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WM-Kader mit sechs Melsungern, doch Wiencek sagt ab

Handball, Nationalmannschaft, THW Kiel, Kreisläufer - Nicht dabei: Patrick Wiencek.
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Nicht dabei: Patrick Wiencek.

Bundestrainer Alfred Gislason hat Silvio Heinevetter, Finn Lemke, Kai Häfner, Julius Kühn, Tobias Reichmann und Timo Kastening von der MT Melsungen in den vorläufiger Kader für die Handball-WM berufen. Die Kieler Patrick Wiencek aber sagte ab - wegen der Coronagefahren.

Kiel – Wochenlang zermarterte sich Patrick Wiencek den Kopf, gestern sagte der Abwehrchef der deutschen Handballer seine WM-Teilnahme ab. „Das war eine der schwersten Entscheidungen meines Sportlerlebens“, sagte Wiencek über seinen coronabedingten Verzicht. Der wuchtige Kreisläufer ist der erste Nationalspieler, der das umstrittene Turnier im Januar in Ägypten auslässt.

„Jeder weiß, wie stolz ich auf jedes meiner Länderspiele bin“, so Wiencek, der 146 Mal den Bundesadler trug. Er sei aber nicht nur Nationalspieler, sondern auch Spieler des THW Kiel und vor allem Familienvater: „In dieser Konstellation und in dieser immer noch besonderen Situation fühlt es sich einfach nicht richtig an, im Januar vier Wochen weit weg von zu Haus zu sein.“

Keine Absage hingegen gibt‘s von den sechs Nationalspielern der MT Melsungen, die erwartungsgemäß zum erweiterten WM-Kader gehören, der gestern bekannt gegeben wurde: Torhüter Silvio Heinevetter, die Rückraum-Asse Finn Lemke, Kai Häfner und Julius Kühn sowie die Rechtsaußen Tobias Reichmann und Timo Kastening.

Bundestrainer Alfred Gislason, der in einem persönlichen Telefonat von Wienceks Entschluss erfahren hatte, reagierte gefasst. „Ich habe großes Verständnis für Patricks Entscheidung in dieser Zeit. Aber ich bin traurig, dass uns solch ein wichtiger Spieler nicht zur Verfügung stehen wird.“ Gislason ahnt, dass die Absage Wienceks womöglich nicht die einzige bleiben wird. „Möglich ist das“, sagte er geknickt. Dafür müsse man in „jetzigen Corona-Zeiten aber Verständnis haben“.

Der Deutsche Handball-Bund hatte trotz einer Welle von WM-Zweifeln seine Teilnahme an dem Turnier öffentlich bekräftigt, die Entscheidung aber jedem Spieler freigestellt. Schon jetzt steht fest, dass Bundestrainer Gislason neben Wiencek aus dem bereits am 15. November gemeldeten 35er-Kader auf mindestens einen weiteren Spieler verzichten muss: Der Flensburger Franz Semper erlitt einen Kreuzband-riss. Eine Diagnose für Lemgos Tim Suton (Knieverletzung) steht noch aus. Der finale Kader soll am 21. Dezember bekannt gegeben werden. In das WM-Turnier wird das DHB-Team erstmals mit 20 statt bisher 16 Spielern starten können.   (dpa/mis)

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