Ein Erfolg, der zusammenschweißt

Melsunger Handballer nehmen aus dem Sieg gegen den Bergischen HC einiges Positives mit

Stark auf Linksaußen: Melsungens Yves Kunkel.
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Stark auf Linksaußen: Melsungens Yves Kunkel.

Der 32:31-Erfolg der Melsunger Bundesliga-Handballer gegen den Bergischen HC war in mehrfacher Hinsicht wichtig. Wir blicken noch einmal zurück.

Kassel – Vor dem Bundesliga-Heimspiel gegen den Bergischen HC war den Handballern der MT Melsungen klar, dass es nach der zweiwöchigen Zwangspause eine harte Prüfung werden würde. „Wir haben uns aber gesagt: Wenn wir verlieren sollten, dann lassen wir nicht die Quarantäne als Ausrede gelten“, berichtete Timo Kastening. Doch der starke Rechtsaußen und sein Team bewältigten die Aufgabe fast bravourös. Unter dem Strich stand ein wichtiger 32:31-Sieg. Und der neunfache Torschütze Kastening bilanzierte erleichtert: „Ich bin total froh, dass wir das geschafft haben.“

Umso mehr, als sich die Situation für die Melsunger durch den kurzfristigen Ausfall von Spielmacher Domagoj Pavlovic (siehe auch nebenstehenden Artikel) erheblich verschärft hatte. „Ich bin mit der Art und Weise zufrieden, wie der Sieg zustande kam: mit Kampfkraft und Leidenschaft“, stellte Trainer Gudmundur Gudmundsson fest. Zwar leistete sich seine Mannschaft auch einige Schwächen, sie dürfte aber einiges Positives aus dem Duell mitnehmen.

Spielmacher der MT: Lasse Mikkelsen.

Mikkelsens Erfahrung: Die vergangenen Wochen waren für Lasse Mikkelsen nicht leicht. War er in den vergangenen Jahren die unumstrittene Nummer eins auf der Mitte, so musste der Däne zu Beginn dieser Runde die Rolle als Pavlovic-Ersatz akzeptieren. „Das war von 100 auf Null“, erklärte der Rückraumstratege am Sonntagabend.

Die Enttäuschung darüber ließ ihn allerdings nicht verzagen. „Ich habe ja ein bisschen Erfahrung und möchte die Mannschaft so gut es geht unterstützen. Ich muss aber erst wieder richtig reinfinden“, betont Mikkelsen. Da der kroatische Kollege vorerst ausfällt, wird der Däne genügend Gelegenheiten bekommen, wieder Rhythmus aufzunehmen. Zumindest gelang es ihm gegen den BHC, als Ballverteiler zu überzeugen. 32 Tore seiner Mannschaft sind ein eindeutiges Indiz.

Zwei wichtige Punkte: Nach dem Heimerfolg ist die MT, die noch drei Begegnungen nachzuholen hat, nach Minuspunkten auf Rang vier. Torwart Silvio Heinevetter sprach von einem „dreckigen Sieg“, unterstrich aber die Bedeutung: „Wenn du mit einem Tor Unterschied gewinnst, schweißt das eine Mannschaft noch mehr zusammen.“ Kapitän Finn Lemke, nach überstandener Corona-Erkrankung sporadisch zum Einsatz gekommen, war nach eigenen Angaben „platt“. Er lobte sein Team: „Ich bin stolz, wie die Anderen das gemacht haben.“

Die Melsunger Abwehr stand nicht ganz so sicher wie vor der Pause, imponierte aber durch unbändigen Einsatz. „Wir haben aus den Fehlern der MT nicht genügend Kapitel geschlagen“, bedauerte Sebastian Damm, aus Kassel stammender Linksaußen der Gäste. Melsungen habe den Trainingsrückstand mit Adrenalin, Wille und Motivation kompensiert.

Häfner in Gala-Form: Zwischendurch nahm er sich gegen die Bergischen Löwen eine kleine Verschnaufpause. Dennoch war Rückraumschütze Kai Häfner der Mann dieses Spiels – etliche Tore vorbereitet und acht Treffer selbst erzielt. „Es war mein bestes Spiel in dieser Saison. Vielmehr bin ich aber glücklich darüber, dass ich meiner Mannschaft helfen konnte“, erklärte der deutsche Nationalspieler. Nicht zuletzt das Zusammenspiel mit Nebenmann Kastening funktionierte hervorragend. „Wir haben auf der rechten Seite das richtige Gefühl gefunden“, stellte der Rechtsaußen fest.

Temporeiches Spiel: Nur vier, fünf Einheiten hatten die Melsunger zur Einstimmung auf die erste Partie seit vier Wochen. „Wir wissen, dass wir ein hohes Tempo gehen können. Nach der Quarantäne war das aber nicht klar“, sagte Athletikcoach Florian Sölter, der sich vor dem Wiedereinstieg viel mit Gudmundsson ausgetauscht hatte. In den Tagen vor dem Heimspiel wurde die Belastung langsam gesteigert. Nach der Partie kam Sölter zu der Erkenntnis: „Wir haben einiges richtig gemacht.“ Nun geht es für die MT darum, sich auf den nächsten Auftritt vorzubereiten. Am Samstag Uhr gastiert sie zum Topspiel in Berlin. (Björn Mahr und Gerald Schaumburg)

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