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MT Melsungen darf jubeln: Titel beim Handball-Sparkassencup verteidigt

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Von: Björn Mahr

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Erfolgreich beim Sparkassencup: die MT Melsungen. Das Bild entstand nach dem Halbfinalsieg gegen den TBV Lemgo.
Erfolgreich beim Sparkassencup: die MT Melsungen. Das Bild entstand nach dem Halbfinalsieg gegen den TBV Lemgo. © Pressebilder Hahn

Der alte ist auch der neue Sieger: Handball-Bundesligist MT Melsungen hat durch ein 27:25 im Endspiel des Sparkassencups gegen die TSV Hannover-Burgdorf seinen Titel erfolgreich verteidigt. 1000 Zuschauer sahen das Finale in Eisenach.

Gensungen/Eisenach – Karin Wenderoth hatte am Wochenende alle Hände voll zu tun. Zum einen feuerte sie in ihrer Funktion als Vorsitzende des Fanclubs Bartenwetzer das Team der MT Melsungen bei deren Spielen beim Handball-Sparkassencup an. Zum anderen musste sich die gelernte Schneiderin darum kümmern, dass der Handball-Bundesligist an jedem Wettkampftag immer zwei Trikotsätze zur Verfügung hatte – seit 25 Jahren wäscht sie immer die Spielkleidung der MT-Profis. Inklusive Vorbehandlung bedeutete das jedes Mal eine Arbeit von etwa sechs Stunden.

Gestern, um kurz vor 19 Uhr, war klar: Ihr Einsatz in den vergangenen Tagen hat sich gelohnt – wieder. Denn die Melsunger sicherten sich wie vor drei Jahren den Sieg beim Sparkassencup – Titel erfolgreich verteidigt. Im Endspiel in Eisenach gegen die TSV Hannover-Burgdorf behauptete sich die Mannschaft von Trainer Roberto Garcia Parrondo mit 27:25 (11:12).

Das Endspiel

Beiden Bundesligisten war die hohe Belastung deutlich anzumerken – die Akteure wirkten müde. Melsungen machte aus einem 0:1 zwar ein 4:1 durch Tore von Aidenas Malasinskas, Rogerio Moraes, Dimitri Ignatow und Ivan Martinovic, die Nordhessen ließen aber auch viel liegen. Im weiteren Verlauf war es ein Duell auf Augenhöhe. Mal führten die Melsunger, mal die Hannoveraner. Bei beiden Finalisten taten sich insbesondere die Torhüter hervor: Nebojsa Simic bei der MT und Domenico Ebner, der später zum besten Torwart der Veranstaltung gekürt wurde, bei der TSV.

Wie schwer es den Klubs am dritten Turniertag fiel, noch eine gute Leistung zu bieten, zeigte sich daran, dass etliche Versuche beim drohenden Zeitspiel verpufften. Sehenswert war das 17:16 von Malasinskas. In der Schlussphase übernahm Agustin Casado viel Verantwortung. „Wir haben mit Wille und Glück das Spiel zu unseren Gunsten entschieden“, resümierte MT-Sportdirektor Michael Allendorf.

Die Erkenntnisse

Drei Spiele gegen Bundesliga-Konkurrenten, drei Siege – nach dem erfolgreichen Testspielauftakt am vergangenen Dienstag gegen den TV Großwallstadt (33:24) drückte die MT dem Turnier teilweise eindrucksvoll den Stempel auf. Und das, obwohl neben den Langzeitverletzten Finn Lemke, Timo Kastening, Elvar Örn Jonsson und Domagoj Pavlovic auch noch der Kapitän Kai Häfner (leichte muskuläre Probleme) fehlte.

Insbesondere beim 35:28 im Halbfinale in Gensungen gegen den Europapokal-Teilnehmer TBV Lemgo Lippe gelang es dem Team über weite Strecken zu begeistern. „Wir haben in der Abwehr clever agiert und darauf gesetzt, den Lemgoern die Bälle zu klauen“, erklärte Rückraumschütze Julius Kühn, „Deckung und Torwart haben gut zusammengearbeitet.“

Erfolgreich aus dem Rückraum: Melsungens Julius Kühn (rechts, gegen Lemgos Jan Brosch).
Erfolgreich aus dem Rückraum: Melsungens Julius Kühn (rechts, gegen Lemgos Jan Brosch). © Pressebilder Hahn

Durchaus beeindruckend war aber die Offensivleistung. Das Melsunger Spiel hat im Vergleich zu den vergangenen Jahren nun viel mehr Geschwindigkeit – ein Verdienst der neuen Spielmacher Agustin Casado und Aidenas Malasinskas. „Sie wissen genau, wie man ein hohes Tempo hinbekommt“, stellt Parrondo fest. Durch die schnellen Pass-Kombinationen kommen auch Kühn, die schon jetzt glänzend aufgelegten Andre Gomes und Ivan Martinovic zu leichten Toren aus dem Rückraum. Zudem ergeben sich Lücken für die Kreisläufer Rogerio Moraes und Arnar Freyr Arnarsson, die diese immer wieder gekonnt nutzen. „Wir bekommen viel mehr Pässe“, freut sich Arnarsson. Da er sich mit dem Brasilianer hervorragend ergänzt, „können wir noch mehr Gas geben.“

Der Lohn

Jeder Halbfinal-Teilnehmer bekam ein Preisgeld von 1000 Euro – und damit auch die MT. Den Siegerpokal durfte Julius Kühn in Vertretung des verletzt fehlenden Kapitäns Häfner entgegennehmen. Die Nordhessen durften aber noch über eine weitere Auszeichnung jubeln: Der brasilianische Kreisläufer Rogerio Moraes wurde von den Veranstaltern Heide Aust (Agentur Speed) und Thomas Giesler (Agentur Giesler) als wertvollster Akteur geehrt.

Darüber dürfte sich auch Karin Wenderoth gefreut haben, die mit den MT-Profis kräftig mitgefiebert hat.

Melsungen: Simic, Morawski - Kühn 2, Malasinskas 3/1, Casado 5, Ignatow 1, Moraes 4, Beekmann, Ohl, Drosten 1, Arnarsson 2, Waldgenbach, Gomes 1, Kalarash, Hörr, Fuchs, Martinovic 5/2, Mandic 3

Hannover: Ebner, Quenstedt - Vujovic 3, Mävers 1, Uscins 1, Pevnov 2, Kuzmanovski, Steinhauser 5/4, Michalczik 1, Kulesh 1, Edvardsson 2, Gerbl 4, Brozovic 1, Fischer 2, Feise 1, Ayar, Büchner 1

SR: Köppl/Regner (Frankfurt/Nieder-Olm) - Z: 1000. (Björn Mahr)

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