Wann kommt die Tormaschinerie ins Rollen?

Melsungens Bundesliga-Handballer und die Schwächen im Angriff

Der MT-Spielmacher in Aktion: Domagoj Pavlovic (mit Ball, im Hintergrund Youngster Ole Pregler).
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Der MT-Spielmacher in Aktion: Domagoj Pavlovic (mit Ball, im Hintergrund Youngster Ole Pregler).

Das Hessenderby steht an. Am Sonntag ab 13.30 Uhr gastiert Handball-Bundesligist MT Melsungen bei der HSG Wetzlar. Wir blicken zuvor auf die Probleme im MT-Angriff.

Kassel – Falls einige Handball-Fans die Befürchtung hatten, die Angreifer würden nach siebenmonatiger Bundesliga-Zwangspause nicht mehr so gut abschließen, dann wurden die Anhänger an den ersten vier Spieltagen eines Besseren belehrt. Es gibt kaum ein Spiel, in dem weniger als 50 Tore fallen. Was auch insofern ein bisschen überrascht, als coronabedingt wenige und teilweise sogar gar keine Zuschauer zugelassen werden.

Es lässt sich auch nicht feststellen, dass die Teams ihr Offensivspiel verändert hätten, weil in dieser Saison nicht die Tordifferenz, sondern der direkte Vergleich über die Platzierung entscheidet. „Das haben wir erst gar nicht thematisiert. Du versuchst einfach nur, deine Spiele zu gewinnen“, sagt Gudmundur Gudmundsson, der Trainer der MT Melsungen.

Allerdings gehört die MT zu den Teams, denen bislang vergleichsweise wenig Treffer gelangen: 97. Das heißt, dass die Melsunger im Schnitt pro Partie weniger als 25 Mal treffen. Damit sind sie aktuell auf einem Niveau mit GWD Minden. Wann also kommt die Tormaschinerie ins Rollen?

„Unsere Abwehr steht inklusive der Torhüter gut. Unsere Baustellen liegen eindeutig im Angriff“, räumt Gudmundsson ein. Zwar war die Zahl der technischen Fehler zuletzt beim mageren 24:24 zu Hause gegen Minden einigermaßen überschaubar, bei den Abschlüssen haperte es aber gewaltig. Der Isländer bemängelt die „schlechte Wurfquote“ bei seiner Mannschaft.

Eine eklatante Schwäche der Nordhessen: die überhasteten Abschlüsse. Sowohl Julius Kühn als auch Kai Häfner fehlte es bisweilen auf den Halbpositionen an der nötigen Geduld. „Wir müssen unsere Angriffe länger ausspielen. Wir kommen nicht einmal in die Nähe eines Zeitspiels“, kritisiert Gudmundsson. Dabei stellt der 59-Jährige klar: „Wir arbeiten intensiv daran und gehen sehr selbstkritisch mit unserer Spielweise um.“

Am Sonntag ab 13.30 Uhr (live bei hessenschau.de) bestreiten die Melsunger das fünfte Saisonspiel – das Hessenderby bei der HSG Wetzlar steht auf dem Programm. „Wir tun uns schwer im Sechs-gegen-Sechs. Es braucht im Angriff ein gutes Timing, und dafür benötigen wir noch ein bisschen Zeit“, sagt Spielmacher Domagoj Pavlovic. Seine Hoffnung: mehr Durchschlagskraft aus der ersten und zweiten Welle. „Wir müssten in jedem Spiel immer mindestens fünf bis zehn Tore aus dem schnellen Gegenstoß erzielen“, betont der Kroate.

Dass die Melsunger die Qualität haben, wird nur sporadisch deutlich. Gegen Minden traf Arnar Freyr Arnarsson in der ersten Hälfte einmal nach dem System der schnellen Mitte. Und Yves Kunkel nutzte kurz darauf einen weiten Pass von Torwart Nebojsa Simic. Wenn die MT mehr Konstanz in ihrem Spiel hätte, gehörte sie nicht zu den Klubs mit bislang wenig Treffern. (Björn Mahr)

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