Lob für Rückkehrer Michael Müller

Mit Melsungern überzeugt: Handballer mit Sieg und Remis gegen Schweiz

Zu Fall gebracht: Der deutsche Kreisläufer Felix Danner (links) kommt hier gegen den Schweizer Stefan Freivogel nicht zum Torabschluss. Foto: dpa

Göppingen/Neu-Ulm. „Ein guter Anfang.“ - Kurz und knapp beschrieb Linksaußen Michael Allendorf von der MT Melsungen den Start unter dem neuen Handball-Bundestrainer Dagur Sigurdsson.

Kein Wunder, denn in zwei Testspielen gegen die Schweiz gab es für die deutsche Auswahl mit den fünf Melsungern Allendorf, Michael und Philipp Müller, Johannes Sellin und Felix Danner einen Sieg und ein Remis: 32:26 in Göppingen, 28:28 in Neu-Ulm. „Man hat die Handschrift Dagurs deutlich gesehen“, lobte DHB-Vizepräsident Bob Hanning. Was vom Wochenende so alles im Gedächtnis bleibt:

Vielleicht hätte ein anderer Coach die Mannschaft während des Lehrgangs in Süddeutschland zwischendurch noch in den Kletterpark oder zum Wildwasser-Rafting auf die Schwäbische Alb geschickt. Nicht so Sigurdsson, der betont: „Die beste Methode, Spieler zu formen, ist zu gewinnen. Du brauchst Erfolgserlebnisse, dann scheint die Sonne.“

Glückwünsche: die MT-Profis Michael Müller, Johannes Sellin, Michael Allendorf und Philipp Müller (von links) mit den MT-Fans Gabi Braun (vorne links) und Christina Brassel. Foto: Eibner

Die Woche nutzte der Isländer denn auch vornehmlich dazu, mit dem Team - als Ergänzung zur klassischen 6:0-Variante - ein zusätzliches Abwehrsystem einzustudieren: eine 5:1-Deckung mit einem hochaufgeschossenen Verteidiger (Hendrik Pekeler) in vorgezogener Position. „Wir standen teilweise noch etwas offen“, bemängelte Debütant Philipp Müller. Und sein Melsunger Kollege Johannes Sellin ergänzte: „Abstimmungsfehler sind bei einer neuen Formation ganz normal.“ In einer Situation hatten Philipp Müller und Felix Danner mal überhaupt nicht aufgepasst, so dass der Schweizer Luca Mühlemann durchs Zentrum spazieren und erfolgreich abschließen konnte.

Als Pekeler bei der Partie in Göppingen eine Zeitstrafe abbrummte, hatten fast nur noch Melsunger Feldspieler für Deutschland verteidigt. Einzig Philipp Müller fehlte in diesem Augenblick. „Das dürfte eine einmalige Sache mit so vielen MT-Leuten gewesen sein“, meinte Danner. Zumal Sellin und Philipp Müller nur wegen der Absage anderer Akteure nachgerückt waren. Was nicht heißen soll, dass einer aus dem Kader des nordhessischen Erstligisten enttäuscht hätte. Sellin etwa glänzte beim 32:26 mit fünf Treffern (darunter vier Siebenmeter) innerhalb von 17 Minuten.

Melsungens Halbrechter Michael Müller zeigte bei seiner Rückkehr ins Nationalteam, dass Sigurdsson auf ihn zählen kann: herrliche Tore aus dem Rückraum, dazu viele tolle Anspiele auf Nebenmann Patrick Groetzki. So nahm er nicht nur wegen des 30. Geburtstags, den er am Freitag mit seinem Zwillingsbruder Philipp gefeiert hatte, viele Glückwünsche entgegen. „Mir hat’s großen Spaß gemacht“, erklärte der Routinier, „was der Bundestrainer macht, hat Hand und Fuß.“ Seine Chancen dürften nicht schlecht stehen, dass er bei den Qualifikationsspielen Ende Oktober/Anfang November gegen Finnland und in Österreich wieder mit von der Partie ist.

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