Ein Sieg für Kopf und Seele

Melsunger Bundesliga-Handballer machen Fortschritte – dickes Lob für Felix Danner

Kai Häfner (links, linkes Bild) und Felix Danner freuen sich über den Erfolg der MT Melsungen gegen Leipzig.
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Wichtige Stützen beim Melsunger Sieg: Kai Häfner (links, linkes Bild) und Felix Danner freuen sich über den Erfolg.

Beim Heimsieg der MT Melsungen in der Handball-Bundesliga gegen den SC DHfK Leipzig fiel nicht nur Felix Danner positiv auf.

Kassel – In den ersten zwölf Saisonspielen war Felix Danner beim Handball-Bundesligisten MT Melsungen entweder gar nicht oder allenfalls ganz kurz eingesetzt worden. Es war also nicht unbedingt damit zu rechnen, dass ihm beim Heimspiel gegen den SC DHfK Leipzig eine wichtige Rolle zukommen würde.

„Ich durfte zwar im Abschlusstraining im Angriff spielen, aber da ging es gegen eine 5:1-Deckung“, berichtete Danner. Dennoch teilte MT-Coach Gudmundur Gudmundsson dem 35-Jährigen noch vor der Pause mit, dass er sich bereitmachen kann, Arnar Arnarsson vorn zu entlasten. Im zweiten Durchgang war es soweit – und Danner hatte letztlich großen Anteil am 31:28 (12:14) seiner Mannschaft.

„Wenn du wenig Spielpraxis hast, dann musst du dir über das Training Sicherheit holen. Ich bin froh, dass ich dem Team heute helfen konnte“, erklärte der Kreisläufer, der in der Offensive den Vorzug vor Marino Maric bekam. Insgesamt vier Tore gelangen dem dienstältesten Melsunger Profi – darunter zwei spektakuläre Abpraller.

Für Danner persönlich war es „ein Sieg für die Seele“. Für die Kollegen wie Domagoj Pavlovic war der Erfolg „ein Sieg für den Kopf“. Die ärgerliche 28:30-Niederlage kurz zuvor gegen Stuttgart hatte mächtig geschmerzt. „Die letzten Tage waren nicht einfach. Egal, wie – der Sieg tut gut“, erklärte der starke Kai Häfner. „Es war aber auch wichtig, dass erst nach 60 Minuten abgerechnet wurde.“

Im ersten Durchgang nämlich hatte die MT zwar auch gute Phasen – auffällig waren aber vor allem auch wieder acht technische Fehler, die Leipzigs überragender Spielmacher Philipp Weber und seine Kollegen regelmäßig bestraften. „Wenn wir zur Pause mit vier, fünf Toren führen, kann sich Melsungen nicht beschweren“, erklärte der zehnfache Torschütze Weber. Doch als der Mittelmann der Sachsen unmittelbar vor dem Wechsel eine Zeitstrafe absaß, begann die MT, die Wende einzuleiten.

Starker Rückhalt: Melsungens Nebojsa Simic macht sich gegen Leipzigs Lucas Krzikalla groß.

Bereits zu Beginn des zweiten Abschnitts war der Vier-Tore-Rückstand aufgeholt. „Wir haben in der zweiten Hälfte unsere Qualität im Angriff voll ausgespielt“, freute sich Torjäger Julius Kühn, „und dann haben wir in der Abwehr auch unseren Torhütern mehr helfen können.“ Schlussmann Nebojsa Simic trumpfte hinter der beweglichen 6:0-Deckung auf. Für Danner war „die Initialzündung“ eine Unterzahlsituation. Nach 50 Minuten kassierte Domagoj Pavlovic seine zweite Zeitstrafe. Doch trotz des Nachteils blieb die MT bei knapper Führung auf Kurs.

„Wir wussten, dass es ein enges Spiel wird. Wir haben uns in der Pause gesagt, dass wir noch mehr Druck auf den Gegner machen müssen“, betonte Regisseur Pavlovic. „Wir haben dann auch mit mehr Geduld auf unsere Möglichkeiten gewartet.“ Pavlovic wurde genauso wie Maric für die Olympia-Qualifikation der Kroaten Mitte März im französischen Montpellier nominiert. „Das gibt natürlich auch Rückenwind“, sagt der Mittelmann.

Insgesamt 19 Tore gelangen den Melsungern nach Wiederanpfiff – ein Top-Wert. Passend dazu zählte Gudmundsson in Halbzeit zwei auch nur drei technische Fehler. „Ich merke schon Fortschritte bei meiner Mannschaft. Wir kommen so langsam in einen Rhythmus“, fasste der Isländer seine Eindrücke zusammen. Er freute sich über die Atmosphäre im Team und lobte den Kampf und den Willen. Dabei sprach er auch Danner ein dickes Kompliment aus: „Er hat sehr gut gespielt.“ (Björn Mahr und Gerald Schaumburg)

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