Handball-Bundesliga

Minden kommt mit neuem Abwehrstrategen am Mittwoch nach Kassel

Als kompromissloser Abwehrrecke berüchtigt: Der Schwede Magnus Jernemyr (links, hier gegen den Tschechen Jan Stehlik) spielt seit einer Woche in Minden. Foto: dpa

Kassel/Minden. Er musste 38 Jahre alt werden, um bei einem deutschen Verein anzuheuern. Am Sonntag gab der Schwede Magnus Jernemyr dann sein Debüt beim Handball-Bundesligisten GWD Minden.

Und trug sogleich als Abwehrstratege maßgeblich dazu bei, dass die Ostwestfalen nach vier Niederlagen in Folge einen umjubelten 36:30-Heimsieg über den HSV Hamburg landeten. „Er hat zusammen mit dem ebenfalls erfahrenen Miladin Kozlina einen guten Innenblock gestellt“, lobt GWD-Manager Horst Bredemeier die kurzfristige Neuerwerbung, „da hatten es auch unsere Torhüter gleich leichter.“

Erst in der vergangenen Woche hatten die Mindener den Routinier verpflichtet – als Ersatz für den am Knie verletzten Marco Oneto. Ein Transfer, der auch die Verantwortlichen und Spieler der MT Melsungen auf den Plan rief, weil die Nordhessen die Grün-Weißen am Mittwoch ab 20.15 Uhr in der Kasseler Rothenbach-Halle empfangen.

„Ein ausgewiesener Abwehrstratege“, betont MT-Schlussmann Per Sandström, der früher zusammen mit dem Defensivmann im Drei-Kronen-Team der Skandinavier schon einige Schlachten geschlagen hat. Melsungens Nummer eins Mikael Appelgren, aktueller Auswahlakteur der Schweden, erwartet Landsmann Jernemyr am Mittwoch hochmotiviert: „Er will bestimmt auch gegen uns zeigen, dass er bei der WM in Katar dabei sein muss.“

Nach fünf Jahren beim spanischen Top-Klub FC Barcelona war der Kreisläufer im vergangenen Jahr in die Heimat zurückgekehrt und unterschrieb einen Vertrag bei Lugi Lund. Dort war er aber nicht so glücklich und hatte seit Anfang Mai keine Partie in der Klasse mehr bestritten: „Ich war nach all den Jahren in Spanien ein anderes Niveau gewohnt. Die Bundesliga ist nun eine echte Herausforderung für mich.“

Jernemyr spricht zwar noch kein Deutsch, kann sich aber jederzeit mit seinem Landsmann und Spielmacher Dalibor Doder austauschen. Doder fungierte für den Deckungsspezialisten auch als Übersetzer bei den Interviews nach der erfolgreichen Begegnung mit Hamburg. Dabei vermittelte der 38-Jährige seine positiven Eindrücke: „Minden ist ein sehr professioneller Verein, das sieht hier alles sehr gut aus. Ich selbst brauche allerdings noch ein paar Spiele, um richtig fit zu sein.“ Der Auftritt in Kassel am morgigen Mittwoch gehört zweifellos dazu.

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