Spiel gegen Balingen: Melsunger Matchplan geht auf

Frei wie ein Vogel: MT-Rechtsaußen konnte gegen Balingen seine Klasse beim Tempogegenstoß unter Beweis stellen. Foto: Fischer

Kassel. Handball-Bundesligist MT Melsungen wirft gegen Balingen 20 Gegenstoß-Treffer. Rechtsaußen Sellin sagt: "Wir bleiben auf dem Teppich."

Wenn sich der Geschäftsführer bereits nach 20 Spielminuten auf seinem Tribünenplatz einen abgrinst. Wenn der Trainer kurz darauf die Faust in die Höhe reckt. Und wenn die Fans schon bis zur Pause aus dem Klatschen kaum herauskommen. Ja, wenn dies genauso so passiert, dann hat das Handball-Spiel den Verlauf genommen, den sich die Verantwortlichen der Mannschaft vorgestellt haben. Im Fall des Bundesligisten MT Melsungen hätte es beim 31:20 (17:6)-Erfolg im Heimspiel gegen HBW Balingen-Weilstetten auch nicht besser laufen können.

„Unser Matchplan war, in der ersten Hälfte vorzulegen“, erklärte Coach Michael Roth, „wir können deshalb heute sehr zufrieden sein.“ Klar, in der 19. Minute warfen die Hausherren das 13:4 und lagen nicht nur zur Freude von Manager Axel Geerken schon zur Halbzeit praktisch uneinholbar vorn. „Ein Sieg ohne Stress-Momente“, ergänzte Roth, „ist auch mal ganz schön.“ Noch dazu, wenn man weiß, dass am Freitag (19.45, Uhr, Kassel) gegen Gummersbach und am Sonntag (15 Uhr) in Flensburg zwei harte Prüfungen warten.

Balingen war keine. Ohne Yann Polydore und Dragan Tubic, der erst kurz vor dem Anwurf ausgefallen war, mangelte es den Süddeutschen bei ihrer Runden-Premiere an der nötigen Durchschlagskraft aus dem rechten Rückraum. Auch wenn sich das junge Nachwuchstalent Jannik Hausmann, der normalerweise in der Reserve spielt und selbst in der Vorbereitung nicht einmal mit dem Team von HBW-.Trainer Markus Gaugisch trainiert hat, teuer verkauft hat.

„Mit 35 Ballverlusten kann man in der 1. Liga keinen Blumentopf gewinnen. Ernüchternd, mit so einer Halbzeit in die Saison zu starten“, resümierte Gaugisch. Insgesamt 20 Gegentreffer mussten seine Mannen aus der ersten und zweiten Welle hinnehmen. Symptomatisch, dass Rechtsaußen Johannes Sellin einen weiten Pass des erneut starken Schlussmanns Mikael Appelgren zum 15:6 verwertete (23.).

Eine ganze Reihe weiterer MT-Tore resultierte aus Siebenmetern, nachdem Felix Danner am Kreis nur durch ein Foul gestoppt werden konnte. „Die blauen Flecken halten sich noch in Grenzen“, witzelte Danner, „mal abwarten, wie es mir am nächsten Tag geht.“ Zumindest konnte er Kräfte schonen und wurde wie andere Kameraden in Anbetracht des klaren Vorsprungs bereits nach 40 Minuten in den wohl verdienten Feierabend geschickt

Schließlich hielt der deutsche Nationalspieler im Verbund mit Philipp Müller die 6:0-Abwehr super zusammen. Da bei der MT die beiden Halben in dieser Saison etwas offensiver agieren, kamen die Gäste selten zu gelungenen Abschlüssen. „Wir haben aber noch Steigerungspotenzial“, betont Felix Danner. Und verfällt nach dem zweiten Sieg im zweiten Spiel ebenso wenig in Euphorie wie seine Kollegen. „Das war eine ordentliche Leistung“, stellte der elffache Torschütze Michael Allendorf (sieben Strafwürfe) nüchtern fest. Weshalb es für Sellin nun auch nur eines gibt: „Wir bleiben auf dem Teppich.“

Von Björn Mahr

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