Handball-Bundesligist seit sechs Spielen ungeschlagen

MT Melsungen will gegen Erlangen tolle Serie fortsetzen

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Kommt nach seiner Verletzung immer besser in Form: Rechtsaußen Johannes Sellin möchte gegen Erlangen wieder zuschlagen und Jagd auf die Torjäger-Kanone machen.

Kassel. Lieber spät als nie. So könnte das aktuelle Motto der MT Melsungen lauten. Denn auf der Zielgeraden der Saison nehmen die Nordhessen mächtig Fahrt auf.

Seit sechs Spielen hat die Mannschaft nicht mehr verloren in der Handball-Bundesliga. „Wir wollen unsere tolle Serie fortsetzen“, sagt MT-Trainer Michael Roth vor dem Heimspiel gegen HC Erlangen am Sonntag – Anwurf ist um 17.15 Uhr. Wir berichten live im Radio.

Aber nicht nur wegen des Laufs von zuletzt 11:1 Punkten lohnt sich ein Besuch in der Rothenbach-Halle. Aspekte zum Spiel gegen Erlangen:

1. Der sechste Platz: Die tolle Serie führte dazu, dass die MT nun Tuchfühlung zum sechsten Tabellenplatz aufgenommen hat (siehe auch Hintergrund). Und der könnte unter Umständen zur erneuten Teilnahme am EHF-Cup berechtigen, erklärt MT-Manager Axel Geerken. Davon hängt aber ab, ob eine dritte deutsche Mannschaft zusätzlich einen Startplatz in der Champions League bekommt und ob ein Bundesligist aus dem Final Four im EHF-Cup als Sieger hervorgeht.

Michael Roth hält den Ball flach: „Natürlich haben wir den Ehrgeiz, jetzt noch so viele Spiele wie möglich zu gewinnen. Der sechste Platz ist aber überhaupt nicht unser erklärtes Ziel“, sagt der MT-Trainer. Beim Sieg in Göppingen am Mittwoch habe die Mannschaft einen Charaktertest bestanden. Das soll auch gegen Erlangen gelingen.

2. Die Wiedergutmachung: Mit dem Begriff Revanche kann Roth nicht viel anfangen. Gleichwohl möchte der Coach nicht zweimal in einer Saison gegen denselben Gegner verlieren. Generell habe seine Mannschaft die Chance, mit einem überzeugenden Liga-Endspurt das eher durchwachsene Bild der Saison zu revidieren – so kann die MT bei den Fans Wiedergutmachung betreiben. MT-Rechtsaußen Johannes Sellin drückt es so aus: „Durch die Niederlage in Erlangen zu Saisonbeginn nahm die Krise ihren Lauf. Jetzt haben wir uns freigespielt. Und mit einem Sieg am Sonntag wollen wir unsere gute Form bestätigen.“

3. Die Torejagd: Apropos Sellin: Der 26-Jährige steht aus drei Gründen im Blickpunkt. Erstens: Nach seiner Verletzung kommt der Linkshänder wieder in Schwung. „Ich bin noch nicht bei 100 Prozent. Aber in Göppingen lief es schon ganz gut“, sagt Sellin. Zweitens trifft er auf seinen zukünftigen Arbeitgeber. Vor ein paar Monaten wäre diese Tatsache weniger erwähnenswert gewesen, sagt er. Nun sei es schon ein besonderer Aspekt. „Aber ich trage das MT-Trikot, das zählt.“ Und drittens hat Sellin die Jagd um die Torjägerkanone noch nicht aufgegeben. Mit 169 Treffern liegt er lediglich fünf Tore hinter Magdeburgs Robert Weber. Während der Saison habe ihn das nicht interessiert – „jetzt schiele ich schon ein bisschen darauf´“.

4. Die Spannung: Nicht nur das Saisonfinale mit dem Rennen um Platz sechs verspricht Spannung. Für die Begegnung am Sonntag erwartet Roth ein Spiel auf Augenhöhe. Bis auf die verletzten Nenad Vuckovic und Gabor Langhans kann der MT-Trainer auf den kompletten Kader zurückgreifen. Den Gegner beschreibt er als eine erfahrene Mannschaft, die körperlich sehr präsent ist. Sellin ergänzt: „Die Erlanger haben eine kompakte Abwehr. Und sie spielen stabil ihren Stiefel runter.“ Unterschätzen werden die MT-Profis den Gegner sicher nicht. Schließlich soll die tolle Serie nicht reißen.

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