Handball-Bundesliga: Roth-Team muss sich auf offensive Balinger Abwehr mit neuem Torhüterduo einstellen

Melsunger Heimdebüt mit Risiken

Gibt die Richtung vor: MT-Trainer Michael Roth vor der heutigen Heimpremiere. Foto:  Schachtschneider/nh

Melsungen. Ein Heimdebüt hat immer seine Tücken. Etwa, dass es die Gastgeber vor eigenem Publikum besonders gut machen wollen und dabei verkrampfen. Oder, dass sie zu euphorisch an die Sache rangehen. Nicht zu vergessen die Versuchung, einen Gegner wie HBW Balingen-Weilstetten zu unterschätzen, der in der letzten Saison eigentlich schon abgestiegen war.

Michael Roth, Trainer der MT Melsungen, weiß um diesen Gefahren. Und ermahnt seine Schützlinge vor dem ersten Bundesliga-Duell der laufenden Saison in eigener Halle (heute 20.15 Uhr Rothenbach-Halle), „sachlich und konzentriert zu bleiben“.

Für Michael Allendorf heißt das auch, den 26:22-Auftaktsieg „schnell abzuhaken“. In der Hoffnung, „dass wir nun unsere Nervosität beim Saisonstart abgelegt haben und weniger Fehler machen“.

Besonders in der Offensive, bei der Chancenverwertung und beim (zügigen) Aufbauspiel. Dabei gilt es allerdings, sich auf eine ganz andere Defensive einzustellen. Auf die gefürchtete 3:2:1-Deckung der Gallier von der Alb nämlich. Ihr Markenzeichen, auch in der neunten Saison nach dem Aufstieg.

„Nein, wir haben unser Gesicht nicht verloren“, erklärt Trainer Markus Gaugisch, obwohl die Mannschaft dank acht Neuzugängen und acht Abgängen zumindest ein verändertes Gesicht hat. Allerdings weniger in der Abwehr, wo sich weitgehend das gleiche Personal (mit dem wiedergenesenen Fabian Böhm und Rückkehrer Dennis Wilke) den gegnerischen Angriffen früh störend entgegenstemmen wird.

Ausnahme: die Torhüter. Da müssen sich die MT-Angreifer auf ein völlig neues Duo einstellen. Auf den erfahrenen Kroaten Radivoje Ristnovic (von Partizan Belgrad) und den jungen 2,08m-Mann Matej Asanin, ein 30-jähriger Serbe, der zuletzt in der spanischen Liga bei Ademar Leon spielte.

Beide ohne Bundesliga-Erfahrung, was auch für die weiteren „Neuen“ gilt. Was für den 40-Jährigen kein Nachteil sein muss: „Das sorgt für einen Extra-Motivationsschub, denn alle wollen sich in der stärksten Liga der Welt durchsetzen.“ Linksaußen Niklas Russ (von Leutershausen) etwa, der schon den Sprung in die Stammformation geschafft hat. Auch Olivier Nyokas, ein sprunggewaltiger Rückraumspieler mit „Shooter“-Qualitäten, wäre im Rückraum wohl gesetzt, wenn ihn nicht eine Wadenverletzung am Einstand in Kassel hindern würde. Bei allen anderen sieht der Balinger Trainer eher „mittelfristige Perspektiven“ und ist nach dem kurzzeitigen Abgang von Gianluca Lima noch auf der Suche nach einem Linkshänder.

„Wie ein Schnupperkurs“

Dem Saisoneinstieg bei der MT sieht er gelassen entgegen: „Das ist für uns wie ein Schnupperkurs, bei dem wir nichts zu verlieren haben.“ Womit der Druck ganz klar beim Gastgeber liegt. Auch damit gilt es schließlich sachlich und auch konzentriert umzugehen.

Von Ralf Ohm

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