Handball-Bundesligist meistert unruhige Wochen

Bei der MT Melsungen ist der Zusammenhalt da

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Arm in Arm: Vor der Partie gegen den BHC stecken der MT-Trainer und seine Spieler die Köpfe zusammen.

Unruhige Wochen liegen hinter der MT Melsungen. Aber wie Heiko Grimm sagt: „In solchen Phasen entscheidet sich, ob eine Mannschaft intakt ist.“ Insofern darf der Trainer des heimischen Handball-Bundesligisten aufatmen.

Die vergangene Woche mit dem Pokalsieg in Wetzlar und dem überzeugenden Auftritt gegen den Bergischen HC hat gezeigt, dass der Zusammenhalt da ist.

Keine Frage, die MT-Profis haben sich binnen sechs Tagen aus einer Mini-Krise gezogen. „Die zwei Siege waren schon Balsam für die Seele“, sagt Abwehr-Ass Philipp Müller. Dank der disziplinierten Vorstellung am Sonntag beim 26:23-Sieg gegen das Überraschungsteam aus dem Bergischen Land gehen die Melsunger „mit einem sehr guten Gefühl“ in die Länderspielpause. Müller sagt: „Wir haben nicht gezittert gegen den BHC, sondern ziemlich souverän den Sieg nach Hause gebracht.“

Was sonst noch bleibt nach dem letzten Spiel im Oktober:

Domagoj Pavlovic

Die Punktausbeute: Nein, im Soll sind die Melsunger nicht. 14 bis 15 Zähler hätten die Nordhessen gern zum jetzigen Zeitpunkt auf dem Konto gehabt – zwölf sind es geworden. Durch die Niederlage in Minden wurde es nichts mit einem Goldenen Oktober. „Jetzt haben wir zweimal gewonnen, das war ein guter Schritt“, bilanziert der kroatische Neuzugang Domagoj Pavlovic.

Die Erleichterung: In der Rothenbach-Halle herrschte am Sonntagabend eine entspannte Atmosphäre. Trainer, Verantwortlichen, Spielern und Fans war die Erleichterung anzusehen. Vor allem Philipp Müller hatte Grund zu Freude. Weil Abwehrchef Finn Lemke wegen einer Bronchitis nur in den letzten Minuten ran musste, übernahm der 34-Jährige dessen Rolle im Mittelblock – mit Bravour. „Das tut gut. Zumal ich in den vergangenen Wochen viel Grütze gespielt habe“, sagt Müller.

Müller bekam zuletzt wenig Einsatzzeiten und wirkte wie die gesamte Mannschaft verunsichert. „Bei mir war das viel Kopfsache. Es freut mich, dass ich den Jungs nun helfen konnte.“ Von zu viel Lob will Müller aber nichts hören. „Felix Danner macht seit Wochen einen super Job, aber das wird als selbstverständlich angesehen.“ Trotzdem: Müller ist erleichtert, dass es bei ihm endlich mal wieder gut lief.

Die Disziplin: Nach dem Sieg gegen den BHC war viel von Zusammenhalt und Disziplin die Rede. Darüber hätte die Mannschaft vor der Begegnung gesprochen, sagt Spielmacher Lasse Mikkelsen: „Darauf haben wir uns konzentriert – und es hat geklappt.“ In Julius Kühn hätte die MT zwar einen Ausnahmespieler in ihren Reihen, ergänzt Müller: „Aber bei uns kam es immer auf mannschaftliche Geschlossenheit an. Nur so können wir auch in Zukunft souverän auftreten.“

Philipp Müller

Erfreulich war dabei das Auftreten der Ersatzspieler. Nach jeder gelungenen Aktion der Kollegen auf dem Feld wurde auf der Ersatzbank gejubelt. Sobald Torwart Nebojsa Simic eine Trinkflasche benötigte, empfing der Schwede Johan Sjöstrand den überragenden Keeper mit geballter Faust. Grimm freute sich in diesem Zusammenhang über den Umgang der beiden Linksaußen Michael Allendorf und Yves Kunkel miteinander: „Absolut vorbildlich.“

Die Verletzungen: Einen kleinen Schockmoment gab es am Sonntag doch für die MT. Kurz nach der Pause humpelte Timm Schneider zur Ersatzbank. Bitter. Der 30 Jahre alte Rückraumspieler war nach einer Verletzung am Handgelenk gerade erst wieder in Fahrt gekommen und sprang für den verletzten Michael Müller im rechten Rückraum in die Bresche. Am Montag unterzog sich Schneider einer MRT-Untersuchung – mit dem Ergebnis: eine Sehnenentzündung an der Fußsohle. „Wie lang ich ausfalle, weiß ich noch nicht“, sagte er gestern. Für ihn kommt die Länderspielpause also nicht ungelegen.

Routinier Michael Müller wird indes wegen eines Mittelfußbruchs voraussichtlich vor Januar nicht auf das Feld zurückkehren. „Es war eine doch sehr komplizierte Fraktur. Deswegen musste der Fuß nun doch operiert werden“, erklärte Müller am Rande der Partie. Damit wird der 34-Jährige das Pokalviertelfinale in Kiel verpassen. Der Termin steht noch nicht fest. Da die Sparkassenarena kurz vor Weihnachten bereits belegt ist, könnte es sein, dass die Begegnung bereits einige Wochen eher ausgetragen werden muss. 

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