Handball-Bundesliga: Torwart Landin verhindert Aufholjagd der MT

Melsunger Siegesserie gerissen - Kiel gewinnt Spitzenspiel mit 32:27

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Marino Maric

Kiel. Der THW Kiel hat den Siegeszug der MT Melsungen gestoppt. Die Roth-Schützlinge mussten sich beim amtierenden Deutschen Meister mit 27:32 (15:17) geschlagen geben.

Und das nach acht ungeschlagenen Spielen, die den heimischen Handball-Bundesligisten auf den zweiten Platz katapultierten. Damit ist die erste Auswärtsniederlage der Melsunger perfekt.

„In Kiel ist Kiel immer der Favorit.“ Unter diesem Motto von MT-Kapitän Michael Müller gingen die Melsunger „ganz locker“ ins Spiel. Und gleich hellwach: Felix Danner, Michael Allendorf und Philipp Müller sorgten nach sechs Minuten für eine 3:2-Führung. Allerdings nur ein kurzes Glück, denn danach griffen auf einmal die Mechanismen der offensiven Kieler Deckung. Besonders der vorgezogene Domagoj Duvnjak ließ mit seinen permanenten Störmanövern den Melsunger Angriffsmotor stottern. Dafür kam nach Ballgewinnen der THW-Tempogegenstoßexpress immer mehr auf Touren. Leichte Tore, die den Gastgebern durch Spielmacher Duvnjak (2) und Linkshänder Weinhold eine 5:3-Führung (7.) bescherten.

Und zunehmend mehr Sicherheit in der eigenen Offensive. Besonders Torjäger Vujin und Linksaußen Dahmke waren in der Folge kaum zu halten. Spätestens nach Duvnjaks Treffer zum 8:5 (13.) war für den Tabellenzweiten erstmal Schadenbegrenzung angesagt, denn die Zebras drohten davonzuziehen. Doch das Ungemach wurde für die Gäste noch größer, die zwischenzeitlich Torwart Landin warm geworfen hatten, während Kiel die Leichtigkeit des Torewerfens wiederentdeckt hatte.

Beim 13:8 nach 21 Minuten reagierte MT-Trainer Roth, ordnete mit vier „Neuen“ einen personellen Ringtausch an. Der wirkte. Speziell Marino Maric hatten die Kieler wohl nicht auf der Rechnung. Der wirbelte die bis dahin so stabile THW-Deckung mächtig durcheinander und verkürzte mit zwei Toren hintereinander kurz vor der Pause auf 16:14 (29.). Die Gäste waren wieder dran und der Gastgeber offensichtlich beeindruckt.

Nicht lange, denn Rune Dahmke erhöhte nach dem Wechsel mit zwei Treffern auf 20:16 (35.).

Prompt kam die MT durch Sellin, Maric und Schneider zurück (20:19), roch mehrfach am Ausgleich (Johannes Sellin), scheiterte aber in aussichtsreichen Situationen einige Male am glänzend aufgelegten Niklas Landin, der einige freie Melsunger Chancen zunichte machte. So blieb der Favorit vorn, stetig in Gefahr vom Außenseiter eingeholt zu werden.

Das gelang diesem letztlich nicht. Weil er in Überzahl Dahmkes Treffer zum 22:25 kassierte ohne selbst verkürzen zu können (47.), weil der Gegner genau das danach beser machte und durch Joan Canellas zum 27:24 traf (51.). Und weil der Melsunger Rückraum (Rnic) seine sonstige Durchschlagskraft vermissen ließ. Die letzte knifflige Situation meisterte der Meister nach Schneiders Anschlusstor zum 27:28 (57.) mit einem fulminanten 4:0-Lauf. Die späte, ganz späte Entscheidung in einem umkämpften Spiel. Die Erleichterung der Kieler spricht dafür, dass ihnen die Melsunger alles abverlangt hatten.

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