Dänen-Treff und Torhüter-Duell

Melsunger Handball-Torwart fiebert Topspiel in Magdeburg entgegen

Augen zu und dann Parade: Der MT-Schlussmann René Villadsen hat auch als Nummer zwei schon viele Akzente in der noch jungen Saison gesetzt. Foto: Schachtschneuder

Melsungen. An den SC Magdeburg hat der Neu-Melsunger nicht nur schlechte Erinnerungen. Zwar musste Torwart René Villadsen während seiner Zeit beim ThSV Eisenach zweimal in der Handball-Bundesliga eine herbe Schlappe gegen den Klub aus Sachsen-Anhalt einstecken, in der Vorsaison lief es im DHB-Pokal aber besser.

Lediglich mit 27:28 unterlagen der Däne und der spätere Erstliga-Rückkehrer dem Favoriten. Dabei zeigte Villadsen 18 Paraden und wehrte unter anderem zwei Siebenmeter von Magdeburgs Torjäger Robert Weber ab. „Das macht Mut für Sonntag“, erklärt der Schlussmann, der mit der MT dann ab 15 Uhr zum Hit in der Getec-Arena des Europapokal-Teilnehmers gastiert.

DÄNEN-TREFF

Die Melsunger haben nur einen Spieler aus dem deutschen Nachbarland im Kader, der Gastgeber dagegen drei. Torwart Jannick Green und Kreisläufer Jacob Bagersted kennt Villadsen nur aus Vergleichen in diversen Ligen. Ganz anders sein Verhältnis zu SCM-Neuzugang Michael Damgaard, mit dem der 29-Jährige sogar befreundet ist. Und das kam so: Als er noch in Dänemark bei Mors-Thy Handbold unter Vertrag stand, trug Allan Damgaard, inzwischen beim HSV Hamburg, das Trikot dieses Klubs. Durch den älteren Bruder des Neu-Magdeburgers kamen sie in Kontakt. „Michael ist ein richtig guter Junge. Auf ihn muss ich hundertprozentig vorbereitet sein“, warnt Villadsen vor der Wurfkraft des Halblinken. Vergangenes Woche führte Damgaard die Bördestädter mit neun Treffern zum 33:30-Sieg in Stuttgart.

TORHÜTER-DUELL

Gut möglich, dass sich Gudmundur Gudmundsson die Bundesliga-Partie zwischen Magdeburg und Melsungen etwas genauer anschaut. Denn: Der Isländer ist Nationaltrainer Dänemarks. Und Green ist aktuell hinter dem Kieler Niklas Landin die Nummer zwei in der Auswahl der Skandinavier. Doch Villadsen hofft, dass seinen beiden bisherigen Länderspiel-Auftritten weitere folgen. Noch dazu, weil Gudmundsson jetzt erstmals mit dem Flensburger Kevin Möller sogar einen dritten Torwart für die Begegnungen in der Länderspielserie Golden League Anfang November berufen hat. „Kevin hat überzeugt und wurde nominiert“, erläutert der 29-Jährige, „das zeigt: Wenn ich Gas gebe, kriege ich vielleicht auch meine Chance.“

TOP-DUO

Die Rollen bei der MT sind klar verteilt: Johan Sjöstrand ist gesetzt, René Villadsen muss zunächst einmal auf die Bank. „Ich freue mich für Johan, dass es so gut bei ihm läuft“, sagt der Däne, „ich versuche, immer heiß auf meinen Einsatz zu sein.“ Bislang haben sich die beiden Nordlichter hervorragend ergänzt. „Wenn wir Großes erreichen wollen, brauchen wir zwei gute Torleute. Und wir“, betont der Zwei-Meter-Mann aus Skjern, „sind komplett verschieden, haben jeweils andere Techniken. Ich nutze immer meine Größe.“

DEFENSIV-TAKTIK

Dass die Deckung so prächtig steht, überrascht Villadsen nicht: „Die Abwehr gibt es schon einige Zeit in dieser Besetzung. Und da sind viele gute Verteidiger dabei.“ Weniger als 25 Gegentore kassierten die Nordhessen bislang im Schnitt.

TEAM-DENKWEISEN

Der allwöchentliche Blick auf die Tabelle? René Villadsen kümmert das Klassement nicht: „Unsere Aufgabe ist es, nicht aus der Erfolgsspur zu geraten. Darauf muss ich mich konzentrieren.“ Außerdem sei die Saison noch lang. „Im März oder April“, stellt der Hüne klar, „können wir mal weiter schauen. Noch lässt nicht sagen, ob wir eine oder eine richtig gute Mannschaft sind.“ Das Spiel in Magdeburg könnte weiteren Aufschluss geben.

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