Handball-Bundesligist im Europacup nach Dänemark

MT Melsungen in Silkeborg: Zwischen Frust und Vorfreude

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Freut sich auf das Gastspiel in seiner Heimat. Lasse Mikkelsen. 

Kassel. Handball-Bundesligist MT Melsungen gastiert am Mittwoch im Europacup bei Bjerringbro-Silkeborg. Dann stehen Trainer Heiko Grimm zwei Akteure wieder zur Verfügung, die zuletzt gefehlt haben. 

Nach einer Woche zum Vergessen sind die leidgeplagten Melsunger Handballer für jede kleine positive Nachricht dankbar. So freute sich MT-Coach Heiko Grimm am Montag darüber, dass er zwei Profis beim Training begrüßte, die bei den bitteren Niederlagen gegen Stuttgart und in Lissabon gefehlt hatten. Linksaußen Michael Allendorf und Allrounder Timm Schneider meldeten sich gesund zurück. Im Gegensatz zu Kapitän Finn Lemke, der wegen einer Grippe für die ganze Woche krankgeschrieben wurde, können sie im wichtigen Europacup-Spiel am Mittwoch ab 18.45 Uhr (Dazn) in Dänemark bei Bjerringbro-Silkeborg eingesetzt werden.

Timm Schneider, Melsunger Profi

Schneider weiß nun auch, wo er ab Sommer tätig sein wird. Zweitligist VfL Gummersbach präsentierte den gelernten Mittelmann als Neuzugang. „Für meine Familie und mich passt mit dem Wechsel alles. Ich kann wieder auf meiner angestammten Position spielen und eine Führungsrolle übernehmen“, sagt der 31-Jährige. Die MT hatte im Herbst bekanntgegeben, dass sie nach dieser Saison ohne Schneider plant. In Melsungen war er vor dieser Spielzeit zum Kreisläufer umfunktioniert worden.

Am Kreis soll er auch morgen Marino Maric entlasten. Umso mehr, als Routinier Felix Danner noch bis mindestens Mitte/Ende März fehlen wird und der Kroate durch den Lemke-Ausfall Zusatzschichten im Deckungszentrum schieben muss. „Ohne den etatmäßigen Innenblock sind wir geschwächt“, räumt Trainer Grimm ein. „Dabei wäre es gerade in einem Auswärtsspiel im Europapokal wichtig, dass die Automatismen greifen.“

Jetzt müssen die MT-Verantwortlichen dafür sorgen, dass die jüngsten Frust-Erlebnisse aus den Köpfen der Spieler verschwinden. „Wir brauchen wieder etwas mehr Lockerheit“, betont der Coach. Das Selbstbewusstsein muss sich das Team über eine aggressive Deckungsarbeit holen. Man muss kein Handball-Fachmann sein, um zu wissen, dass eine stabile Abwehr auch das eigene Angriffsspiel erleichtert.

Weltmeister: Nikolaj Markussen. 

„Mit einem Sieg in Silkeborg könnten wir einen großen Schritt in Richtung Viertelfinale machen“, stellt Grimm klar. Doch auch wenn die Dänen zum Auftakt der Gruppenphase zu Hause 24:33 gegen Benfica Lissabon verloren, hat der Gastgeber ein Team von Format.

Bei einem Melsunger Spieler ist die Vorfreude noch ein bisschen ausgeprägter. Denn Regisseur Lasse Mikkelsen ist nicht nur Däne, sondern bekommt es mit einem guten Freund zu tun. Der 2,11 m große Torjäger Nikolaj Markussen war einst sein Nebenmann. Mit Skjern Handbold gewannen sie den dänischen Pokal. „Nikolaj kann jederzeit aus elf, zwölf Metern treffen“, warnt der 31-jährige Mikkelsen vor seinem gleichaltrigen Landsmann.

Weltmeister Markussen ist auf Abschiedstournee. Im Sommer verstärkt er den ungarischen Klub Veszprem. „Ich freue mich für Nikolaj, ich denke, dass der Zeitpunkt genau der richtige ist, noch einmal ins Ausland zu wechseln“, meint Mikkelsen. Vor neun Jahren versuchte Hüne Markussen schon mal sein Glück bei Atletico Madrid, kehrte aber über Katar in die Heimat zurück – nach Skjern.

Das Hauptaugenmerk der MT liegt aber nicht so sehr auf der Qualität des nächsten Gegners, sondern auf der eigenen Leistung. „Wir haben einiges gutzumachen“, sagt Mikkelsen. Schneider wünscht sich ein selbstbewussteres Auftreten: „Wir müssen auswärts im Europapokal dem Gegner auch mal wehtun.“ Dann dürften sich die guten Nachrichten demnächst auch wieder häufen.

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