30:27-Sieg in der Arena

Der Traum lebt: MT Melsungen schlägt im Pokal Leipzig

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Melsungens Yves Kunkel in Aktion. 

Der MT-Traum von Hamburg lebt. Die Melsunger haben das Auswärtsspiel im Achtelfinale des DHB-Pokals gegen Leipzig 30:27 gewonnen. 

Nun fehlt ihnen nur noch ein Sieg, um beim Final Four dabei zu sein. Am Donnerstag wird nach der Partie in Flensburg (ab 17 Uhr, live bei Sky Sport News HD) das Viertelfinale ausgelost. Klar, dass die MT auf ein Heimspiel in der Runde der letzten Acht hofft.

Die Melsunger Mannschaft hatte sich in einem Hotel im Leipziger Zentrum auf die Partie eingestimmt. Vollkommen ungestört, weil auch noch prominentere Sportler dort untergebracht waren: die Fußballer von Olympique Lyon. Für den französischen Topklub wurden einen Tag vor dem Königsklassen-Spiel gegen RB Leipzig besondere Sicherheitsvorkehrungen getroffen.

Mit der wohltuenden Ruhe war es Stunden später für das MT-Team allerdings vorbei. Die Arena Leipzig war prächtig gefüllt. 4342 Zuschauer bildeten den passenden Rahmen für dieses Topspiel. Zum stimmungsvollen Bild trugen auch die in Rot gekleideten MT-Fans bei. Und die Anhänger durften sich über einen nahezu perfekten Start ihrer Mannschaft freuen: 7:2 stand es nach elf Minuten für den Favoriten. Neben Tobias Reichmann und Marino Maric gehörte auch Rückkehrer Yves Kunkel zu den Doppeltorschützen in der Anfangsphase. Melsungen machte praktisch genau da weiter, wo es am vergangenen Donnerstag in der Bundesliga aufgehört hatte. Kapitän Finn Lemke und seine Mitstreiter waren nicht nur fokussiert, sondern auch kalt bis auf Herz.

Leipzigs Trainer André Haber nahm früh die erste Auszeit. Danach waren die Gastgeber deutlich aggressiver. Das behagte den Melsungern gar nicht - ihre Fehlerzahl nahm zu. Allerdings verloren sie nicht die Kontrolle über die Partie. Was auch am erneut starken Torwart Nebojsa Simic lag. Seine sechste Parade war in der 22. Minute ein gehaltener Siebenmeter von Patrick Wiesmach. Da wurde es mal kurz ganz still in der Arena.

Gefühlt war die MT zur Pause ein paar Tore weg. Auf der Anzeigentafel stand aus Gäste-Sicht aber nur ein 13:12. Kurz vor der Pause hatten die Sachsen sogar zum ersten Mal seit Spielbeginn wieder ausgeglichen (12:12). Ihre offensive Deckung um den Ex-Melsunger Philipp Müller sowie der eingewechselte Schlussmann Joel Birlehm brachten den SC DHfK zurück ins Spiel.

Es entwickelte sich der erwartete intensive Pokalkampf. Beispiele gefällig? In der 35. Minute sah Müller nach einem harten Foul gegen Kai Häfner die Rote Karte. Kurz darauf erwischte es auf der Gegenseite aber auf der Gegenseite auch Stefan Salger wegen der dritten Zeitstrafe (36.). Bitter für Melsungen und Trainer Heiko Grimm: Nach Felix Danner (Schulterprobleme) musste auch Rückraumschütze Häfner (Verdacht auf Gehirnerschütterung) kurz darauf raus – er war doch schwerer verletzt. Es musste jetzt eine Energieleistung her. Der dänische Spielmacher Lasse Mikkelsen wurde mal wieder zur treibenden Kraft. In Unterzahl gelang ihm das 19:15.

Wer allerdings die Spiele der Leipziger in der noch jungen Saison verfolgte, der wusste, dass hier noch keine Vorentscheidung gefallen ist. Und der Sportclub kam durch den gefährlichen Kreisläufer Bastian Roscheck auf 21:23 heran (49.).

Vor eigener Kulisse präsentierte sich Melsungen zuletzt in der Schlussphase abgeklärt. Und in Leipzig? War es insgesamt auf jeden Fall ganz ordentlich. Maric traf nach tollem Pass seines Landsmanns Domagoj Pavlovic zum 26:23. Wenn man so will, waren es die Minuten der Kroaten. Denn Pavlovic und Maric stellten wenig später auf 28:24 (58.). Das war er – der vierte Pflichtspielsieg in Folge. Und das war der Auftakt in eine kleine Melsunger Auswärtsparty.

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