Handball-Derby in der Bundesliga

MT reist nach Wetzlar: Wer ist die Nummer eins im hessischen Handball?

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Mann gegen Mann: Auf Zweikämpfe von Wetzlars Innenverteidiger Olle Forsell Schefvert (links) und Melsungens Torjäger Julius Kühn dürfen sich die Zuschauer heute Abend freuen.

Kassel. „Es ist komplett egal, was vorher war. Im Hessenderby geht es immer besonders zur Sache.“ Wenn ein Handballer weiß, welchen Reiz die Bundesliga-Duelle zwischen der HSG Wetzlar und der MT Melsungen ausüben, dann ist es Michael Allendorf.

Michael Allendorf

Von 2006 bis 2010 war der Linksaußen in Wetzlar tätig, danach ging er zur MT. Der 31-Jährige hat mehr Hessenderbys bestritten als der junge HSG-Torwart Till Klimpke Bundesliga-Spiele (23). Und so rechnet Allendorf beim prestigeträchtigen Aufeinandertreffen am Donnerstag ab 19 Uhr (Sky) in der Rittal-Arena erneut mit einem intensiven Spiel: „Die Wetzlarer werden gegen uns förmlich brennen.“

Zumal die Hausherren ebenso sehr Punkte benötigen wie die Gäste. Die HSG hat bislang einen Sieg gefeiert, die MT steht bei 4:4 Zählern. Wir blicken auf Spiel, Spaß und Spannung.

Die Spannung

Axel Geerken

Schon mehrere Melsunger Kräfte waren auf der Gegenseite tätig: von den Müller-Brüdern über Timm Schneider bis hin zu Manager Axel Geerken. Der MT-Geschäftsführer stellt klar: „Wir freuen uns auf das Spiel. Für die Fans ist aber deutlich mehr Brisanz in dieser Begegnung.“ Klar, sie wollen wissen, wer die Nummer eins in Hessen ist. Die Gäste könnten mit einem Erfolg erstmals in der noch jungen Saison ein positives Punktekonto erreichen. „Ein Sieg würde uns gut tun. Es ist allerdings ein 50:50-Spiel“, betont Trainer Heiko Grimm. Nachdem der Coach im April das Amt von Michael Roth übernommen hatte, war sein erstes Auswärtsspiel ein Auftritt in der Rittal-Arena. Seinerzeit verloren die Melsunger verdient 28:31.

Das Spiel

Timm Schneider

Damals reisten die Nordhessen nach einer Heimpleite gegen Hüttenberg nach Wetzlar – jetzt treten sie mit deutlich breiterer Brust an. Zuletzt gewannen sie 35:27 gegen Leipzig. „Wir wollen unseren positiven Trend fortsetzen, wir müssen allerdings die zweite Welle noch kontrollierter spielen und extrem kühlen Kopf bewahren“, erklärt Timm Schneider. Der Regisseur hatte am Sonntag in der entscheidenden Phase einige Akzente gesetzt.

In Wetzlar erwartet ihn und seine Kollegen eine aggressive Hintermannschaft, wobei Olle Forsell Schefvert und Anton Lindskog im Mittelblock sehr robust zu Werke gehen werden. So werden die Melsunger einiges dafür tun müssen, um ihren Torjäger Julius Kühn gut in Szene setzen zu können. „Die Gastgeber werden gegen uns in punkto Kampf und Tempo besonders viel reinlegen“, rechnet Grimm mit einer Herkulesaufgabe.

Der Spaß

Während der Vorbereitung im August musste Allendorf mehrere Wochen wegen eines lädierten Fußes pausieren. Inzwischen ist er wieder an Bord. Nicht selten spricht der ehemalige Vize-Kapitän vor dem Aufwärmen noch mal zur Mannschaft, sobald diese einen Kreis gebildet hat. „Ich brauche kein offizielles Amt, um mich lautstark einzubringen“, sagt der Routinier. Vor der Leipzig-Partie überließ er Kühn das Wort, war aber nach seiner Einwechslung einer der Sieggaranten.

„Mir fehlt noch etwas die Spielpraxis, aber ich fühle mich schon bei annähernd 100 Prozent“, stellt der Linksaußen fest. Die kommenden Wochen dürften ihn durchaus beflügeln. Seine Frau Natalie ist schwanger, im Oktober erwarten sie ihr erstes Kind. Erst einmal steht aber der Geburtstag des MT-Profis an – am Sonntag wird er 32. Mit einem Derbysieg würde es sich noch besser feiern lassen.

Weitere Spiele (Donnerstag ab 19 Uhr): Flensburg-Handewitt - Ludwigshafen, Berlin - Hannover-Burgdorf, Minden - Erlangen.

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