23:31 - MT Melsungen scheitert im EHF Cup an Saint-Raphaël Var

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Johan Sjöstrand

Kassel. Das Wunder blieb aus, nicht einmal die Freude eines Sieges blieb den Melsunger Handballern. Im Gegenteil: Am Ende setzte es eine deftige 23:31 (15:15)-Pleite gegen St. Raphael Var aus Frankreich und nach dem 26:30 im Hinspiel somit das verdiente Aus im Viertelfinale des EHF-Pokals. Fragen und Antworten.

-- Aktualisiert am Sonntag, 19.10 Uhr --

War denn nicht mehr drin für die Melsunger?

Nein, eindeutig nicht. Mal abgesehen von einer weniger deftigen Packung. Denn das Sieben-Nationen-Team aus Frankreich war in allen Belangen und vom ersten bis zum letzten Mann besser. Im Rückraum, wo Adrien Dipanda und Alex Simicu nach Belieben trafen und Daniel Sarmiento erstklassig Regie führte. In der Abwehr, die in der zweiten Halbzeit nur noch acht MT-Tore zuließ. Im Tor, wo erst Mihai Popescu das Fernduell mit Johan Sjöstrand gewann und dann Slavisa Djukanovic zu Beginn der zweiten Halbzeit fünf der sechs ersten Melsunger Würfe entschärfte und so für die Vorentscheidung sorgte.

Gab es wirklich keinerlei Hoffnung auf das Wunder?

Nein. Denn die MT führte zwar 4:3 nach acht Minuten, sie lief danach aber immer einem Rückstand hinterher. Taktisch disziplinert, körperlich sehr präsent und fitter (auch weil ausgeruhter) als die MT, gab St. Raphael den Takt vor. „Wir wollten die Melsunger müde machen und viel laufen lassen, das ist uns perfekt gelungen“, bilanzierte der zehnfache Torschütze Raphael Caucheteux. Der Linksaußen hatte nach einigem Videostudium viel Respekt vor dem stimmungsvollen Hexenkessel in Kassel – „aber wir haben dafür gesorgt, dass der Funke zwischen der Heimmannschaft und ihren Fans nicht so richtig zündete“.

Wie schwer wog die Hypothek des Vier-Tore-Rückstands aus dem Hinspiel?

Zu schwer. Die Hoffnung ihres Kapitäns, dass an diesem Tag einige Akteure förmlich explodieren würden, sie erfüllte sich nicht. „Außer Michael Müller selbst hat doch bei uns keiner Leistung gezeigt“, gestand Dener Jaanima ein. Fünf Treffer erzielte „MM“ in den ersten 23 Minuten bis zum 12:12, ging mit Wille und Durchsetzungsvermögen vorbildlich vorweg.

Aber sonst? 

Durchschnitt, mehr nicht. Bei Müllers Kameraden blieb die Zündschnur kalt, vergeblich warteten die Fans auf eine Initialzündung, die Hoffnung auf das Wunder schüren könnte. Wie bei Momir Rnic: Als er endlich erstmals den Ball ins Netz wuchtete (8:8/17.), hatte er schon drei Fahrkarten geschossen.

In vielen Spielen zuvor hat die MT mit Kampf und Emotionen die Kohlen noch aus dem Feuer gerissen. Warum diesmal nicht?

„Weil wir es im Laufe des Spiels nie geschafft haben, wieder in Führung zu gehen und so Emotionen zu wecken“, räumte Trainer Michael Roth ein. „Und weil zu viele Spieler nicht in der Verfassung waren, diesem Gegner Paroli zu bieten.“ Nicht körperlich, aber auch nicht mental. Ein Beispiel: Ein Einwurf Arjan Haenens nach 57 Minuten landete direkt in den Händen von Gästespieler Karalek.

Wie gehen die Melsunger mit dem Ausscheiden um, sind sie selbstkritisch?

Ja, absolut. „St. Raphael war auf den Punkt da“, sagt Trainer Roth. „Gegen diesen starken Gegner hätten wir insgesamt zum Weiterkommen mindestens ein perfektes Spiel benötigt“, erklärt Timm Schneider. „Uns hat gegen einen sehr cleveren Gegner der Hallo-Wach-Effekt gefehlt“, meint Torwart René Villadsen. Und Manager Axel Geerken brachte es auf den Punkt: „Wir haben uns viel zu wenig gewehrt und hätten das Weiterkommen nicht verdient.“

Tore MT: M. Müller 5, Fahlgren 4, Sellin 4/1, Danner 3, Rnic 2/1, Maric 1, P. Müller 1, Schneider 2, Allendorf 1.

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