Rest des Teams trainiert individuell

Melsunger Handball-Profis vor wichtigen Aufgaben: Aus der Quarantäne zur Nationalmannschaft

Wieder gegen Spanien: Melsungens Marino Maric (vorn, hier beim EM-Finale 2020 in Stockholm) erwartet mit Kroatien heute den amtierenden Europameister.
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Wieder gegen Spanien: Melsungens Marino Maric (vorn, hier beim EM-Finale 2020 in Stockholm) erwartet mit Kroatien heute den amtierenden Europameister.

Raus aus der Quarantäne und direkt zur Handball-Nationalmannschaft - wir blicken auf die Bundesliga-Handballer der MT Melsungen.

Kassel – Marino Maric ist gut in Kroatien angekommen – was in Coronazeiten keine Selbstverständlichkeit ist. In seinem Fall kam noch hinzu, dass die Gegend um Zagreb in der vergangenen Woche von einem schweren Erdbeben heimgesucht wurde. Doch zu diesem Zeitpunkt waren der MT-Profi und der Rest des Melsunger Bundesliga-Teams gerade erst aus der Quarantäne entlassen worden.

Erst kurz vor dem Jahreswechsel traf Handballer Maric in Kroatien ein. Seit dem Wochenende kann er sich nun mit der Nationalmannschaft auf die WM vom 13. bis 31. Januar in Ägypten vorbereiten. „Wir werden mit unserem Team noch Geld für die Erdbeben-Opfer sammeln“, erklärt der 30-Jährige.

Ansonsten freut er sich auf das Weltmeisterschafts-Turnier: „Ich fühle mich gut“. Zuvor bestreiten die Kroaten aber noch zwei Partien gegen Spanien – heute ab 17.15 Uhr in Porec, am Samstag in Madrid. Die Duelle gehören zum EHF Euro Cup – einem Wettbewerb für die vier Mannschaften, die bereits für die Europameisterschaft 2022 in der Slowakei und Ungarn qualifiziert sind.

Mehrere Melsunger Kollegen stecken dagegen mitten in der EM-Qualifikation. Silvio Heinevetter, Tobias Reichmann, Julius Kühn, Kai Häfner und Timo Kastening spielen noch vor der Weltmeisterschaft morgen in Graz (13.45 Uhr/ZDF) sowie am Sonntag in Köln (18.10 Uhr) gegen Österreich. Torwart Nebojsa Simic steht mit Montenegro vor Partien gegen Schweden – morgen in Podgorica, Samstag in Eskilstuna. „Es ist schade, dass wir ohne Zuschauer spielen müssen. Die sind extrem wichtig für uns“, bedauert Simic. Er hofft dennoch, dass in eigener Halle ein Remis herausspringt: „Wir hatten zuletzt vier, fünf Akteure zuletzt in Quarantäne. Wie einige andere auch habe ich nach den ersten Einheiten schwere Beine.“

Zudem sind Trainer Gudmundur Gudmundsson und Kreisläufer Arnar Freyr Arnarsson mit Islands Auswahl unterwegs – morgen treten sie in Portugal an, am Sonntag gegen denselben Gegner in Reykjavik.

Die verbliebenen Melsunger Akteure haben am Montag mit individuellem Training begonnen. „Alles geschieht weiter in enger Abstimmung mit Gudmi“, erklärt Manager Axel Geerken. Bevor das MT-Team in kleiner Besetzung am kommenden Montag in Melsungen unter Anleitung von Co-Trainer Arjan Haenen und Athletikcoach Florian Sölter wieder richtig loslegen kann, werden die Spieler und Teamverantwortlichen auf Corona getestet. Wann der verletzte Domagoj Pavlovic wieder einsteigen kann, bleibt abzuwarten. Testspiele sind aufgrund der strengen Hygieneregeln vorerst nicht geplant.

Das erste Punktspiel nach der WM ist für das Wochenende des 6./7. Februar geplant – Gegner sind die Rhein-Neckar Löwen. Zu einer Verlegung der Partie könnte es aber noch kommen, falls Nationalspieler noch bei Halbfinals und Finals in Ägypten gefordert sind. Die MT muss aber noch sechs Spiele nachholen.

Die ausgefallene Partie gegen den SC Magdeburg könnte beispielsweise am 24. oder 25. Februar ausgetragen werden – an diesem Wochenende sollte eigentlich das Final Four im DHB-Pokal stattfinden. Und das wurde bekanntermaßen in den Juni verlegt. Das Wichtigste, so Geerken, „ist erst einmal, dass alle unsere Nationalspieler gesund zurückkehren.“ (Björn Mahr)

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