1. Startseite
  2. Sport
  3. MT Melsungen

„Ich habe auch einige Ideen“ - Melsunger Handball-Nationalspieler Kai Häfner vor WM-Tests im Interview

Erstellt:

Von: Björn Mahr

Kommentare

Langjährige deutsche Nationalspieler unter sich: Kai Häfner (rechts) mit Torwart Andreas Wolff.
Langjährige deutsche Nationalspieler unter sich: Kai Häfner (rechts) mit Torwart Andreas Wolff. © Imago/Holsteinoffice

Handball-Nationalspieler Kai Häfner von der MT Melsungen spricht im Interview über die Vorbereitung auf die WM und die beiden Tests gegen Island.

Kassel – Der Start der Handball-WM in Polen und Schweden rückt näher. Bevor die deutsche Nationalmannschaft aber am 12. Januar Richtung Kattowitz aufbricht und am 13. Januar gegen Katar ins Turnier einsteigt, steht noch die Vorbereitung auf dem Programm. Während des Lehrgangs in Hannover absolviert die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) zwei Testspiele gegen Island in Bremen (Samstag, 16.15 Uhr, ZDF) und in Hannover (Sonntag, 15.30 Uhr, zdf.de). Vor den Partien haben wir mit dem langjährigen Nationalspieler Kai Häfner vom Bundesligisten MT Melsungen gesprochen.

Genießen Sie in diesen Tagen den Blick aus dem Fenster?

Also das Wetter zeigt sich in Hannovers Stadtteil Vinnhorst eher in Grautönen. Aber natürlich freue ich mich, dass wir hier sind. Ich mag diese Stadt.

Sie waren lange Spieler bei der TSV Hannover-Burgdorf.

Ja, ich hatte schöne fünf Jahre hier. Ich habe während meiner Zeit in Hannover auch geheiratet und viele Freunde kennengelernt.

Wissen Sie, wo Sie das letzte Testspiel vor der erfolgreichen EM 2016 in Polen absolviert haben?

In Hannover – und der Gegner hieß auch Island.

Es gab eine Niederlage. Wie sieht dieses Mal die Taktik für den letzten Härtetest gegen die Isländer vor der Abreise zur WM in Polen aus?

Wir wollen uns ein gutes Gefühl holen. Die Isländer sind der richtige Gegner. Für mich zählt das Team mit seiner aggressiven Abwehr zu den WM-Mitfavoriten. Gegen diese Mannschaft werden sich viele Nationen schwertun. Dass es ein gutes oder schlechtes Omen ist, soweit würde ich aber nicht gehen.

Woran muss das Team jetzt vor allem arbeiten?

Jeder weiß, was er zu tun hat. Jeder Spieler bringt seine Ideen mit ein, und da gilt es, alles auf einen Nenner zu bringen.

Sie gehören zu den erfahrenen Spielern. Welche Impulse können Sie der deutschen Auswahl geben?

Ich habe auch einige Ideen. Das Wechselspiel mit Christoph Steinert ist sicherlich eine Sache. Wenn wir im Angriff sind, spiele ich auf Halb und er auf Außen. Und in der Abwehr tauschen wir auf der rechten Seite die Position.

Wo liegen die Stärken der deutschen Mannschaft?

Jedes Mitglied dieses Teams hat seine Qualität und wird unserem Spiel den Stempel aufdrücken. Hervorzuheben sind unter anderem unsere starken Kreisläufer, unsere gefährlichen Außen und unsere Klasse in 1:1-Situationen.

Wie wichtig sind die Aufgaben gegen Island?

Sehr wichtig. Wenn du nur zwei Tests hast, dann musst du sie auch nutzen. Wir müssen uns schnell als Team finden.

Wie viel Vorfreude spüren Sie während der Vorbereitung im Team?

Die ist groß. Und wenn es nach mir geht, könnten wir schon mit den Wettkämpfen loslegen. Das liegt auch ein bisschen am letzten Turnier vor einem Jahr in der Slowakei. Durch die Coronafälle gab es ein abruptes Ende. Ich konnte mich von einigen Spielern nicht einmal verabschieden. Und einige Nachnominierte wie Rune Dahmke habe ich wegen der Isolation nicht ein einziges Mal gesehen.

Bis auf den in Polen tätigen Torwart Andreas Wolff waren Sie und Ihre Kollegen noch kurz vor dem Jahreswechsel im Einsatz. Konnten Sie ein bisschen regenerieren?

Ich hatte die Gelegenheit, im Kreise der Familie etwas durchzuschnaufen. Ich habe aber auch darauf geachtet, mich regelmäßig zu bewegen. Der Organismus sollte unbedingt in Schwung bleiben. Deshalb bin ich auch mal Laufen gegangen. In der Halle war ich aber nicht.

Bleibt denn etwas Zeit für einen Spaziergang in der früheren Wahlheimat?

Bisher war dafür wegen Training, Besprechungen und Medienterminen keine Zeit. Aber wenn sich die Gelegenheit ergeben sollte, dann werde ich bestimmt mal rausgehen. (Björn Mahr)

Zur Person: Kai Häfner

Kai Häfner (33) spielt seit 2019 im rechten Rückraum der MT Melsungen und kam von der TSV Hannover-Burgdorf. Zuvor stand er in Diensten des TV Bittenfeld, von Frisch Auf Göppingen und des HBW Balingen-Weilstetten. Der langjährige deutsche Nationalspieler zählt zu den EM-Helden von 2016. Bislang bestritt er 120 Länderspiele und erzielte dabei 275 Tore. Häfner ist verheiratet und hat mit seiner Frau Saskia einen Sohn.

Auch interessant

Kommentare