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24:26 - MT Melsungen gibt Spiel gegen Göppingen noch aus der Hand

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Von: Björn Mahr, Manuel Kopp

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Die Lücke gefunden: Melsungens Julius Kühn (Mitte) gegen die Göppinger Tobias Ellebaek (links) und Jacob Bagersted.
Die Lücke gefunden: Melsungens Julius Kühn (Mitte) gegen die Göppinger Tobias Ellebaek (links) und Jacob Bagersted. © Dieter Schachtschneider

Große Enttäuschung bei der MT Melsungen. In dem wichtigen Heimspiel gegen Frisch Auf Göppingen musste der Handball-Bundesligist eine unnötige 24:26-Niederlage hinnehmen.

Kassel – Die Melsunger führten in der 45. Minute noch 20:15, verloren nach einer schwachen Schlussphase aber 24:26 (10:9). Damit verpasste die MT den Sprung auf Tabellenplatz fünf.

Unter den 2736 Zuschauern war auch der verletzte Timo Kastening. Erstmals nach dem vor einer Woche erlittenen Kreuzbandriss hatte er wieder Kontakt zu seinen Mannschaftskameraden, die ihn herzlich empfingen. „Es haben sich so viele Freunde und Kollegen gemeldet. Das war viel mehr als nach einem gelungenen Spiel von mir“, berichtete Kastening.

Am Montag wird er in Berlin-Charlottenburg am linken Knie operiert. In die Hauptstadt wird ihn heute sein Kumpel Aaron Hecking begleiten, ein Sohn des auch hier bekannten Ex-Fußballprofis Dieter Hecking. Zuvor hoffte er auf einen Sieg seines Teams: „Wenn wir nächste Saison europäisch spielen wollen, dann ist es ein wichtiges Spiel.“

Einige Rückkehrer bei der MT

Dass es um viel ging, machte sich sofort bemerkbar. Beide Teams begannen mit hohem Tempo, aber waren häufig zu ungenau. Das führte zu vielen Fehlern auf beiden Seiten. Bei der MT war zwar mit Domagoj Pavlovic auch der zweite Spielmacher neben Elvar Örn Jonsson wieder zurück im Kader, aber in der Offensive begann erneut Linksaußen Yves Kunkel auf der Mitte. Pavlovic saß auf der Bank, Jonsson spielte erst mal nur Abwehr.

Wieder in der Startformation stand Youngster Julian Fuchs, da neben Kastening auch Tobias Reichmann fehlte. Der 21-Jährige fing in der Anfangsphase in der Abwehr zwei Bälle geschickt ab – und traf vorn zum 3:3 (9.). Kurz darauf sorgte Julius Kühn mit seinem wuchtigen Wurf ins Eck zum 4:3 für die erste Melsunger Führung.

Dennoch überzeugten in der ersten Hälfte beide Teams vor allem in der Abwehr. Zudem waren die Torhüter Nebojsa Simic und Daniel Rebmann sehr gut aufgelegt. Die Melsunger taten sich gegen die aggressive Deckung der Gäste schwer. MT-Trainer Roberto Garcia Parrondo reagierte, ließ Jonsson nun auch im Angriff spielen. Marino Maric kam für Gleb Kalarash am Kreis und Alexander Petersson für Fuchs. Und das zahlte sich aus. Erst traf Petersson zum 5:5, dann Jonsson zum 6:6 (19.) und Petersson brachte die MT wieder mit 7:6 (21.) nach vorn.

MT baut Pausenführung aus

Beide Teams verteidigten allerdings weiter stark. Selten fand mal ein Rückraumspieler so einfach eine Lücke wie Jonsson beim 9:8 (28.). Zur Pause führte die MT 10:9.

Die Melsunger erwischten einen guten Start aus der Pause. Zweimal traf Kühn, einmal Maric – auf einmal lagen die Hausherren mit 13:9 vorn (39.). In der Abwehr arbeiteten die Melsunger weiter hart. Und in der Offensive drehten sie auf, plötzlich klappte auch mal das Spiel über den Kreis. Zudem spielte nun der Kapitän wie entfesselt. Häfner, der in der ersten Halbzeit noch ohne Tor geblieben war, erzielte das 20:15 (45.) – das war sein fünfter Treffer. Zwischenzeitlich war Pavlovic schon zu seinem Comeback gekommen.

Handball-Krimi mit schlechtem Ausgang

Auf einmal aber der Bruch im Melsunger Spiel: Die MT ließ nun ihre Chancen liegen – und in der Abwehr nach. Nach Kühn verwarf auch Kunkel einen Siebenmeter – für ihn war es der zweite. So stand es nach dem Tor von Tim Kneule 20:20 (53.), die Göppinger hatten einen 5:0-Lauf hingelegt. Erinnerungen wurden wach an das Hinspiel, als die Melsunger ebenfalls deutlich führten, aber sich am Ende mit einem 26:26 begnügen mussten.

Auch diesmal wurde es ein Krimi. Aber diesmal kam es noch schlimmer für die MT. Parrondo riskierte viel, ließ mit dem siebten Feldspieler angreifen. Zweimal spielten die Melsunger einen Fehlpass, beide Mal traf Till Hermann ins leere Tor – 24:22 (56.) für die Gäste.

Davon erholte sich die MT nicht mehr und geht nun mit einer vermeidbaren 24:26-Niederlage in die Länderspielpause. Das nächste Mal ist die MT erst in drei Wochen beim HC Erlangen im Einsatz.

Die Statistik

MT: Heinevetter (1 GT/0 P.), Simic (25/13)- Maric 3, Kühn 6/1, Kompenhans, Kunkel, Jonsson 4, Arnarsson, Allendorf, Kalarash 1, Häfner 5, Sahin, Petersson 3, Fuchs 2/1, Pavlovic, Kuntscher.

FAG: Rebmann (24 GT/16 P.), Kastelic (n.e.)– Smarason 1, Kneule 1, Lindenchrone 1, Sarac1, Bagersted 1, Ellebaek 4, Schiller 6/4, Goller, Gulliksen 1, Hermann 3, Zelenovic 5, Kozina 2.

SR: Kuttler/Merz (Meckenbeuren) - Z: 2736 - Siebenmeter: 5/2:4/4 - Zeitstrafen: 2:6 Minuten

Spielstände: 0:1 (1.), 4:3 (11.), 4:5 (16.), 7:6 (21.), 10:9 - 13:9 (33.), 15:10 (36.), 20:20 (53.), 22:25 (58.), 24:26.

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