Handball-Bundesliga: MT demonstriert Stärke und gewinnt ungefährdet 32:21

Melsunger feiern Glanzauftritt beim Aufsteiger in Leipzig

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So sieht pure Freude aus: Die MT-Handballer tanzen Pogo nach dem Sieg in Leipzig.

Leipzig. Nach der Schlusssirene war wieder Party angesagt. In der Arena Leipzig tanzten die Bundesliga-Handballer der MT Melsungen ausgelassen.

Und Trainer Michael Roth lobte fast alles und jeden.

Dem umjubelten 23:20 zum Liga-Auftakt gegen Berlin haben die Nordhessen einen Glanzauftritt beim SC DHfK Leipzig folgen lassen. Vor 2765 Zuschauern war der Aufsteiger beim Melsunger 32:21 (16:7) chancenlos. Drei Punkte, die diesen Auswärtssieg prägten:

1. Ein nahezu perfekter Start: Traditionell bleiben die Leipziger Fans nach Spielbeginn so lange stehen, bis das erste Tor ihrer Mannschaft fällt. Dass sie am Samstag erst nach 4:37 Minuten Platz nehmen durften, sagt viel über den Start der MT aus. 6:1 führten die Nordhessen nach zehn Minuten – ein nahezu perfekter Start. Nach einer Viertelstunde erhöhte die Mannschaft von Michael Roth sogar auf 11:2.

Leipzigs Aufsichtsrat Stefan Kretzschmar und Bundestrainer Dagur Sigurdsson sahen, wie der Gast zeitweise zauberte. So traf Nenad Vuckovic zum 12:3 mit dem Rücken zum Tor stehend (18.). „Die Partie war zur Halbzeit entschieden“, sagte Melsungens Coach, „wir haben gewusst, dass wir die bessere Mannschaft sind, mussten das aber aufs Feld bringen. Das ist uns gut gelungen.“

2. Eine bärenstarke Defensive: „Unsere 5:1-Abwehr hat sensationell funktioniert“, sagte Melsungens Linksaußen Michael Allendorf: „Die zweite Halbzeit brauchten wir dann nur noch konzentriert zu Ende spielen.“ Immerhin war der Aufsteiger eine Woche zuvor mit einem 31:27-Coup gegen Hamburg in die Saison gestartet. Nach den 60 Minuten an diesem Samstag musste Leipzigs Rückraumspieler Philipp Pöter aber eingestehen, „dass wir chancenlos waren“.

Melsungen demonstrierte Stärke. Sie seien gewarnt gewesen und hätten den Gegner ernst genommen, erklärte Roth. „Wir haben so gut verteidigt, dass Leipzig richtig Probleme mit seinen Abläufen bekommen hat“, sagte der MT-Trainer. Die Melsunger Abwehr habe seiner Mannschaft den Zahn gezogen, sagte Roths Gegenüber Christian Prokop.

3. Ein überragender Torwart: Der Liga-Neuling verlor die zweiten 30 Minuten zwar nur noch 14:16, kam aber nie näher als sieben Punkte an die Melsunger heran – auch nicht in einer hektischen Schlussphase. Wie schon gegen Berlin erwies sich Johan Sjöstrand als überragender Rückhalt der Nordhessen. „Sjöstrand hält bei flach und halbhoch geworfenen Bällen mega-stark“, analysierte Leipzigs Trainer: „Leider haben wir meistens genau dahin geworfen.“ Und nur die Halbzeitsirene verhinderte, dass sich der Schwede erneut in die Torschützenliste eintrug. Die Sachsen hatten in der Schlussphase der ersten Hälfte mehrfach Schlussmann Milo Putera vom Feld genommen. Sjöstrand traf zwar in den leeren Kasten, doch der Ball überquerte die Torlinie um Sekundenbruchteile zu spät.

Und so verteilte Melsungens Trainer zum Schluss zufrieden jede Menge Lob. Neben Philipp Müller habe ihn am meisten dessen Zwillingsbruder Michael überzeugt. „Er war ein souveräner Kapitän, der wichtige Akzente gesetzt hat.“ Zudem habe Allendorf als Spitze der 5:1-Deckung ein starkes Spiel gemacht. Zwei Spiele, zwei Siege – so etwas wird für gewöhnlich als Auftakt nach Maß bezeichnet.

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