„Wir sind alle ein bisschen ratlos"

MT-Kapitän Müller zu kommenden Heimspielen: Das ist unsere letzte Chance

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Der Kapitän hofft auf endlich mehr Konstanz: Michael Müller.

Kassel. Nach dem peinlichen Auftritt in Lissabon hat Handball-Bundesligist MT Melsungen zwei wichtige Heimspiele vor der Brust. Zuerst am Mittwoch gegen Hannover-Burgdorf (19 Uhr).

Eigentlich sollte es ein Interview zu seiner Rolle als Top-Vorlagengeber der Handball-Bundesliga werden. Michael Müller hat schon 75 Treffer des MT-Teams in dieser Saison vorbereitet - nur Wetzlars Rückraumstratege Philipp Weber (78) ist in dieser Statistik vor ihm. Und eigentlich sollte der Kapitän der Melsunger schon ein kleines Fazit der Europapokal-Gruppenphase ziehen.

Aber: Dann kam die bittere 24:26-Pleite bei Benfica Lissabon und das Abrutschen auf den zweiten Platz. Jetzt muss das Team am Samstag ab 19.30 Uhr gegen Cocks aus Finnland gewinnen. So ergab sich vor dem Erstliga-Heimspiel heute ab 19 Uhr in der Kasseler Rothenbach-Halle gegen die TSV Hannover-Burgdorf ein ganz anderes Gespräch.

Die Situation 

„Wir sind alle ein bisschen ratlos“, bekennt Müller, „keiner weiß wirklich, warum wir bisweilen so fahrig spielen.“ Nach dem Abendessen in Lissabon hatten alle Spieler noch einmal zusammengesessen. „Letztes Jahr“, fügt der 32-Jährige hinzu, „ging alles viel lockerer von der Hand.“

Nun ist die Lage so: Die Mannschaft trainiert gut, bereitet sich mit Coach Michael Roth auf die Gegner entsprechend vor. Dann beginnt das Spiel. „Und“, sagt Müller, „wir wollen zu schnell zu viel.“ Ein Team mit vielen erfahrenen Kräften wird hektisch. Statt die eigene Zwei-Tore-Führung auszubauen, produziert der Angriff ein, zwei technische Fehler. Der Kontrahent ist zurück im Spiel - und Melsungen gerät unter Druck. „Es geht bei uns in dieser Saison rauf und runter. Und das spiegelt sich auch in jedem Spiel wider“, ärgert sich der Spielführer, „die Niederlage in Lissabon war wieder ein Schlag ins Gesicht.“

Die Hoffnung 

Mit den beiden Begegnungen in dieser Woche kann Melsungen tabellarisch sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene einiges zurechtrücken. Sollte die MT gegen Cocks gewinnen und Helvetia Anaitasuna parallel Benfica schlagen, wären die Nordhessen aufgrund des direkten Vergleichs zurück auf dem ersten Rang. „Ich möchte jetzt nicht fünf Wochen vorausschauen und vom Viertelfinale reden“, sagt Müller. „ich möchte mal, dass wir fünf Partien in Folge konstant gut spielen und nicht nur zwei oder drei.“ Vier Pflichtspielsiege in Serie gab es für die MT in dieser Spielzeit nur im vergangenen Oktober.

„Das muss jetzt jedem in unserer Mannschaft bewusst sein, dass die kommenden Spiele unsere letzte Chance sind, den Gesamteindruck zu verbessern“, sagt der Kapitän und nimmt sich und die Seinen in die Pflicht: „Bei uns lässt sich aber auch kein Spieler hängen. Alle wollen ja.“

Das Hannover-Spiel

Die Niedersachsen haben einen Pluspunkt mehr als die Melsunger auf dem Konto. Bei einem Sieg wären die Gastgeber an der TSV, die am Sonntag unglücklich mit 26:27 Rekordmeister THW Kiel unterlag, vorbei. „Es ist ein Duell auf Augenhöhe“, betont Müller, „wir haben nach der Begegnung in Portugal wieder etwas gutzumachen. Die Belastung darf dabei keine Ausrede sein.“

Der Vorlagengeber 

Dass Müller in dieser Serie zu den besten Vorbereitern zählt, überrascht insofern, als die MT durch den Ausfall von Marino Maric nicht so viel Gefahr über den Kreis entfachen konnte. Gerade die Pässe in die Nahwurfzone sind eine Stärke des Halbrechten. Der Kapitän beschäftigt sich nicht mit diesen Statistiken - und hat auch nur von seinem Trainer davon erfahren. „Wenn wir Zehnter sind“, betont Müller, „bringt mir so eine Statistik gar nichts.“

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