Schnellcheck: Historischer Sieg gegen Berlin

MT Melsungen gewinnt 24:23 gegen die Füchse Berlin

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Sieg: Die MT Melsungen haben die Füchse Berlin geschlagen. 

Kassel/Berlin. Die Melsunger Handballer sind glänzend aus der EM-Pause gekommen. Im Bundesliga-Verfolgerduell feierte die MT einen 24:23 (10:10)-Sieg beim Fünftplatzierten Füchse Berlin. Unser Schnellcheck zum Spiel:

War denn Berlin für die MT eine Reise wert?

Auf jeden Fall. Am Vormittag waren die Nordhessen zu einem lockeren Lauf entlang der Spree aufgebrochen. „Das sogenannte Anschwitzen“, wie Manager Axel Geerken erklärte. Stunden später stürmten die MT-Akteure dann den Fuchsbau – ein historisches Ereignis, denn sie hatten zuvor noch nie in Berlin gewonnen. Nur ein Unentschieden stand bis dahin zu Buche. Durch den Sieg haben die Melsunger den Abstand zu den Bundeshauptstädtern auf fünf Punkte vergrößert und den vierten Rang gefestigt.

Gab es ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk für Melsungens Trainer Michae Roth?

Der Coach hatte am Vorabend seines 54. Geburtstages selbst einiges dafür getan, dass es eine feucht-fröhliche Heimfahrt für die MT werden konnte. Denn seine Taktik ging vor 9000 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle voll auf. Speziell im Angriff hatte sich der Handball-Lehrer einiges einfallen lassen, und das System mit zwei Kreisläufern behagte dem Gegner überhaupt nicht.

Wie war das Spiel ansonsten?

Von Beginn an hinterließ Melsungen einen hervorragenden Eindruck: Vor einem starken Schlussmann Johan Sjöstrand leistete die Deckung ganze Arbeit. Das einzige, was die Gäste sich vorwerfen lassen mussten, war der fehlende Killerinstinkt. Sie hätten die Begegnung viel eher entscheiden müssen. Früh lagen sie nach einem Doppelschlag von Felix Danner und Philipp Müller 4:1 vorn (8.). Aber dann hieß es plötzlich 5:7 aus MT-Sicht (18.).

Wenn ein Angreifer der Hausherren den Melsungern großes Kopfzerbrechen bereitete, dann war es Petar Nenadic. Er setzte die Akzente bei den Berlinern.

Aber auch die Gäste haben einen wurfgewaltigen Serben im Kader: Dieser hört auf den Namen Momir Rnic und war in der zweiten Hälfte teilweise nicht zu stoppen. Da Regisseur Patrik Fahlgren klug Regie führte, hatte die MT alles unter Kontrolle: 43. Minute, 18:14. Doch wieder machte der Tabellenvierte den Sack nicht zu. So stellten Nenadic (2) und Mattias Zachrisson auf 22:22. Kurz darauf markierte Kent-Robin Tönnesen gar das 23:22 – Melsungen in Not. Aber Rnic und Marino Maric nach tollem Pass von Johannes Sellin ließen die Gäste jubeln.

Wer war der Mann dieses Spiels?

Da braucht man nicht lange zu überlegen: Torwart Johan Sjöstrand war ein fantastischer Rückhalt für seine Mannschaft. 20 Paraden konnte der Schwede vorweisen. Sekunden vor Schluss war er auch im bedrohten Eck, als Berlins Nenadic abzog und den Ausgleich in der Hand hatte.

Welche Situation erhitzte die Gemüter?

Keine Frage: Die Rote Karte gegen Melsungens Timm Schneider. Er hatte in der 24. Minute den Berliner Rückraumstrategen Petar Nenadic unsanft gestoppt. „Es war ein leichter Schlag. Zwei Minuten hätten es auch getan“, erklärte Schneider in der Pause gegenüber Sport 1. Die Fernsehbilder haben gezeigt, dass er ihn weniger im Gesicht als vielmehr an der Brust erwischt hat.

Wieviel EM steckte noch in diesem Vergleich?

!Kein Bundesliga-Spiel ohne Ehrungen – vor dem Anwurf erhielten der Melsunger Sellin und Berlins Fabian Wiede für den Gewinn der Europameisterschaft in Polen jeweils ein kleines Geschenk. Richtig freuen konnte sich später nur noch einer von beiden: Außen Sellin

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