Handball-Bundesligist beginnt Saisonvorbereitung

Auffangen und aufbauen: Melsunger Olympia-Teilnehmer steigen erst in einer Woche ins Training ein

Schieden mit der deutschen Mannschaft im Viertelfinale aus: die Melsunger Profis Kai Häfner und Timo Kastening.
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Schieden mit der deutschen Mannschaft im Viertelfinale aus: die Melsunger Profis Kai Häfner und Timo Kastening.

Bei Handball-Bundesligist MT Melsungen steht heute das erste Mannschaftstraining in der Saison-Vorbereitung an. Die Olympia-Teilnehmer steigen erst später ein.

Kassel – Am Dienstag ausgeschieden, am Mittwoch aus Tokio abgereist – für fünf deutsche Nationalspieler des Bundesligisten MT Melsungen ging es mit der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) nach dem bitteren Aus im Viertelfinale gegen Ägypten direkt zurück nach Deutschland. Rechtsaußen Tobias Reichmann hatte kurz zuvor bereits die japanische Hauptstadt verlassen, weil er für die Finalrunde nicht mehr eingesetzt werden durfte.

Jetzt liegt es an den Verantwortlichen der MT, dass bei ihren Olympia-Teilnehmern schnell wieder die Freude am Spiel zurückkehrt. Insbesondere Reichmann und Torwart Silvio Heinevetter, die nicht im Olympischen Dorf, sondern in einem Hotel zwei Kilometer entfernt wohnen mussten, dürfte etwas Aufmunterung guttun. „Sie wussten, dass sie isoliert sein würden. Das war nichts Anderes als Quarantäne“, sagt Melsungens Manager Axel Geerken. „Wir werden jetzt versuchen, sie aufzufangen und wieder aufzubauen.“

Zwar beginnt bei den Nordhessen mit einem Mannschaftstraining heute die Saison-Vorbereitung, die Tokio-Fahrer sind aber zunächst noch nicht eingeplant. Reichmann und auch der Portugiese Andre Gomes sollen zumindest beim obligatorischen Medizincheck bei Kardiologe Dr. Karl-Friedrich Appel Mitte nächster Woche schon wieder dabei sein.

Wir blicken auf die Leistungen der vier eingesetzten deutschen MT-Nationalspieler bei den sechs Olympia-Partien zurück.

Timo Kastening

Bei seinen ersten Einsätzen unter den fünf Ringen wurde der 26-Jährige zum Vielspieler. In keiner einzigen Partie stand der Rechtsaußen weniger als 54 Minuten auf dem Feld. Mit insgesamt 27 Treffern war er der erfolgreichste deutsche Werfer. Seine Klasse unterstrich der Ex-Hannoveraner insbesondere in den beiden Topspielen gegen Frankreich und Norwegen – da erzielte er jeweils bei acht Versuchen sieben Tore. „Timo hat seine Sache ziemlich gut gemacht“, lobt Geerken.

Julius Kühn

Der einzige ausgewiesene Distanzschütze im deutschen Team hatte seinen besten Auftritt in der Runde der letzten Acht, als er sechsmal erfolgreich war. So abschlussstark wie gegen die Ägypter war Kühn allerdings zuvor eher selten. Auch weil es der DHB-Auswahl nicht immer gelang, den Hünen in die erhofften Wurfpositionen zu bringen. Insgesamt wurden 15 Tore für den Zwei-Meter-Rückraummann notiert. Zum Auftakt gegen die Spanier war er dabei leer ausgegangen. In mehreren Begegnungen vertraute Bundestrainer Alfred Gislason mehr auf Paul Drux als auf Kühn.

Enttäuscht: Julius Kühn.

Kai Häfner

Die dominante Rolle, die er bei der MT Melsungen übernimmt, hatte er in der Nationalmannschaft jetzt nicht. Erste Wahl im rechten Rückraum war der Kieler Steffen Weinhold. Häfner fand insgesamt schwer ins Turnier. Zehn Treffer standen für den Linkshänder letztlich zu Buche. Durchaus überzeugend war die Leistung des Halbrechten im letzten Gruppenspiel gegen Brasilien. Da steuerte er nicht nur drei Tore zum Sieg bei, sondern entlastete auch seinen Melsunger Nebenmann Kastening auf der Außenposition.

Der 2,10-m-Abwehrhüne verschaffte Hendrik Pekeler und Johannes Golla einige Verschnaufpausen im Deckungszentrum und streute dann auch den einen oder anderen wichtigen Block ein. Gegen die Brasilianer markierte Lemke ein Tor. Ein weiteres wäre gegen Ägypten möglich gewesen – allerdings gab er beim schnellen Gegenstoß den Ball an Marcel Schiller weiter. (Björn Mahr)

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