Bundesligist gastiert zum Rundenauftakt beim TVB Stuttgart

Sie sind der Geheimfavorit: Anwurf für die MT Deutschland

Die personifizierte Tormaschine: Julius Kühn soll aus dem linken Melsunger Rückraum für die nötigen Tore sorgen. Foto: Kasiewicz

Kassel/Stuttgart. Sie werden mit Vorschusslorbeeren überhäuft. Sie werden von einigen Fachleuten als Geheimfavorit auf die Meisterschaft in der Bundesliga bezeichnet. Sie sind seit Wochen nicht nur in der regionalen, sondern auch in der nationalen Presse ein Thema. Sie werden als „MT Deutschland“ geadelt.

Am Donnerstag, 23. August, wird sich zum ersten Mal zeigen, wie viel Qualität die Handballer der MT Melsungen nach der Verpflichtung der drei deutschen Nationalspieler Julius Kühn, Finn Lemke und Tobias Reichmann wirklich besitzen. Nach sechswöchiger Vorbereitung starten die Nordhessen mit der Partie ab 19 Uhr (Sky) beim TVB Stuttgart in die Saison 2017/18.

Die Ehrung

Mit dem Gastspiel am Neckar erfährt die MT die erste Auszeichnung der Saison. Denn anders als in den vorangegangenen Jahren wird die Partie in Stuttgart nicht in der 2200 Zuschauer fassenden Scharrrena, sondern in der Porsche-Arena ausgetragen. Darin finden 6211 Besucher Platz.

Für sieben Partien pro Serie ziehen die Schwaben in die Spielstätte in der Mercedesstraße um – sie liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum VfB-Stadion. Dies geschieht dann, wenn Rekordmeister Kiel, die Rhein-Neckar Löwen oder Erzrivale Göppingen zu Gast sind. Für ein Duell mit der MT wurde dies nicht ins Kalkül gezogen. Jetzt, da die Melsunger aber eine überaus attraktive Mannschaft mit etlichen bekannten deutschen Profis aufbieten, werden die Kassen in der Porsche-Arena geöffnet. Wobei die Zahl der Karten schon begrenzt ist. 5200 Tickets wurden im Vorfeld abgesetzt. Der Gastgeber rechnet mit 5500 Fans.

Die Premiere

Um sich schon ein bisschen mit der Atmosphäre in der Halle vertraut machen zu können, zog das MT-Team am Mittwochabend aus dem Hotel in Stuttgart geschlossen zur Arena und schaute sich dort das Supercup-Duell zwischen den Rhein-Neckar Löwen und dem THW Kiel (siehe nebenstehender Bericht) an.

Zumindest für die deutschen Nationalspieler ist dies bekanntes Terrain, weil sie dort schon Spiele bestritten, PR-Termine hatten und Übungseinheiten mit der DHB-Auswahl absolvierten. „Schöne Halle, gute Stimmung“, lobt Kühn, „in Stuttgart hat es jedoch jede Gast-Mannschaft schwer, wir stellen uns auf ein hitziges Spiel ein.“

Die Aufgabe

Das Wichtigste vorweg: In kompletter Besetzung reisten die Melsunger Richtung Schwaben. Der zuletzt angeschlagene Lemke hat einen Belastungstest bestanden. „Wir haben die letzten beiden Tage gut zusammen trainiert, ich freue mich aufs erste Spiel“, sagt der Hüne.

Michael Roth geht davon aus, dass er gegen Stuttgart personell aus dem Vollen schöpfen kann. „Das gibt uns ein gutes Gefühl“, sagt der Trainer. Roth ist gespannt darauf, wie sich seine Truppe in möglichen Stress-Situationen verhält. Beispielweise, wenn TVB-Schlussmann Johannes Bitter, der Weltmeister von 2007, zu großer Form auflaufen sollte. Die MT-Aufbaureihe dürften Timm Schneider, Kühn und Kapitän Michael Müller bilden. Im Deckungszentrum sollen Lemke und Philipp Müller agieren und nach Ballgewinnen das Gegenstoßspiel einleiten.

Die Gäste haben bis auf die verletzten Felix Lobedank und Djibril M’Bengue alle Mann an Bord – also auch Spielmacher Mimi Kraus, der in dieser Woche zum zweiten Mal Vater wurde. In der Vorbereitung hatte der Regisseur noch bei der 25:37-Finalniederlage beim Sparkassencup in Altensteig gegen die MT gefehlt. Auch auf einige Leistungsträger wie Dominik Weiß und Stefan Salger hatte der TVB-Coach Markus Baur seinerzeit verzichten müssen.

„Wir wissen, dass Stuttgart einen Trainer hat, der auf viele taktische Varianten setzt“, erklärt Kühn. So stellen sich er und seine Mitstreiter etwa darauf ein, dass die Hausherren oft den Torwart herausnehmen und einen zusätzlichen Feldspieler bringen. „Es wird sehr anspruchsvoll“, betont Roth, „aber um einen Schönheitspreis geht es ja auch nicht.“

Von Björn Mahr

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