Handball-Bundesliga erhält sechsten Startplatz

MT Melsungen spielt doch im Europacup

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Melsungen. „Damit geht ein Traum in Erfüllung“, schwärmt Trainer Michael Roth. Und sein Schützling, Kreisläufer Felix Danner, findet es einfach nur „super“. Die (fast) endgültige Gewissheit nämlich, dass der heimische Handball-Bundesligist MT Melsungen in der kommenden Saison erstmals in seiner Vereinsgeschichte im Europapokal an den Start geht.

Die Zweifel, ob der dazu erreichte sechste Platz in der abgelaufenen Bundesliga-Saison ausreichen würde, wurde durch die Erhöhung der internationalen deutschen Startplätze von fünf auf sechs durch die Europäische Handball- Föderation (EHF) ausgeräumt. Das bestätigte die Handball-Bundesliga (HBL). Damit werden in der Champions League die SG Flensburg- Handewitt, der THW Kiel und die Rhein-Neckar Löwen dabei sein, im EHF-Pokal treten Pokalsieger Füchse Berlin sowie der HSV Hamburg und eben die MT Melsungen an.

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Ein Ziel, das der MT-Coach in Übereinstimmung mit dem Management knapp ein Jahr nach seiner Verpflichtung im Oktober 2010 für 2015 ausgegeben hatte - und das seine Mannschaft nun ein Jahr „zu früh“ erreicht hat. „Genau diese ehrgeizige Perspektive brauchten wir“, stellt Aufsichtsratsvorsitzende Barbara Braun-Lüddicke durchaus mit etwas „Stolz und Genugtuung“ fest. Denn: „Sie hat uns alle motiviert und den Verein auf dem Spielermarkt attraktiver gemacht.“

In der Tat konnte Michael Roth die MT durch gezielte Verstärkungen danach Jahr für Jahr etwas stärker machen, ohne dass diese die durchaus rigiden Etatvorgaben gesprengt hätten. Mit den Müller-Brüdern und Nationalspieler Sellin hatte der Trainer in der letzten Runde endgültig seinen „Wunschkader“ zusammen, der sich nicht lumpen ließ und mit dem sechsten Rang die bisher beste Melsunger Platzierung in der 1. Liga schaffte.

Und nun auf Europas Bühne den Club präsentiert. Nach einer Qualifikationsrunde im November lockt die Gruppenphase mit vier Mannschaften. Als Zweiter hätte die MT das Viertelfinale und bei einem weiteren Sieg das Final-Four- Turnier. „Kein großes Geschäft, aber einen deutlichen Imagegewinn“, erwartet Manager Axel Geerken von diesen reizvollen Auftritten. Die will der Trainer mit „Respekt“, aber auch mit ganz viel „Freude“ angehen: „Solche Spiele muss man einfach genießen.“

Von Ralf Ohm

Hintergrund

In 31 Jahren von der Bezirksliga in den Europapokal

Von der Bezirksliga bis in den Europapokal - diesen stetigen Erfolgsweg hat die MT Melsungen in 31 Jahren ohne einen einzigen Abstieg zurück gelegt. Unter Manager Herbert Rausch, der 1983 in der Bezirksliga die Handballer übernahm, feierten die Fuldataler drei Aufstiege: 1985 in die Oberliga, 1987 in die Regionalliga und 1992 in die 2. Liga (unter Trainer Günter Böttcher). Dort avancierte Melsungen zu den dienstältesten Mannschaften, bestritt in 13 Jahren 434 Spiele, gewann davon 244 und belegt noch heute in der ewigen Tabelle des Unterhauses den 15. Platz. Mit Rastislav Trtik gelang 2005 der Aufstieg in die 1. Liga. Und dort im neunten Jahr unter Michael Roth als Sechster die beste Platzierung. Sowie zum zweiten Mal hintereinander der Einzug ins Final- Four in Hamburg. (ohm)

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