MT-Trainer Gudmundsson mit Isländern unterwegs

Einmal quer über Europa verteilt: Melsunger Handball-Nationalspieler in der EM-Quali gefordert

Die Melsunger Nationalspieler (von links) Tobias Reichmann, Finn Lemke, Julius Kühn, Timo Kastening, Kai Häfner und Silvio Heinevetter.
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Gut gelaunt nach dem Training am Dienstag: die Melsunger Nationalspieler (von links) Tobias Reichmann, Finn Lemke, Julius Kühn, Timo Kastening, Kai Häfner und Silvio Heinevetter.

Die Handball-Bundesliga pausiert - aber die Hälfte des Melsunger Teams ist mit ihren jeweligen Nationalmannschaften unterwegs.

Kassel – Die eine Hälfte trainiert seit gestern unter Anleitung von Assistenzcoach Arjan Haenen und Athletiktrainer Florian Sölter in Melsungen. Die andere Hälfte ist mit den Handball-Nationalmannschaften unterwegs – praktisch einmal quer über Europa verteilt. Gemeint sind die MT-Bundesligaprofis, die während der einwöchigen Länderspielpause ganz unterschiedliche Aufgaben zu bewältigen haben.

Allein sechs Melsunger Akteure verstärken die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) bei den letzten, jedoch nahezu bedeutungslosen Auftritten in der EM-Qualifikation: Julius Kühn, Kai Häfner, Silvio Heinevetter, Timo Kastening, Tobias Reichmann und Finn Lemke. Am Donnerstag ist die Mannschaft ab 16.10 Uhr (ARD) in Bosnien-Herzegowina zu Gast, am Sonntag ab 18 Uhr (Sport 1) wartet in Stuttgart die Aufgabe gegen Estland. Der Europameister von 2016 ist bereits für das Turnier im Januar 2022 in der Slowakei und Ungarn qualifiziert.

„Alle deutschen Spieler haben einen frischen Eindruck gemacht“, sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer nach den ersten Trainingseindrücken in Frankfurt. Morgen fliegt der deutsche Tross am selben Tag hin und wieder zurück. „Wir werden die Spiele so angehen, als wären wir noch nicht qualifiziert“, verspricht Rechtsaußen Reichmann. „Wir müssen die Partien nutzen, um die Taktiken zu verinnerlichen und uns weiter im Hinblick auf Olympia einzuspielen.“

Ob alle Melsunger morgen in der Halle in Bugojno eingesetzt werden, bleibt abzuwarten. Bundestrainer Alfred Gislason hat 21 Akteure im Kader. Der Kieler Patrick Wiencek freut sich bereits auf die Zusammenarbeit mit 2,10-m-Hüne Lemke im Innenblock: „Finn und ich haben schon länger nicht mehr zusammengespielt. Es ist mit ihm immer etwas Besonderes, er hat ja eine Spannweite von drei Metern.“ Der Melsunger Kapitän kam zuletzt bei den Hinspielen im November zum Einsatz. Auch Lemke kann nur Gutes über Wiencek sagen: „Er hat riesengroße Erfahrung. Auf ihn ist Verlass. Und dadurch kann ich mich selbst voll auf meine Aufgabe fokussieren.“

MT-Profi: Arnar Freyr Arnarsson.

Für Trainer Gudmundur Gudmundsson und Melsungens Kreisläufer Arnar Freyr Arnarsson ging bereits gestern ein Mammut-Programm los. „Drei Spiele in sechs Tagen in drei verschiedenen Ländern, das ist eine enorme Belastung“, sagte der 60-Jährige in seiner Funktion als Auswahlcoach der Isländer. Zum Start traten die Inseleuropäer am Dienstag in Tel Aviv gegen Gastgeber Israel an und setzten sich klar mit 30:20 durch.. Am Donnerstag müssen die Isländer erneut ran - dann in Vilnius gegen Litauen. Zum Abschluss empfangen sie am Sonntag ab 18 Uhr in Hafnarfjördur Gruppengegner Israel. Dann dürfte sich spätestens entscheiden, ob die Isländer einen Startplatz bei der EM haben werden.

Montenegros Torwart: Nebojsa Simic.

Chancen auf eine Teilnahme an der Europameisterschaft rechnen sich auch MT-Torwart Nebojsa Simic und die Montenegriner aus. Genauso wie Island hat auch Montenegro noch drei Begegnungen auszutragen: heute im Kosovo und dann Freitag und Sonntag jeweils in eigener Halle in Podgorica gegen Schweden und Rumänien.

Auch Kroatien ist in dieser Woche dreimal im Einsatz - im EHF Euro Cup, an dem die vier Nationen teilnehmen, die als EM-Teilnehmer gesetzt waren. Allerdings wurde von der MT lediglich Spielmacher Domagoj Pavlovic eingeladen. Marino Maric wird wie andere etablierte Kräfte geschont. Pavlovic: „Ich freue mich auf die Nationalmannschaft. Die Absprache ist, dass ich nur das erste und das dritte Spiel machen werde.“ So soll er heute in Varazdin gegen die Slowakei und am Samstag in Veszprem gegen Ungarn auflaufen. (Björn Mahr)

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