Häfner trumpft im Derby auf

Neun Treffer gegen Wetzlar - Häfner wie Kai aus der Kiste

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Zug zum Tor: Melsungens Kai Häfner (rechts) ist von Wetzlars Lenny Rubin nicht zu stoppen. 

Kai Häfner ist wieder da. Der Profi der MT Melsungen findet beim 28:26-Derbysieg gegen die HSG Wetzlar zu alter Treffsicherheit zurück.

Nein. Verletzt war Kai Häfner in den vergangenen Wochen nicht. Trotzdem feierte der Linkshänder beim 28:26 (13:14)-Erfolg seiner MT Melsungen gegen die HSG Wetzlar so etwas wie eine Rückkehr. Eine Rückkehr zu alter Stärke. Das Wortspiel muss sein: Wie Kai aus der Kiste explodierte der Handball-Profi am Samstagabend in der ausverkauften Rothenbach-Halle und hatte mit neun Treffern großen Anteil am Derbysieg.

Kein Wunder, dass der 30-Jährige sehr zufrieden sagte: „Endlich mal wieder. Solche Spiele sind gut für die Seele. Vor allem, wenn wir dann auch noch gewinnen.“ Zuletzt suchte der MT-Neuzugang verzweifelt seine Form der Hinrunde. Bis Weihnachten hatte Häfner mehrfach bewiesen, warum ihn die Klub-Verantwortlichen nach Nordhessen gelotst haben. Seit dem Wiederbeginn nach der Europameisterschaft wirkte der Mann aus dem rechten Rückraum aber ausgelaugt, das Glück schien ihn verlassen zu haben.

Vor allem was die eigenen Abschlüsse betraf – es lief einfach nicht. Gegen Wetzlar meldete er sich eindruckvoll zurück, da war er wieder der Häfner der ersten Saisonhälfte. „Gefühlt ist heute jeder Ball ins Tor gegangen“, sagte er über seine Treffsicherheit. Zudem sorgte er mit tollen Pässen für Erfolgserlebnisse. Zum Beispiel leitete Häfner einen Tempogegenstoß ein, den Tobias Reichmann zum 23:21 verwertete (50. Minute) – die erste Melsunger Zwei-Tore-Führung des Abends.

Neben Schlussmann Nebojsa Simic ging Häfner gut und gern als Sieggarant durch. Melsungens bester Werfer lobte darüber hinaus „unsere super Abwehr“, die nach einer holprigen Anfangsviertelstunde immer besser ins Spiel fand.

Häfners Steigerung steht auch symbolisch für den neuen Geist, der seit dem Amtsantritt des neuen Trainers in der Mannschaft weht. Gudmundur Gudmundsson arbeitet zwar erst seit einer Woche bei der MT, seine Handschrift sei aber bereits erkennbar, sagt Häfner, der augenzwinkernd ergänzt: „Seit er hier ist, hatten wir allerdings mehr Spiele als Trainingseinheiten.“

Englische Wochen mit dem Verein, davor die strapaziöse EM – diese Terminhatz nennt er als Grund für seinen Durchhänger. Frisch sei er schon lange nicht mehr. Das einzig Gute an dem straffen Spielplan sei, „dass du keine Zeit hast, dir Gedanken über deine Leistung zu machen.“ Häfner macht kein Geheimnis daraus, dass ihm ein paar freie Tage ganz guttäten.

Daraus wird aber nichts. Seit Montag weilt er bei einem Lehrgang der Nationalmannschaft mit dem neuen Bundestrainer Alfred Gislason. In den folgenden Wochen muss er mit der MT wieder das Programm aus Bundesliga und Europapokal abspulen. Und selbst nach Saisonende ist keine Erholung in Sicht. Im besten Fall startet Häfner mit der DHB-Auswahl bei den Olympischen Spielen. Außerdem sollte er sich schon mal auf etwas Schlafmangel einstellen. Häfner wird im Sommer zum ersten Mal Vater.

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