"Wir haben total versagt"

Erschreckender Auftritt: MT Melsungen geht in Balingen 23:36 unter

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Bittere Pleite: Die MT Melsungen verliert klar in Balingen.

Peinlich. Erschreckender Auftritt der MT Melsungen. Der heimische Handball-Bundesligist ist bei der HBW Balingen-Weilstetten untergegangen.

Aktualisiert um 18.46 Uhr - Da fehlen einem die Worte. Versuchen wir es mit einem Satz von Julius Kühn. Der Torjäger der MT Melsungen sagte nach dem 23:36 (12:16)-Debakel des heimischen Handball-Bundesligisten bei HBW Balingen-Weilstetten gegenüber dem Sender Sky: „Wir haben total versagt.“ Unser Schnellcheck zum Totalausfall in Balingen: 

Gibt es eine Erklärung für diese Blamage? 

Melsungens Trainer Heiko Grimm sagte am frühen Sonntagabend nach der Partie, dass der Auftritt nicht zu entschuldigen sei. „Das war peinlich. Wir haben heute eine Mannschaft gesehen, die Willen, Mentalität und Leidenschaft gezeigt hat. Und das war Balingen. Wir haben das alles über uns ergehen lassen.“ 

Erwischte die MT also einen rabenschwarzen Tag? 

Zunächst einmal: Ein Leckerbissen war diese Partie wahrlich nicht. Den Gastgebern dürfte das aber herzlich wurscht gewesen sein. Die machten ihre Sache richtig clever. Aggressive 6:0-Deckung, MT-Torjäger Julius Kühn früh attackieren – und schon fiel dem Melsunger Rückraum nicht mehr viel ein. Erschreckend, wie einfach die Balinger dem MT-Angriff den Zahn zogen. Nach einer Viertelstunde hatten die Gäste gerade einmal drei Törchen erzielt. Yves Kunkel hatte zum 3:7 aus MT-Sicht getroffen (15. Minute). 

Der Aufsteiger wiederum wurde zum Torewerfen regelrecht eingeladen. Die Schwaben trafen über außen, vom Kreis, aus dem Rückraum – den Halbrechten Vladan Lipovina zum Beispiel bekam die MT-Deckung überhaupt nicht in den Griff. Das Tor zum 13:9 (24.) war bereits der fünfte Treffer des Montenegriners. Im Angriff harm- und einfallslos, in der Abwehr zu passiv – so präsentierte sich der ambitionierte Bundesligist aus Nordhessen. 

Bekam die MT nach dem Wechsel noch einmal die Kurve? 

Im Gegenteil. Die Gäste ergaben sich ihrem Schicksal. Bereits in der 42. Minute bei einem 16:24-Rückstand nahm Grimm die zweite Auszeit. Er stellte auf eine 5:1-Deckung um, er brachte Domagoj Pavlovic für Spielmacher Lasse Mikkelsen, Roman Sidorowicz durfte wie schon in Hälfte eins mal kurz für Kühn ran, Dimitri Ignatow kam für Tobias Reichmann – es nützte nichts. Als Balingens überragender Schlussmann Mike Jensen ins verwaiste MT-Tor zum 29:19 traf, führte der Außenseiter erstmals mit zehn Toren (48.). 

Welcher Melsunger krempelte ansatzweise die Ärmel hoch? 

So traurig sich das anhört: keiner. Der Ex-Balinger Kai Häfner hatte zwar drei, vier gute Szenen, das war’s dann aber auch. Wenn überhaupt mal etwas klappte, dann nur durch Einzelaktionen. Zudem bekamen sowohl Torwart Johan Sjöstrand als auch Nebojsa Simic keine Hand an den Ball. Die MT enttäuschte auf ganzer Linie und in allen Mannschaftsteilen. 

Wie war die Live-Übertragung bei Sky? 

Kommentator Jürgen Müller war sichtlich verdutzt angesichts der Melsunger Verunsicherung. Vor der Partie sagte er noch, es handele sich um Duell Mentalität gegen Qualität. Nun ja, von der Balinger Mentalität durften sich die 2193 Zuschauer überzeugen. Die Melsunger Qualität suchten sie vergeblich.

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