Bundesliga

Der Jürgen Klopp des Handballs: Bennet Wiegert gastiert mit Spitzenreiter Magdeburg bei der MT

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Pure Emotionen: Bennet Wiegert jubelt an der Seitenlinie.

Am Donnerstag ab 19 Uhr gastiert SC Magdeburg, Tabellenführer der Handball-Bundesliga, bei der kriselnden MT Melsungen. Ein Mann steht besonders im Blickpunkt: Magdeburgs Trainer Bennet Wiegert.

Ist der SC Magdeburg reif für den Titel in der Handball-Bundesliga? Zumindest hat der Traditionsverein am vergangenen Wochenende mit dem Sieg gegen Kiel ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. 

Vier Spiele, vier Siege, und in jeder Partie mehr als 30 Tore geworfen – es läuft. Am Donnerstag ab 19 Uhr gastiert der Tabellenführer in der Kasseler Rothenbach-Halle bei der kriselnden MT Melsungen, die eigentlich selbst gern die Spitzenplätze angreifen würde.

Trainer Bennet Wiegert ist der Macher hinter der Mannschaft

Hinter dem Erfolg des Ostklubs steckt ein Name: Bennet Wiegert. Der 37 Jahre alte Trainer ist der Macher dieser Torfabrik. Die klassischen Tugenden Kampf, Tempo und Abwehrhärte hat das Magdeburger Urgestein seit seinem Amtsantritt im Dezember 2015 gezielt auf die Spitze getrieben. Als Spieler habe er sich alles erkämpfen müssen, sagte Wiegert in einem Interview der „Welt“. Und das verlangt er nun von allen, „die mit mir an der Marke SC Magdeburg arbeiten“.

Die Leidenschaft lebt der zweifache Vater vor. Kein Wunder, dass er schon mal als Jürgen Klopp des Handballs bezeichnet wurde. Mit dem Vergleich kann Wiegert gut leben. Nicht nur wegen der Emotionen an der Seitenlinie. Er schätzt Klopps Begeisterungs- und Motivationsfähigkeit und dessen Art, offen zu kommunizieren.

Bei Bennet Wiegert artet die Leidenschaft schon mal in Besessenheit aus

Er sei unersättlich, er mache vieles extremer als andere, sagte er einmal. Zum Beispiel kommt es vor, dass er nächtelang Videos auswertet, um seine Mannschaft ein kleines Stückchen besser zu machen. Er habe sogar manchmal Angst, sein Ehrgeiz könnte pathologisch werden. Wozu dieser Ehrgeiz aber auf jeden Fall führt, das ist Erfolg.

Bereits in der vergangenen Saison begeisterten die Magdeburger mit ihrem Tempo-Handball. Daran knüpfen sie in der aktuellen Spielzeit an, obwohl sie fünf Abgänge zu verkraften hatten, darunter der langjährige Rechtsaußen Robert Weber. Gleichzeitig musste Wiegert sechs neue Spieler integrieren, zum Beispiel Kreisläufer Erik Schmidt und den Ex-Lemgoer Rechtsaußen Tim Hornke. Aber kein Grund zum Klagen. Der Trainer setzt ohnehin auf etablierte Kräfte wie Torschützenkönig Matthias Musche auf Linksaußen und den Dänen Michael Damgaard im linken Rückraum.

Mit dem SC Magdeburg ist zu rechnen

Keine Frage, mit dem SC Magdeburg ist zu rechnen. Dafür sprechen nicht nur die Platzierungen der Vorjahre. Unter Wiegert kletterte der Klub peu à peu nach oben. Nachdem er im Winter 2015 das Amt als jüngster Trainer der Bundesliga übernommen hatte, beendete der SCM die Saison auf dem achten Rang. Es folgten die Plätze fünf, vier und zuletzt Platz drei.

Kommt nun der nächste Schritt? Auch in dieser Hinsicht gibt es Parallelen zu Klopp. Der Fußballlehrer stieg bei Borussia Dortmund ein, als es um den Revierklub nicht zum Besten stand. Er formierte ein Team aus hungrigen Spielern, die temporeichen Hurra-Fußball zelebrierten. Durchaus vergleichbar mit den Handballern aus Sachsen-Anhalt. Und ein paar Jahre später feierte der BVB die Meisterschaft. Wiegerts Magdeburger scheinen nun ebenfalls reif dafür zu sein.

Steckbrief: Bennet Wiegert

Bennet Wiegert (37) kam am 25. Januar 1982 in Magdeburg zur Welt. Seit Dezember 2015 trainiert er den Handball-Bundesligisten SC Magdeburg. 

  • Position als Aktiver: Linksaußen, Rückraum links 
  • Vereine als Aktiver: Magdeburg, Wilhelmshaven, Gummersbach, Magdeburg
  • Erfolge als Spieler: Mit Magdeburg Deutscher Meister (2001), Champions-League-Sieger (2002), Vereins-Europameister (2002, 2003)
  • Erfolge als Trainer: DHB-Pokalsieger 2016 mit Magdeburg 
  • Privates: verheiratet, Vater von zwei Töchtern
  • Familiäres: Sein Vater ist Handball-Legende Ingolf Wiegert, einer der weltbesten Kreisläufer seiner Zeit. 1980 wurde Vater Wiegert Olympiasieger mit der DDR.

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