Handballer drehen mit 28:25-Sieg Spieß um

MT Melsungen überwindet Trauma Coburg - Mittwoch Heimspiel gegen Berlin

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Kompakt in der Deckung: Die Melsunger (von links) Michael Müller, Felix Danner und Philipp Müller lassen hier den starken Coburger Romas Kirveliavicius nicht zum Wurf kommen. 

Coburg. Kapitän Michael Müller reckt beide Daumen nach oben. Linksaußen Michael Allendorf und Kreisläufer Felix Danner applaudieren den 40 mitgereisten MT-Fans. Und als die Gäste-Anhänger das Tempo beim Klatschen erhöhen, machen Spieler und Zuschauer geschlossen die Welle.

Wer noch die Bilder nach dem Bundesliga-Hinspiel vergangenen September gegen den HSC 2000 Coburg vor Augen hat, der wusste, wie erleichtert die Melsunger Handballer nun nach dem Auftritt in Oberfranken und dem 28:25 (17:13)-Sieg waren. „Du willst ja nie verlieren, aber vor allem willst du in einer Saison gegen keine Mannschaft zweimal verlieren“, sagte Danner nach der Partie vor 2603 Besuchern in der Huk-Coburg-Arena. Anfang September hatten er und seine Mitstreiter vollkommen unerwartet 20:25 gegen den Aufsteiger verloren – ein Trauma. „Es war gut, Revanche genommen zu haben“, ergänzte Trainer Michael Roth, „ein guter Beginn für das harte Programm in den nächsten siebeneinhalb Wochen.“

Durch den Erfolg im neuntletzten Punktspiel dieser Serie verbesserte sich die MT auf den achten Rang. Wenn es noch weiter nach oben gehen soll, muss das Team am Mittwoch ab 20.15 Uhr in der Kasseler Rothenbach-Halle gegen die Füchse Berlin nachlegen. Dann sollten die Melsunger allerdings die Zahl der technischen Fehler minimieren. Was vom Auftritt in Coburg in Erinnerung bleibt:

Melsungens Konterspiel

„Wir konnten uns auf unsere Gegenstöße verlassen“, bilanzierte Manager Axel Geerken. Dabei dürfte er vor allem an die Phase gedacht haben, als sich die Nordhessen erstmals etwas absetzten. Nach dem 9:9-Ausgleich des überaus präsenten Philipp Müller (15.) erhöhte der Favorit die Schlagzahl im Stile eines Ruderers, der früh eine Bootslänge Vorsprung herausfahren möchte.

Erst verwertete Torjäger Johannes Sellin ein Zuspiel Philipp Müllers (17.), dann leitete der Schütze zwei Treffer von Allendorf vor. Das 13:9 markierte Michi Müller aus der zweiten Welle heraus (19.). Die erste Reaktion der MT-Fans auf der Tribüne: „Jetzt geht’s los, jetzt geht’s los.“ Zumal die Innenverteidiger Danner und Philipp Müller den einen oder anderen Ball aus dem Rückraum der Hausherren gekonnt blockten.

Coburgs Wurfmaschine

Bis auf 16:11 zog der Europacup-Viertelfinalist davon (25.). Dass die Melsunger nicht schon vor dem Wechsel eine Vorentscheidung herbeiführten, hatte einen Grund: Romas Kirveliavicius. Der Litauer mit österreichischem Pass traf so gut, dass er wohl auch auf dem Jahrmarkt aus 20 Metern Entfernung die Pyramide mit den Dosen mit einem Wurf abgeräumt hätte.

„Dieser Mann hatte heute seinen großen Tag in dieser Saison“, befand MT-Rechtsaußen Sellin, der allerdings genauso wie der HSC-Rückraumschütze elf Treffer verbuchte (siehe auch Artikel unten).

Spannung in Hälfte zwei

In der ersten Hälfte leistete sich die MT fünf technische Fehler, nach der Pause waren es aber deren acht. „Das sind zu viele“, erklärte Philipp Müller. So konnte der kämpferisch voll überzeugende Außenseiter durch Sebastian Weber auf 20:21 verkürzen (44.). Davon ließ sich Melsungen aber nicht beirren. „Man hat gesehen, dass wir wieder mehr Selbstvertrauen haben. Wir spielen unsere Chancen besser heraus“, lobte Philipp Müller die Seinen. In der 39. Minute behielt beispielsweise Spielmacher Patrik Fahlgren die Übersicht und bediente Danner, der am Kreis freistehend erfolgreich war. „Wir waren zwar teilweise zu fahrig“, räumte Roth ein, „haben uns aber trotzdem durchgebissen.“ Der Lohn kam von den Rängen.

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Der Torjäger spielt Luftgitarre: MT-Außen Sellin wirbelte Coburg durcheinander

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