MT-Derby gegen Wetzlar: Geerkens Gastspiel in der Heimat

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Voller Einsatz für die HSG Wetzlar: Axel Geerken hütete über viele Jahre das Tor der Mittelhessen.

Kassel/Wetzlar. Zehn Minuten braucht er schon. So viel Zeit muss Axel Geerken dann doch für die Anreise einplanen, wenn er sich am Freitag ab 19.45 Uhr in der Rittal-Arena das Hessenderby der Handball-Bundesliga zwischen der HSG Wetzlar und der MT Melsungen ansehen möchte.

Denn der MT-Manager lebt mit seiner Familie im Wetzlarer Stadtteil Dutenhofen. Aber nicht nur deshalb ist es kein Auswärtsspiel wie jedes andere für den 43-Jährigen, der nach zweijähriger Tätigkeit beim VfL Gummersbach seit 2012 als Geschäftsführer bei den Melsungern tätig ist.

DAS ERSTE ENGAGEMENT

Als der gebürtige Oldenburger 1993 erstmals bei Wetzlars Vorgängerklub HSG Dutenhofen/Münchholzhausen anheuerte, war Geerken gerade einmal 20 Jahre alt. In den folgenden vier Spielzeiten trug der Torwart dazu bei, dass die Mittelhessen an der Spitze der 2. Bundesliga kräftig mitmischten. 1997 schaffte er es mit der HSG sogar bis ins Endspiel des Final-Four-Pokalturniers in Hamburg, wo dann aber der TBV Lemgo eine zu hohe Hürde für die HSG war.

DIE FAMILIÄRE SITUATION

Anfangs hatte sich der Norddeutsche durchaus schwer getan in seiner neuen Umgebung – mit den Menschen an der Lahn und ihrer Mundart. „Meine Mutter wollte bei mir sogar einen gewissen hessischen Dialekt erkannt haben“, erklärt Geerken, der seine spätere Frau Andrea dort kennengelernt hat. Sie ist die Schwester der ehemaligen Dutenhofener Handball-Größen Andreas und Wolfgang Klimpke.

DER BESONDERE MOMENT

Axel Geerken

Nach Engagements in Großwallstadt und Kiel kehrte Geerken 2001 nach Wetzlar zurück – und blieb praktisch bis zu seinem Karriereende 2007. Gern denkt er an den Winter 2005 zurück. Da gab es mit dem 30:29 gegen Wilhelmshaven den bewegenden Abschied aus der 1700 Zuschauer fassenden Sporthalle Dutenhofen. „Da hat immer eine tolle Atmosphäre geherrscht. Und nach dem Spiel gingen die Garagentore auf, damit die Theken aufgebaut werden konnten“, erinnert sich der 43-Jährige. Nach dem Umzug in die Rittal-Arena lief es sportlich zunächst nicht nach Plan. „Es ist eine wunderbare Halle. Aber wir hatten dort Anpassungsprobleme“, bekannte Geerken.

DIE ALTEN KOLLEGEN

Zum Ende seiner Laufbahn war der zehnfache deutsche Nationalspieler bei der HSG Schlussmann und Geschäftsführer in Personalunion, wobei er den langjährigen Macher Rainer Dotzauer unterstützte. Von den Spielern, die heute in Wetzlar unter Vertrag stehen, hat Geerken zwar keinen Handballer an die Lahn geholt.

Die aktuellen Mitarbeiter in der HSG-Geschäftsstelle sind ihm wohl bekannt. Björn Seipp etwa, sein Nachfolger, war damals Presse- und Hallensprecher. Und die Geschäftsstellenleiterin heißt Ruth Klimpke und ist seine Schwägerin.

DIE RIVALITÄT

Das Duell am Freitag hat durchaus den Charakter eines Topspiels. Beide Klubs mischen in der oberen Tabellenhälfte mit. „Ein paar Sticheleien zwischen den Vereinen sind okay, solange es im fairen Rahmen bleibt“, sagt Geerken, „die Hessen können froh sein, dass die Entwicklung bei beiden Teams so erfreulich ist.“

In seiner Familie drückt Tochter Svea der HSG die Daumen. Zwar spielt Sohn Mathi genauso wie seine Schwester für Wetzlar, von ihm gibt es aber Beifall für Melsungen. Geerken: „Mathi findet die MT ganz gut.“ Ob das Auswirkungen auf die Stimmung bei der Anreise hat, bleibt abzuwarten.

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