MT-Gegner Berlin: Per Selbstkritik aus Krise

Aus Talenten wurden Leistungsträger: Die Berliner Rückraumspieler Paul Drux (links) und Fabian Wiede. Foto: dpa

Berlin. Keine Frage, die Füchse Berlin sind wieder da. Nach einer äußerst durchwachsenen Hinrunde in der Handball-Bundesliga (18:18-Punkte) hat der aktuelle Pokalsieger Fahrt aufgenommen.

Insbesondere nach der WM-Pause, sodass das eigene Saisonziel - der fünfte Platz und damit die erneute Qualifikation für den EHF-Pokal - wieder in Sichtweite ist.

Die Hauptstädter reisen mit der Empfehlung von 8:2-Punkten aus den letzten fünf Spielen zur MT Melsungen (Mittwoch, 19 Uhr, Rothenbach-Halle). Ein Hoch, das seine Gründe hat.

1. Selbstkritik: Getreu dem Motto „der Fisch stinkt vom Kopf her“, packten sich die Berliner an die eigene Nase. Auch Manager Bob Hanning. „Wir haben alle fünf Prozent weniger investiert und dann sind wir eben nur noch Mittelmaß“, lautete seine Analyse. Der Macher selbst war damit beschäftigt, als Vize-Präsident den DHB auf Vordermann zu bringen sowie Trainer Dagur Sigurdsson die Nationalmannschaft. Und dem Team sei nach dem überraschenden DHB-Pokalsieg der Erfolgshunger abhandengekommen. „Mittlerweile haben wir diese Phase durch“, sagt Hanning. Die wiedergewonnene Stärke der Mannschaft scheint ihm recht zu geben.

2. Das Personal: Zu Hannings Wiedergutmachungsbeitrag zählte die Rückkehr von Kreisläufer Evgeni Pevnov. Der 25-jährige gebürtige Russe und aktuelle deutsche Nationalspieler spielt so, als wäre er nie weg gewesen: Im Angriff besticht der Kreisläufer durch seine Durchschlagskraft, in der Abwehr kann er den Ausfall von Defensivspezialist Spoljaric wettmachen. Dazu hat auch Rückraumspieler Pavel Horak nach langer Verletzung wieder den Anschluss an die Stammsieben geschafft.

3. Der Torhüter: Nicht wenige haben Manager Hanning für ziemlich verrückt erklärt, als der vor fünf Jahren dem damals bereits 31-jährigen Petr Stochl einen Rentenvertrag (über sechs Jahre) anbot. Das wagt heute keiner mehr, denn der tschechische Nationalspieler erlebt an der Spree seinen x-ten Frühling, spielt eine Super-Rückrunde und hat damit sogar Nationaltorhüter Silvio Heinevetter als Nummer eins verdrängt.

4. Die Jungen: Aus Talenten wurden Leistungsträger. Rückraumschütze Paul Drux etwa, der in der letzten Saison ganze fünf Spiele bestritt, hat sich in der laufenden Spielzeit zum Stammspieler gemausert. Auch Rückraumspieler Fabian Wiede hat den Durchbruch geschafft, der bei Rechtsaußen Willy Weyhrauch nur noch eine Frage der Zeit ist. Alle drei gehörten zur Berliner A-Jugend, die 2012 und 2013 Deutscher Meister wurde.

5. Die Motivationsspritze: Dass es Bob Hanning gelang, das Final-Four im EHF-Pokal erneut nach Berlin zu holen, hat den Spielern einen enormen Schub gegeben. Die haben damit nach dem Einzug ins Final-Four im DHB-Pokal sogar drei Optionen, nächste Saison wieder europäisch zu spielen.

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