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Melsunger Handball-Nationalspieler Julius Kühn nach WM-Quali im Interview: Wir bekommen zu viele Gegentore

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Von: Björn Mahr

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Lücke gefunden: Melsungens Julius Kühn (links) setzt sich gegen Peter Krogh durch.
Lücke gefunden: Melsungens Julius Kühn (links) setzt sich gegen Peter Krogh durch. © Sascha Klahn

Nach erfolgreicher WM-Qualifikation gegen die Färöer: Der Nationalspieler Julius Kühn von der MT Melsungen im Interview.

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft ist ihrer Favoritenrolle in den Play-off-Spielen der WM-Qualifikation gerecht geworden. Nach dem 34:26-Erfolg in Kiel entschied das Team von Bundestrainer Alfred Gislason auch das Rückspiel gegen die Färöer zu ihren Gunsten. In Torshavn gewann das Team 33:27. Damit nimmt die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) im Januar 2023 an der Weltmeisterschaft in Schweden und Polen teil.

Wir haben nach der Reise zu den Färöer mit dem erfahrenen Julius Kühn von der MT Melsungen gesprochen.

Wie fällt Ihre Bilanz nach den Spielen gegen die Färöer aus?

Erst einmal ging es darum, uns zu qualifizieren. Das haben wir geschafft. Vielleicht sieht es von den Ergebnissen her so aus, als dürften wir nicht ganz zufrieden sein. Allerdings muss man sagen, dass die Färöer eine wirklich gute Mannschaft haben. Sie haben sich nicht ohne Grund schon gegen Tschechien behauptet und auch gegen andere Nationen respektable Resultate erzielt. Ich finde nur, dass wir beim Hinspiel in Kiel deutlicher hätten gewinnen müssen.

Inwiefern hat Sie die harte Gangart der Färöer etwas überrascht?

Aus der Bundesliga sind wir es gewohnt, dass es schon mal härter zur Sache gehen kann. Deshalb hat mich das nicht sonderlich gestört. Und ganz ehrlich: Es war doch klar, dass der Außenseiter insbesondere über Leidenschaft und Kampf kommen wird.

Für Sie war es die erste Reise nach Torshavn. Inwieweit konnten Sie den Trip auch etwas genießen?

Ganz so einfach war das nicht. Für uns ging es nach der Ankunft mit dem Flugzeug direkt ins Hotel. Durch die Busfahrt haben wir zumindest das eine oder andere sehen können. Torshavn ist nun auch nicht so groß. Da ein bisschen Zeit für Kaffeetrinken in der Stadt blieb und wir nach dem Spiel noch einen kleinen Mannschaftsabend hatten, konnten wir einige Eindrücke sammeln.

Das klingt aber so, als hätten Sie nicht oft Ihre Handykamera im Einsatz gehabt.

Stimmt. Ich wollte ein paar Fotos machen. Dann habe ich aber gesehen, dass meine Kollegen schon auf den Social-Media-Kanälen einiges posten werden. Und ich kenne mich: Ich hätte mir meine Fotos danach ohnehin nur noch einmal angeschaut. Für meine Frau habe ich jedoch ein Foto gemacht und ihr auch direkt geschickt.

In diesem Kalenderjahr stehen keine Pflichtspiele mehr auf dem Programm. Richtig ernst wird es erst bei der WM im Januar. In welchen Bereichen muss sich das deutsche Team bis dahin steigern?

Wenn man die Tests im März gegen die Ungarn dazu nimmt, dann muss man ganz klar festhalten: Wir haben zu viele Gegentore bekommen. Bei allem Respekt vor den Färöer: In Verbund mit dem Torwart hätten wir eine kompaktere Abwehr hinstellen müssen. Unser Ziel muss es sein, noch aggressiver in den 1:1-Situationen zuwerke zu gehen. Im Angriff sieht es insgesamt ganz gut aus. (Björn Mahr)

Statistik: Färöer - Deutschland 27:33 (16:15). Deutschland: Klimpke, Wolff - Mertens 6, Witzke 5, Golla 4, Schiller 4/2, Köster 2, Kühn 2, M´Bengue 2, Reichmann 2, Zechel 2, Zerbe 2, K. Häfner 1, Knorr 1, Drux, Ernst.

Zur Person: Julius Kühn

Julius Kühn (29) spielt seit 2017 für den Handball-Bundesligisten MT Melsungen. Der gebürtige Duisburger wurde mit der deutschen Nationalmannschaft 2016 Europameister. Für die DHB-Auswahl warf er in 92 Länderspielen bislang 294 Tore. Kühn ist verheiratet. Er und seine Frau Mirlinda erwarten im Mai ihr erstes Kind.

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