden der Saison zur MT zurück.

Somit gab es am Sonntagabend nichts zu meckern - fast nichts. „Der Sieg war verdient. Aber er hätte höher ausfallen müssen. Wir waren zwischendurch wieder mal zu fahrlässig“, sagte Philipp Müller. Der Fels in der Abwehr überzeugte auch im Angriff und holte sich ein Sonderlob vom Trainer ab. „Es war klasse, wie er in der ersten Hälfte die Mannschaft angetrieben hat“, sagte Michael Roth.

Tatsächlich traf Müller fast nach Belieben. Fünfmal trug er sich vor der Pausensirene in die Torschützenliste ein. Es sei ganz gut gelaufen, kommentierte der 32-Jährige trocken. Eine leichte Untertreibung. Ähnlich bescheiden äußerte sich Marino Maric. In einer entscheidenden Phase entpuppte er sich als kaltschnäuziger Tempogegenstoß-Spezialist. Wohlgemerkt, der Kroate ist von Haus aus Kreisläufer. Egal. Dank seines Turbo-Dreierpacks innerhalb von 105 Sekunden stand es 21:19 (39.), die MT führte erstmals mit zwei Toren im zweiten Durchgang, schaltete nun ihrerseits den Turbo ein und baute den Vorsprung nach und nach aus.

Der nach seiner Verletzung immer besser in Form kommende Maric ist sicherlich einer der Gründe, warum es bei den Nordhessen besser läuft. Er fühle sich gut, sei körperlich aber noch lange nicht bei 100 Prozent, sagte der 26-Jährige. Zu seinen Kontertreffern meinte der Kroate nur: „Ich mag das, ich laufe gern Tempogegenstöße.“

Die sind für gewöhnlich eine Spezialität von Johannes Sellin. Auch der Rechtsaußen bewies gegen Erlangen, dass die Folgen seiner Verletzung so gut wie abgehakt sind. Neun Tore steuerte er zum Erfolg bei, das Sahnestückchen war allerdings sein uneigennütziges Zuspiel zu Jeffrey Boomhouwer, das der Holländer per Kempa-Trick zum 34:28 vollendete (58. Minute). Spektakulär war das. Wie gesagt: Trotz zwei, drei kurzer Durststrecken machte diese MT richtig Spaß. Ein passendes Schlusswort lieferte Timm Schneider: „Wir hatten definitiv mehr bessere als schlechtere Zeiten.“ Das war in dieser Saison ja oftmals umgekehrt.

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