Nebojsa Simic: „Ich will mich selbst anspornen und die Fans mitreißen.“

MT Melsungens neuer Torwart: Er fängt Bälle - und große Fische

Zimmerkollegen bei der MT: Melsungens Neuzugang Nebojsa Simic (rechts) und Timm Schneider. Foto:  Fischer

Melsungen. Bei der Vorstellung eines MT-Neuzugangs liegt der Fokus zuerst auf den sportlichen Qualitäten - normalerweise. Bei Handball-Torwart Nebojsa Simic macht es durchaus Sinn, mit einem seiner Hobbys zu beginnen.

Denn die Neuerwerbung des Handball-Bundesligisten Melsungen geht in seiner montenegrinischen Heimat dem Speerfischen nach. „Ein wichtiger Sport in meinem Land“, sagt Simic. Bei Instagram gibt es von ihm ein Foto, als er einen Oktopus erwischt hat.

Wer den Hünen schon mal zwischen den Pfosten in Aktion erlebt hat, der weiß, warum Simic auch im Umgang mit dem Speer eine gute Fangquote hat: Er verhaart lange in einer Position, um dann blitzschnell zuzuschlagen. In der schwedischen Liga war er der Schlussmann mit der höchsten Effektivität und führte IFK Kristianstad damit in der vergangenen Saison zur Meisterschaft. „Ich warte immer ab, was der gegnerische Angreifer macht“, erklärt der 24-Jährige. Er nennt das selbst „den großen Bluff“.

Sein Vorbild ist die lebende Handball-Legende Arpad Sterbik. Zwar hat er genauso wie der langjährige spanische Nationaltorwart auch einen massigen Körper, sein Bewegungsradius ist aber ungleich höher. Dass MT-Assistenzcoach Mile Malesevic seinen neuen Schützling gern mit der deutschen Nummer eins Silvio Heinevetter vergleicht, hat weniger mit der Spielweise als vielmehr mit dem Spektakel zu tun, was Simic nach Glanztaten veranstaltet.

„Ich will mich selbst anspornen und die Zuschauer mitreißen“, betont der Montenegriner. Damit ist Simic ein ganz anderer Charakter als Johan Sjöstrand, mit dem er künftig das MT-Gespann im Tor bilden wird. „Wir benötigen zwei gute Keeper, um den nächsten Schritt in der Entwicklung machen zu können“, erklärt Cheftrainer Michael Roth.

Der Schwede ist (noch) gesetzt, aber der Neuzugang, der bereits fleißig deutsch lernt, möchte die Bundesliga bereichern. „Seit ich vor fünf Jahren in die Welt auszog, ist es mein Ziel, in Deutschland zu spielen. Das ist der Himmel für einen Handballer“, sagt der 115 Kilogramm schwere Kraftpaket. Fachleute glauben, dass Simic ähnlich für Furore sorgen wird wie Wetzlars Benjamin Buric in der vorangegangenen Runde.

Zur Person:

Nebojsa Simic (24) stammt aus Bar in Montenegro. Von dort stammt auch Basketball-Profi Aleksandar Pavlovic, der lange in der nordamerikanischen Profiliga NBA glänzte. Beide sind gut miteinander bekannt. Nachdem Torwart Simic in seiner Heimat für Sedmerac, Bar und Lovcen gespielt hatte, wechselte er 2012 zu Lund in Schweden. Weitere Stationen: Malmö und Kristianstad. 33 Mal lief Simic im Nationaltrikot auf. Vor kurzem hat er sich mit Freundin Aleksandra verlobt. Nächstes Jahr wollen sie heiraten.

Hintergrund:

Nationalteams wollen Simic

Im Frühling kamen Gerüchte auf, Nebojsa Simic wolle die katarische Staatsbürgerschaft annehmen und demnächst für den Wüstenstaat Handball spielen. Ein Wechsel ist in dieser Sportart möglich, wenn ein Handballer seit drei Jahren nicht mehr für sein Heimatland aufgelaufen ist. Dies ist bei Simic der Fall. Eine Entscheidung hat er aber noch nicht getroffen. Zumal es weitere Handball-Verbände gibt, die am 24-Jährige interessiert sind. Der WM-Dritte Slowenien soll darunter sein.

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