Bundesligist schöpft gegen Erlangen Potenzial aus

Melsunger Handballer mit Plan und viel Personal

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Entspannt auf der Bank: die Melsunger (von links) Lasse Mikkelsen, Julius Kühn sowie der verletzte Finn Lemke.   

Kassel. Beim Heimspiel der MT Melsungen in der Handball-Bundesliga gegen den HC Erlangen gab es einige Auffälligkeiten. Wir blicken zurück. 

Vor dem Anwurf bekam auch ein Spieler des HC Erlangen in der Rothenbach-Halle kräftigen Beifall. Als MT-Hallensprecher Bernd Kaiser den ehemaligen Melsunger Bundesliga-Profi Johannes Sellin, der trotz Verletzung nach Kassel gekommen war, begrüßte, bereiteten die 4108 Zuschauer dem einstigen Publikumsliebling einen besonders herzlichen Empfang. Als die Partie aber dann lief, applaudierten die Fans nur noch dem MT-Team, das im Heimspiel gegen den fränkischen Tabellen-13. seit langer Zeit mal wieder begeisterte und einen hochverdienten 32:21-Sieg feierte. Vier Fakten zum MT-Auftritt:

1. Der Trainer hat einen Matchplan. So würde es Heiko Grimm selbst nicht formulieren. Der neue Coach sagt jedoch, dass es eine Grundidee gebe. Gegen Erlangen verzichtete der 40-Jährige in der ersten Viertelstunde komplett auf Torjäger Julius Kühn und nahm auch sonst keine Wechsel vor. Er vertraute einer Besetzung mit Lasse Mikkelsen, Felix Danner, den Müller-Zwillingen Philipp und Michael, Michael Allendorf und Tobias Reichmann. „Ich wollte, dass Philipp Müller auch im Angriff sofort im Spiel ist“, erklärte Grimm, „ich bin davon ausgegangen, dass ich ihn in der zweiten Hälfte brauchen werde.“ Durch den Ausfall von Finn Lemke hatte er nur zwei etatmäßige Halblinke im Aufgebot.

2. Die MT schöpft ihre personellen Möglichkeiten besser aus. Grimms Vorgänger Michael Roth wartete schon mal gern etwas länger, bis er an seiner Startformation etwas korrigierte. Der neue Cheftrainer weiß um das Potenzial in seinem Team und greift darauf zurück. „Wir haben unseren Kader voll ausgenutzt“, bemerkte der dänische Regisseur Mikkelsen zufrieden.

Bezeichnend war eine Situation im zweiten Abschnitt. Da war die MT dezimiert, und Grimm verteidigte mit einer Besetzung, wie sie bislang sonst allenfalls mal im Training vorkommt: Neben Kühn standen noch Gabor Langhans, Johannes Golla, Jeffrey Boomhouwer und Arjan Haenen auf dem Feld.

3. Die Melsunger Spieler haben zu viel mit den Schiedsrichtern diskutiert. Zugegeben, die Unparteiischen Fabian Baumgart und Sascha Wild brachten mit einigen umstrittenen Entscheidungen unnötig Unruhe ins Spiel. Dennoch hätten sich die MT-Profis zurückhalten und Diskussionen mit dem Gespann aus Baden aus dem Weg gehen müssen. „Wir werden in Zukunft genau darauf achten, dass so etwas nicht mehr vorkommt und dies unterbinden“, sagte Manager Axel Geerken.

4. Die MT sammelt Selbstvertrauen für die restlichen Saisonspiele. Trotz des überzeugenden Auftritts gegen Erlangen blieben die MT-Profis auf dem Teppich. Der Sieg sei ein großer Schritt in die richtige Richtung gewesen, sagte Tobias Reichmann: „Aber wir müssen jetzt erst mal nachlegen.“ Das können die Nordhessen gleich am Donnerstag beim Gastspiel in Ludwigshafen (19 Uhr). Allerdings wird der Rechtsaußen vermutlich nicht zum Einsatz kommen. Am Sonntag erlitt er eine Kapselverletzung im linken Knie.

Ungeachtet dessen hat das Spiel gegen Erlangen Lust gemacht auf den Rest der Saison. „Wir haben Selbstvertrauen getankt“, sagte Reichmann. Das von Grimm ersehnte Erfolgserlebnis hat Kräfte freigesetzt. Gabor Langhans drückte so aus: „Wir sind endlich wieder in einen Fluss gekommen. So kann’s weitergehen.“

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