Sie grübeln noch: MT-Handballer nach dem Ausscheiden im Europacup

Restlos bedient: Melsungens Linksaußen Michael Allendorf kauerte nach dem Schlusspfiff wie ein Häufchen Elend an einer Wand vor der Kasseler Rothenbach-Halle. Foto: Schachtschneider

So wie Jeffrey Boomhouwer ging es den meisten Handballern  der MT Melsungen. Am Tag nach dem 28:23 im EHF-Viertelfinale gegen Skjern grübelte der Linksaußen über Spielsituationen.

„Als Erstes führst du dir die Aktionen vor Augen, an denen du selbst beteiligt warst“, erklärt der „fliegende Holländer“, „und ich habe ein paar Fehler gemacht.“ In der 46. Minute hatte er die große Chance zum 23:17 vergeben.

Danach landet Boomhouwer unweigerlich bei den Ereignissen aus der Schlussminute: „Beim letzten Angriff war mehr drin.“ Nicht das einzige Gesprächsthema aufseiten der Melsunger nach dem Scheitern.

DARÜBER WIRD DISKUTIERT 

Hätte der MT in der Schlussphase ein Siebenmeter zugesprochen bekommen müssen, ja oder nein? Es gab zwei strittige Szenen: das Foul des Ex-Melsungers Thomas Klitgaard acht Sekunden vor Ende an Felix Danner und das harte Einsteigen der Dänen kurz darauf beim Vorstoß von Philipp Müller. „Die Frage ist, ob bei Danner eine klare Chance vereitelt wurde“, sagt MT-Manager Axel Geerken, „es liegt im Ermessen der Unparteiischen, ob dies der Fall war.“ Fakt ist: Der Melsunger Kreisläufer hatte keine wirkliche Chance, den Ball zu bekommen.

DARÜBER FREUT MAN SICH 

Erst mit etwas Abstand wich bei der MT die Enttäuschung dem Stolz über eine erfolgreiche Premiere auf Europas Handball-Bühne. „Wir haben Deutschland gut vertreten“, erklärt Trainer Michael Roth. Und was ebenso relevant war: Sein Team sammelte wichtige Erfahrungen. „Wir hatten zwölf harte Spiele mehr in einer Saison“, ergänzte Manager Geerken, „dadurch haben wir viel dazugelernt.“

Gerade die Duelle mit dem dänischen Vertreter waren lehrreich. Skjern ist nie hektisch geworden. „Uns kam zugute, dass wir durch die Playoffs in unserer Liga ständig Spiele mit derartig viel Druck meistern müssen“, erläuterte Kreisläufer Thomas Klitgaard, „da weißt du, dass du die Ruhe behalten musst.“ So konzentrierten sich er und seine Kollegen vor allem darauf, die gefürchteten Tempogegenstöße der Gastgeber zu unterbinden – mit Erfolg.

DARÜBER WIRD ZU REDEN SEIN

Zweieinhalb Wochen hat Melsungen nun Wettkampfpause. Weiter geht es am Freitag, 8. Mai, in der Bundesliga bei GWD Minden. Nach einem Training am heutigen Dienstag wird der Übungsbetrieb bis Anfang kommender Woche ruhen. Der eine oder andere Nationalspieler bereitet sich allerdings mit der Auswahl seines Landes bereits auf Einsätze in der EM-Qualifikation vor. Für den Rest gilt es, sich auf die letzten sechs Partien dieser Serie einzustimmen. „Wenn wir fünf dieser Begegnungen gewinnen“, mutmaßt Boomhouwer, „dürfte das für unser großes Ziel reichen.“ Das ist Rang fünf.

Als Fünfter wäre Melsungen sicher auch im nächsten Spieljahr im EHF-Cup dabei. Der sechste Rang, den die MT aktuell einnimmt, könnte theoretisch auch reichen. Allerdings haben sich die Verantwortlichen der Handball-Bundesliga noch nicht geäußert, wie viele Klubs sie dem europäischen Verband als mögliche deutsche Teilnehmer melden. Das hängt wohl auch davon ab, wie sich Berlin und Hamburg beim Final Four in der Bundeshauptstadt schlagen.

Lesen Sie auch:

-Kommentar zum Pokal-Aus der MT: Erhobenen Hauptes

-Trotz Sieg gegen Skjern: MT schafft Pokalwunder nicht

-EHF-Pokal: MT muss fünf Tore fürs Halbfinale aufholen

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.