Melsunger feiern Sieg

MT-Kapitän Lemke nach dem Sieg über den SC Magdeburg: Unser Ziel heißt jetzt Konstanz

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Glückliche Gastgeber: Das Melsunger Team bejubelt den Sieg gegen Magdeburg. 

Die Handballer der MT Melsungen feiern ihren Sieg über den SC Magdeburg

Mit der Schlusssirene ließ sich MT-Tormann Nebojsa Simic einfach auf den Boden fallen. Erschöpft, aber überglücklich. Denn der Montenegriner und seine Mitspieler im Handball-Team des Bundesligisten Melsungen hatten mit dem 31:29-Heimsieg gegen den SC Magdeburg eine Antwort auf die 23:36-Packung in Balingen gegeben.

„Die 13-Tore-Niederlage war ein Schlag mitten ins Gesicht“, erklärte Simic, „als Spieler hast du aber auch einen gewissen Stolz.“ Was das bedeutet, bekamen 4098 Fans in der Rothenbach-Halle zu sehen: Die MT bot ihre beste Saisonleistung. Und der Torwart-Vulkan vom Balkan explodierte regelrecht. 70 Sekunden vor Ende wehrte er gekonnt einen Schlagwurf von Michael Damgaard ab. „Wir haben seit Balingen den Fokus nur auf den Handball gelegt. Jetzt ist der Spaß zurück“, sagte der 26-Jährige. Dabei gingen die Melsunger unterschiedlich mit dem Erfolg um.

Der Kapitän

Finn Lemke ist nach dem Triumph zwar erleichtert, aber alles andere als euphorisch. Geduldig schrieb er Autogramme, posierte für Fotos, sprach mit alten Bekannten aus seiner Magdeburger Zeit. Dann gilt sein erster Dank den Fans: „Ich bin unendlich dankbar, wie positiv sie uns empfangen haben. Die Zuschauer haben uns heute über das Spiel getragen.“ Wie es zu der Wende so kurz nach dem Debakel von Balingen gekommen ist? „Wir haben viel analysiert, auch mal nur wir Spieler ohne das Trainerteam. Der gute Start in die Partie hat uns geholfen. Fakt ist aber auch: Wieder einmal hätten wir das Spiel viel früher zumachen müssen.“ Und an seine Mitspieler richtet Lemke einen dringenden Appell: „Ob wir verstanden haben, das zeigt sich erst auswärts in Nordhorn. Unser großes Ziel muss jetzt Konstanz heißen.“

Der Dienstälteste

Seit dem Winter 2009 istFelix Danner bei der MT und hat in dieser Zeit schon einige schwierige Phasen erlebt. Diese Woche war für ihn sehr intensiv. „Mein Kopf ist vor lauter Gesprächen fast explodiert“, sagt der Kreisläufer schmunzelnd. Und: Ein entspannter Spaziergang durch Melsungen war kaum möglich. „Jetzt kann ich meine Tochter Nele wieder mit einem Lächeln zur Schule bringen“, stellte Danner fest. Mit dem Auftritt seines Teams war er voll zufrieden: „Wir sind als Team aufgetreten.“

Der Torjäger

Ob es daran lag, dass Bundestrainer Christian Prokop auf der Tribüne saß? „Nein“, sagte National-Rechtsaußen Tobias Reichmann, „ihn habe ich gar nicht gesehen.“ Allerdings empfahl sich der Linkshänder mit zwölf Treffern für höhere Aufgaben. „Ich hoffe, dass bei mir nun der Knoten geplatzt ist“, erklärte der 31-Jährige. Bislang waren seine Leistungen durchwachsen – diesmal drehte Reichmann auf. „Das war von der gesamten Mannschaft ein Schritt in die richtige Richtung“, betonte der Vize-Kapitän. Zur Feier des Tages wollte er auch an seinem Programm für den weiteren Abend feilen. Normalerweise bringt sich Reichmann nur auf dem Weg zur Halle mit Ballermann-Hits in Stimmung. „Nach Hause fahre ich eigentlich ohne Musik, aber heute lasse ich mich mal überraschen, was mein Handy so abspielt, auf jeden Fall etwas Fröhliches.“

Die Verantwortlichen

„Wir haben eine Reaktion gezeigt“, resümierte Melsungens Manager Axel Geerken erfreut. Trainer Heiko Grimm nahm noch auf dem Feld die Glückwünsche der MT-Aufsichtsratsvorsitzenden Barbara Braun-Lüdicke entgegen. Es war während seiner Amtszeit erst der zweite Sieg über ein Top-Team der Liga – der erste Triumph war das 24:23 am 24. Mai 2018 bei den Rhein-Neckar Löwen.

„Gegen Ende hatten wir gegen Magdeburg ein wenig Matchglück, aber das muss man sich auch erst erarbeiten, und wir hatten es uns verdient“, bilanzierte Grimm zufrieden. Er bekam zwar auch die heftige Kritik an seiner Arbeit mit, konnte diese aber nach eigener Aussage ganz gut ausblenden. Erst in einer Woche ist die MT wieder im Einsatz – dann geht es nach Nordhorn. Und gegen diesen Aufsteiger muss es anders laufen als in Balingen.

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