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Morgen Erlangen, im Pokal Lemgo: So geht es beim Handball-Bundesligisten MT Melsungen weiter

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Von: Björn Mahr

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Mit Volldampf ins nächste Punktspiel: Julius Kühn und die MT Melsungen empfangen morgen die nicht zu unterschätzenden Erlanger.
Mit Volldampf ins nächste Punktspiel: Julius Kühn und die MT Melsungen empfangen morgen die nicht zu unterschätzenden Erlanger. © Dieter Schachtschneider

Morgen erwartet die MT Melsungen in der Handball-Bundesliga den HC Erlangen. Seit gestern steht fest, dass sie im Pokal-Viertelfinale auf Lemgo trifft.

Kassel – Als gestern die Lose für das Pokal-Viertelfinale gezogen wurden, war MT-Handballer Timo Kastening in privater Angelegenheit unterwegs. „Ich habe dann über Instagram erfahren, gegen wen wir spielen müssen“, berichtete der Rechtsaußen. Die Nachricht, dass er mit Bundesligist Melsungen am 5. oder 6. Februar beim TBV Lemgo um den Einzug ins Final Four kämpfen wird, nahm er positiv auf: „Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, es sei nichts Besonderes. Nach der Niederlage im Vorjahresfinale ist es definitiv kein normales Spiel.“

Im Juni unterlagen die Nordhessen nach einer bescheidenen Vorstellung dem TBV in Hamburg 24:28. Jetzt gibt es die Gelegenheit zur Revanche. „Lemgo, noch dazu in einem Auswärtsspiel, ist natürlich eine echte Herausforderung“, sagt MT-Manager Axel Geerken, „allerdings rechnen wir uns auch eine reelle Chance aus.“„Ein Heimspiel wäre schöner gewesen“, erklärt Kastening, „dennoch ist es nicht unrealistisch, dass wir die Aufgabe meistern. Und dann stünde ich zum vierten Mal in Folge im Final Four, das wäre schon unglaublich.“

Freude über Pokal-Los: Timo Kastening.
Freude über Pokal-Los: Timo Kastening. © Andreas Fischer

Nach dem 28:22-Erfolg im Achtelfinale am Mittwoch gegen den Bergischen HC hatten die Melsunger den weiteren Abend genossen. „Wir haben kurz angestoßen, insgesamt haben wir es aber kleingehalten“, erklärte Kastening, „denn am Sonntag steht eine wichtige Partie in der Liga auf dem Programm.“ Morgen ab 16 Uhr bekommen es die Nordhessen in der Kasseler Rothenbach-Halle mit dem HC Erlangen zu tun.

Dort gibt es für Julius Kühn, Kai Häfner, Tobias Reichmann und den nach wie vor verletzten Finn Lemke ein Wiedersehen mit Steffen Fäth und Johannes Sellin, zwei ihrer Kollegen aus der Europameister-Mannschaft von 2016. „Darauf freut man sich, weil man mit diesen Menschen immer etwas Besonderes verbindet. Allerdings schwindet die Erinnerung immer mehr“, sagt Kühn. Im Januar ist der EM-Triumph von Krakau bereits sechs Jahre her. „Das schöne Erlebnis kann uns niemand nehmen. Doch für so etwas ist am Sonntag kein Platz“, stellt Sellin klar.

Er war bis 2017 bei der MT – dann kam Reichmann, der nun aber nach dieser Saison wohl Melsungen voraussichtlich verlassen muss. Der Klub plant nach Informationen dieser Zeitung mit Kastening und dem zurzeit nach Essen ausgeliehenen Dimitri Ignatow. Ebenfalls fraglich ist die Zukunft von Linksaußen Yves Kunkel. Auf dieser Position könnte ein MT-Talent den Part hinter dem bereits verpflichteten David Mandic übernehmen. Am Mittwoch bekam Ben Beekmann in Abwesenheit des erkrankten Michael Allendorf Spielzeit.

Nun stellen sich erst mal alle Melsunger auf ein intensives Duell gegen die Franken ein. „Es wird ein hartes Match“, ist der spanische Trainer Roberto Garcia Parrondo überzeugt. „Die letzten Spiele in Kassel gegen Erlangen waren immer sehr eng“, betont Torjäger Kühn. Tatsächlich fiel die Entscheidung immer erst in den Schlussminuten, ehe sich die Nordhessen auf dem Messegelände noch durchsetzten. Die Ergebnisse aus MT-Sicht: 31:29, 28:27, 27:26.

„Gegen die Erlanger ist es immer unangenehm. Sie sind sehr robust, spielen sehr körperlich“, warnt Kastening. Zudem haben sie mit Klemen Ferlin und Martin Ziemer zwei starke Torhüter, die „man nicht stark machen darf“ (Kastening). Und im Angriff verfügt die Gäste-Mannschaft von Trainer Michael Haaß über viel Wurfgewalt aus dem Rückraum: Neben Fäth können auch Simon Jeppsson, Christoph Steinert und Antonio Metzner aus der Distanz erfolgreich sein.

Der Gegner

Auch Melsungens nächster Gegner kann einen Pokal-Erfolg in dieser Woche vorweisen. Der HC Erlangen setzte sich im Achtelfinale unerwartet deutlich 31:19 gegen Wetzlar durch. In der nächsten Runde Anfang Februar gastiert das Team von Trainer Michael Haaß beim Zweitligisten VfL Gummersbach.

Einst MT: Erlangens Johannes Sellin.
Einst bei der MT: Erlangens Johannes Sellin. © Dieter Schachtschneider

„Es hätte uns schlechter treffen können“, sagte Erlangens Rechtsaußen Johannes Sellin nach der Auslosung am Freitag. Anlass zur Euphorie gibt es bei den Franken zurzeit aber auch nicht. „Wenn man die letzten Wochen betrachtet, sollten wir jetzt Demut walten lassen“, betont Sellin. In der Liga hatte der HCE zuvor nur einen Punkt aus vier Partien geholt.

Der frühere Melsunger Publikumsliebling, der zu Beginn dieser Serie seinen Vertrag beim HCE bis zum 30. Juni 2023 verlängert hat, hofft vor der Rückkehr an die alte Wirkungsstätte, dass sein Team die Leistung vom Wetzlar-Spiel bestätigen kann. In der Begegnung war Sellin mit sechs Toren bester Schütze seiner Mannschaft. (Björn Mahr und Manuel Kopp)

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