Sieg hatte viele Väter

Minden-Bilanz: MT Melsungen, das war eine Schau!

Immer eng am Gegner: Die Melsunger Jeffrey Boomhouwer (links) und Marino Maric stoppen den Mindener Florian Freitag. Foto: Fischer

Kassel. Als ihre Widersacher aus Minden mächtig gefrustet schon längst in der Kabine verschwunden waren, drehten die Handballer der MT Melsungen noch immer auf dem Parkett ihre Runden.

Klar, der Beifall der Zuschauer ebbte nicht ab, die stehend dargebrachten Ovationen der eigenen Anhänger für eine fantastische Vorstellung des heimischen Bundesligisten wollten nicht enden. „Ich denke, dass die Zuschauer, die da waren, sehr zufrieden nach Hause gehen werden“, meinte MT-Trainer Michael Roth nach dem unerwartet deutlichen 35:25-Erfolg seiner Schützlinge gegen GWD Minden.

Nur 1912 Fans waren an diesem Abend in die Kasseler Rothenbach-Halle gekommen – Minusrekord. Dabei hätte der Auftritt der Hausherren drei Tage vor dem Europapokal-Rückspiel am Samstag ab 18 Uhr bei Tatran Presov mehr Zuschauer verdient gehabt.

„Wir haben eine sehr konzentrierte Leistung geboten und standen von der ersten Minute an hervorragend in der Abwehr“, stellte Regisseur Patrik Fahlgren erfreut fest. Nicht selbstverständlich, nachdem neben Philipp Müller (gesperrt) auch Nenad Vuckovic (Muskelfaserriss) nicht aufgeboten werden konnte. Müller kann in Presov auflaufen, Vuckovic („Ich würde sonst zwei Tage für die Behandlung verlieren“) am Freitag allerdings erst gar nicht mit in die Ost-Slowakei reisen. So muss er diesmal aus der Ferne die Daumen drücken.

Am Mittwoch gehörte der serbische Kapitän zu den ersten Gratulanten. Keine leichte Entscheidung, wem er als erstes um den Hals fällt. Dafür kamen einige in Frage. Sein Landsmann Momir Rnic etwa, der vor allem die Anfangsphase nachhaltig geprägt hatte, aus diversen Positionen Tor auf Tor warf und dann auch noch sensationell Michael Allendorf vor dessen Treffer zum 6:1 in Szene setzte.

Auch Torwart Mikael Appelgren, der unglaubliche Paraden in Serie zeigte. Oder der Kroate Marino Maric, der reihenweise den gegnerischen Verteidigern im Mittelblock eine lange Nase drehte. „Unsere Formkurve zeigt klar nach oben“, jubelte der Kreisläufer. Zumal Fahlgren und Michael Müller viel Spielwitz bewiesen und mit Tempo und Übersicht die immer wieder wechselnden Deckungsformationen der Grün-Weißen zur Harmlosigkeit verurteilten. „Wir habenendlich einmal nahtlos an die Leistung im ersten Durchgang angeknüpft. So hätten wir sogar noch höher gewinnen können“, befand MT-Rechtsaußen Christian Hildebrand, dem einige Wirkungstreffer gelangen, und der wie Jeffrey Boomhouwer auf links mehr Spielzeit bekam als sonst.

Was angesichts des teilweise komfortablen Vorsprungs auch kein Risiko war. Noch dazu, weil Minden erschreckend schwach war. „So dürfen sich Profihandballer eigentlich nicht präsentieren. Wir haben mal wieder auswärts eine desolate Angriffs-Vorstellung gezeigt“, ärgerte sich GWD-Coach Goran Perkovac. Keine Überraschung also, dass seine Mannen schnell in die Kabine geflüchtet waren.

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