Heinevetter überragt bei 33:25-Erfolg

MT Melsungen erteilt Wetzlar eine Lektion im Derby

Silvio Heinevetter.
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Großartiger Rückhalt für die MT in Wetzlar: Silvio Heinevetter.

Normalerweise hätten sie nach einem solchen Sieg wahrscheinlich um 15.03 Uhr Freudentänze auf dem Feld der Wetzlarer Rittal-Arena vollführt. Doch da das Hessenderby ein Geisterspiel war, fiel der Jubel bei den Handballern des Bundesligisten MT Melsungen nach dem 33:25 (16:7)-Sieg bei der HSG Wetzlar etwas ruhiger aus.

Wetzlar – Normalerweise hätten sie nach einem solchen Sieg wahrscheinlich um 15.03 Uhr Freudentänze auf dem Feld der Rittal-Arena vollführt. Doch da das Hessenderby ein Geisterspiel war, fiel der Jubel bei den Handballern des Bundesligisten MT Melsungen nach dem 33:25 (16:7)-Sieg bei der HSG Wetzlar etwas ruhiger aus.

Trotzdem setzten Kapitän Finn Lemke und seine Mitstreiter ihr schönstes Lächeln auf, als sie Richtung Kabine entschwanden. Denn: Die MT erteilte dem hervorragend in die Saison gestarteten hessischen Rivalen speziell in Halbzeit eins eine kleine Lektion. „Wir haben wirklich gut gespielt“, bilanzierte MT-Coach Gudmundur Gudmundsson zufrieden.

Die große Frage vor dem Anwurf war: Wie emotionsgeladen wird das erste Hessenderby ohne Zuschauer? Wobei: Nicht alle Plätze blieben leer. Acht Wetzlarer Trommler waren zugelassen. Was im ersten Abschnitt aber mehr der MT, denn den Gastgebern half. Lemke sagte später: „Wir haben die Emotionen auf die Platte gebracht.“

Die Nordhessen stellten die kompaktere Deckung, hatten in Silvio Heinevetter den eindeutig besseren Torwart und waren im Angriff wesentlich cleverer als zuletzt. Zwar gaben sie ein ums andere Mal den Ball noch leichtfertig aus der Hand, sie ließen sich aber insgesamt mehr Zeit bei den Abschlüssen.

Ab der fünften Minute übernahm Melsungen das Kommando auf dem Feld. Zunächst gelang Domagoj Pavlovic das 2:2, dann besorgte Timo Kastening von der Siebenmeterlinie die erstmalige MT-Führung. Und zwischendurch hatte Heinevetter seinen ersten großen Auftritt, als er gegen Anton Lindskog parierte. Es war dem Ex-Berliner deutlich anzumerken, dass er vier Tage nach seinem 36. Geburtstag ein großartiger Rückhalt für seine neue Mannschaft sein wollte. Zugegeben, in einigen Situationen machten es ihm seine aggressive Abwehr auch leicht – es waren aber auch einige Paraden dabei, wie man sie nur von wenigen Bundesliga-Torhütern sieht. So klärte er in der 29. Minute mit einer Hand gegen Ivan Srsen. „Es war eine super Kombination aus starker Abwehr und starkem Torwart“, lobte Kai Häfner die Zusammenarbeit der Hintermannschaft.

Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Melsungen auf acht Tore abgesetzt – in Worten: ACHT. 14:6. Nur mal zur Erinnerung: Wetzlar ging als Tabellenvierter und sogar leichter Favorit in die Begegnung.

Angesichts des klaren Pausenvorsprungs musste die MT die Partie eigentlich nur noch vernünftig zu Ende bringen. Doch die Mannschaft gab sich nicht nur mit dem Minimum zufrieden – sie wollte mehr. Julius Kühn und der spielfreudige Domagoj Pavlovic erhöhten auf 19:8 (35.). Pech für die HSG, dass ihr Schlussmann Till Klimpke mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Siebenfacher Torschütze: Melsungens Rechtsaußen Timo Kastening.

Kurios: Heinevetter hielt in einer Szene so, dass der Ball anschließend im linken Tordreieck stecken blieb (33.). Im Gefühl des sicheren Sieges leisteten sich die Gäste Nachlässigkeiten in der Abwehr. Erst jetzt war es das erwartete Duell auf Augenhöhe. Wobei die Melsunger weiterhin die Chance nutzten, Selbstvertrauen im Angriff zu sammeln. Keine Überraschung, dass sich Spieler wie Marino Maric, Kastening und Yves Kunkel hervortaten. Häfner unterstützte Pavlovic dabei als Passgeber. „Es war ein richtig guter Tag“, freute sich Kunkel.

Und was war mit Heinevetter? Der räumte nach 45 Minuten seinen Platz für Nebojsa Simic, der sich dann ebenso auszeichnete wie seine Vorderleute. Gudmundsson hatte im Verlauf des zweiten Durchgangs kräftig gewechselt. So rückte Felix Danner im Innenblock an die Seite von Arnar Freyr Arnarsson, und in der Offensive durften Ole Pregler und Stefan Salger ran. Als kurz nach 15 Uhr die Schlusssirene ertönte, warfen die Spieler die Arme in die Höhe. Kurz darauf ging es schon in die Kabine – mit breitem Grinsen. (Björn Mahr)

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