Melsunger Handballer verlieren nach schwacher erster Hälfte in Minden 27:32

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Mal eine gute Aktion am gegnerischen Kreis: Melsungens Timm Schneider (Mitte) kommt vor den Mindenern Milan Pusica (links), Anton Mansson und Andreas Cederholm (rechts) zum Abschluss. Im Hintergrund: Julius Kühn. 

Kassel. Das war es mit dem Goldenen Oktober. Handball-Bundesligist MT Melsungen musste im Auswärtsspiel gegen GWD Minden eine schmerzhafte 27:32 (11:17)-Niederlage einstecken. Unser Schnellcheck.

Welche Auswirkungen hat diese Niederlage für die MT?

Das Team von Trainer Heiko Grimm hat den Anschluss an die vorderen Plätze erst einmal verloren. Durch die Pleite bei den Ostwestfalen fielen die Nordhessen auf den neunten Rang zurück.

Wo lagen die Probleme der Melsunger in Halbzeit eins?

Die Frage könnte auch lauten: Was passte überhaupt im Spiel der Melsunger? Nach einigermaßen respektablem Beginn gab es bis zur Pause nicht viel Positves mehr zu sehen. Die Gäste enttäuschten auf der ganzen Linie. Im Angriff ließen sie ohne den verletzt fehlenden Michael Müller zu viel liegen. Bezeichnend, dass Top-Werfer Julius Kühn sein erstes Tor erst in der 23. Minute erzielte – nach diversen Fehlversuchen. Auch seine Kollegen leisteten sich einige Fahrkarten. „Wir haben viel zu schnell den Faden verloren“, resümierte Grimm gefrustet.

War denn der Gastgeber so stark?

Auf jeden Fall trat Minden mit ganz breiter Brust auf. Der hervorragende Start mit 8:8 Punkten hat die Hausherren sichtlich beflügelt. Torjäger Christoffer Rambo und der glänzend aufgelegte Spielmacher Dalibor Doder überlisteten die Hintermannschaft der Melsunger in schöner Regelmäßigkeit.

Zudem stand die 6:0-Deckung der Grün-Weißen so stabil, dass Kühn nicht in gute Wurfpositionen kam. Sie provizierte technische Fehler der MT. Etliche Würfe wurden auch eine Beute von Torwart Espen Christensen. So übernahmen die Mindener nach dem 0:1-Rückstand nach und nach die Regie. Aus einem 3:2 machte GWD eine 11:5-Führung (21.). Und das, obwohl Grimm schon früh die zweite Auszeit nahm und etliche Umstellungen in Defensive wie Offensive vorgenommen hatte.

Gab es denn ein Aufbäumen der Gäste?

Ja, die Melsunger versuchten – anders als über weite Strecken bei der 20:37-Pleite Ende September in Kiel – die Niederlage abzuwenden. Im zweiten Abschnitt kam die MT heran. Mit einem Rückraum, der sich aus den drei gelernten Spielmachern Lasse Mikkelsen, Domagoj Pavlovic und Timm Schneider zusammensetzte, entwickelte der Angriff mehr Druck. Schlussmann Nebojsa Simic wehrte einige wichtige Bälle ab. 

Nur: Immer wenn die Gäste drauf und dran waren, in die Nähe eines Unentschiedens zu kommen, leisteten sie sich unnötige Ballverluste. Tobias Reichmann, insgesamt einer der besseren im Melsunger Team, bekam den Ball beim Tempogegenstoß unglücklich an den Rücken. Mitten in die Aufholjagd musste die MT noch zwei bittere Hinausstellungen wegstecken: Michael Allendorf bekam eine Zeitstrafe aufgebrummt (49.), Philipp Müller sah nach Foul an Rambo die Rote Karte (49.).

Sicher vom Siebenmeterpunkt: MT-Rechtsaußen Tobias Reichmann (hier vor Anton Mansson).

Wer war der Mann des Tages?

Der 39-jährige Dalibor Doder war nicht nur ein großartiger Regisseur, sondern hatte auch eine hundertprozentige Wurfquote. Ihm gebührt ein Sonderlob.

Wie war die Übertragung beim Bezahlsender Sky?

Besser als das Spiel der MT Melsungen – auch wenn Kommentator Heiko Mallwitz einige Tonprobleme einräumen musste. So war es diesmal nicht möglich, bei den Auszeiten der Trainer reinzuhören. Zwischendurch meldete sich zudem im Hintergrund eine Stimme und rief: „Hallo München, hier ist Minden.“ Ein Signal kam definitiv an diesem Nachmittag zu spät: „Hallo Minden, hier ist Melsungen.“

In der Übersicht: MT Melsungen - Das ist der Spielplan für die Saison 2018/2019

Das ist der Stand der Handball-Bundesliga

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